Rund 11 500 Hunde sind in Krefeld gemeldet. Die Dunkelziffer könnte bei bis zu 30 Prozent liegen.

Erhebung

Bischof, Andreas (abi)

Krefeld. Wenn gebellt wird, klingelt die Stadtkasse: Die Stadt will eine „Hundebestandsaufnahme“ durchführen und möglichst viele „Schwarz-Halter“ in die Kartei aufnehmen. „Wir führen Gespräche mit Firmen, die eine solche Bestandsaufnahme durchführen“, sagt Oberbürgermeister Gregor Kathstede.

Hundebestandsaufnahme durch eine private Firma

Die CDU hatte eine solche Erhebung angeregt und auf Steuergerechtigkeit verwiesen. Rund 11 500 angemeldete Hunde gibt es derzeit in Krefeld. Pro Hund müssen dafür derzeit 101,20 Euro pro Jahr gezahlt werden. Geschätzt wird, dass die Dunkelziffer etwa bei 20 bis 30 Prozent liegt. Deshalb will die Stadt nun rigoros gegen die Hundesteuer-Hinterzieher vorgehen. Dazu soll eine private Firma beauftragt werden, die eine Hundebestandsaufnahme durchführt.

In Nachbarstädten hat es bereits Erhebungen gegeben

Eine solche Firma ist das Unternehmen Adler-Kommunalservice aus Aachen. „Unsere Mitarbeiter gehen von Haustür zu Haustür“, sagt Geschäftsführer Hans Roseboom. Sieben bis acht Leute, so schätzt er, wären dann in Krefeld unterwegs. Etwa drei Monate würde der Einsatz dauern. Nach seinen Erfahrungen kommen etwa 15 bis 20 Prozent an Tieren beim Hundebestand hinzu.

Datenschutzrechtlich ist eine solche Erhebung nicht unbedenklich. So müssen Angaben an der Haustür freiwillig erfolgen, Mitarbeiter der Firma dürfen nicht weiter im Umfeld „spionieren“. „Wir haben damit aber bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht, die meisten Bürger nehmen das gelassen hin“, sagt Roseboom. Seit 13 Jahren führt seine Firma solche Befragungen durch.

In der Nachbarschaft war seine Firma bereits in Kempen, Moers und Viersen aktiv. In Moers stieg die Zahl der gemeldeten Hunde mit der Befragung von 4400 auf rund 6000, sagt Stadtsprecher Klaus Janczyk.

Der Hundebestand in Krefeld ist groß. Es gibt 47 Hunde auf 1000 Einwohner. Im Bundesschnitt sind es 36 Hunde pro 1000 Einwohner.

Die Stadt will seit Jahren die Einnahmen erhöhen. So sollen insgesamt Mehreinnahmen von etwa 400 000 Euro pro Jahr erzielt werden. Derzeit fließen pro Jahr etwa 1,1 Millionen Euro Hundesteuer in die Stadtkasse.

In Viersen hat man die Untersuchung bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Auch dabei erzielte man nochmals einen Zuwachs um rund 14 Prozent auf jetzt 5400 Hunde. „Das rechnet sich“, sagt Michael Gehrmann von der Stadt Viersen. Man habe Gerechtigkeit hergestellt und die Einnahmen verbessert, ohne die Steuern zu erhöhen.

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