Ein Konzept soll Handlungsbedarf zeigen. Mehr Lebensqualität in Krefeld ist ein Ziel.

Konzept soll Handlungsbedarf zeigen. Mehr Lebensqualität in Krefeld ist ein Ziel.
Wer bewegt sich wie und wohin in Krefeld? Die Mobilitätsanalyse soll Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen. Etwa auf der St. Anton-Straße.

Wer bewegt sich wie und wohin in Krefeld? Die Mobilitätsanalyse soll Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen. Etwa auf der St. Anton-Straße.

Bischof

Wer bewegt sich wie und wohin in Krefeld? Die Mobilitätsanalyse soll Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen. Etwa auf der St. Anton-Straße.

Krefeld. Wenn alles gut geht, wird die Stadt Krefeld noch in diesem Jahr die Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts in Auftrag geben. Das Konzept selbst hat der Planungsausschuss am Donnerstagabend nach einigen Diskussionen positiv zur Kenntnis genommen. Die Analyse wird das gesamte Stadtgebiet Krefelds und ebenfalls St. Tönis einbeziehen, die Nachbarstadt, mit der Krefeld verkehrstechnisch eng verbunden ist.

Ursprünglich sollte sich das Mobilitätskonzept nur auf die Innenstadt beziehen, was jedoch nach Auffassung von Planungsdezernent Martin Linne aufgrund der vielfältigen Verflechtungen keinen Sinn macht. „Man muss das gesamtstädtisch sehen“, sagt Fachbereichsleiter Norbert Hudde. „Der Einzelhandel will wissen, wer in die Innenstadt kommt, woher er kommt und wohin er will.“ Besonderes Augenmerk und eine genauere Analyse verdienten – neben der Innenstadt – dabei Uerdingen, Hüls, Fischeln und St. Tönis, betont Martin Linne.

Mobilitätskonzept wird ein Leitfaden der Stadtentwicklung

Ursprünglich sollte das Mobilitätskonzept Antwort auf Fragen geben, die für die Erarbeitung eines Parkraumkonzepts wichtig sind. Jetzt wird die Analyse am Ende im besten Fall Leitfaden und Grundlage für die weitere Stadtentwicklung sein. Die Ziele sind klar definiert: Radfahrer und Fußgänger sollen bessere Bedingungen vorfinden, Barrierefreiheit und Verkehrssicherheit erhöht, der Öffentliche Personennahverkehr gefördert, Lärm reduziert und die Luft verbessert werden. Der Verkehr soll flüssiger fließen – und der Individualverkehr reduziert und Durchgangsverkehr vermieden werden.

Übergeordnetes Ziel sei die „stadtverträgliche Mobilität“. Mobilität bedeute in diesem Zusammenhang nicht nur die Überwindung von Entfernungen, sondern sie solle auch die Lebensqualität der Stadt erhalten und verbessern. Die Verkehrsfunktionen müssten erhalten bleiben, aber gleichzeitig „die Aufenthaltsqualität signifikant erhöht“ werden.

Angesichts des umfangreichen Aufgabenkatalogs fürchtet Joachim C. Heitmann (FDP) die zeitliche Verzögerung. Die Einzelhändler in der City warteten dringend auf das Parkraumkonzept, das ursprünglich in diesem Jahr beschlossen werden sollte.

Die Auftragsvergabe wird vorbereitet

Gegen die Stimmen der CDU bekommen die Hülser die Möglichkeit, frühzeitig Bedenken und Anregungen zum Bebauungsplan Fette Henn/Hinter der Papenburg zu äußern. SPD, Grüne und FDP befürworten die Beteiligung. Sie können sich eine Bebauung dort vorstellen. Wie intensiv und in welcher Form, müsse das weitere Verfahren klären. Die Interessen der Hülser seien da unterschiedlich. Der planungspolitische Sprecher der CDU, Jürgen Wettingfeld, lehnt das Verfahren ab, weil seine Fraktion auch eine Bebauung des Geländes ablehne – unabhängig davon, ob nur einzelne Häuser oder ein ganzes Viertel entstehen würde.

Dass die Zeit dafür knapp ist, sieht auch Jürgen Wettingfeld (CDU), der in 2017 nicht mehr mit Ergebnissen der Mobilitätsstudie rechnet. Nach Auffassung seiner Fraktion muss darin der ÖPNV in der Betrachtung eine besondere Rolle spielen. „Wie sieht die Situation dort in zehn Jahren aus?“ Kleinbusse, die man über eine App ordern könne und die ihre Fahrgäste von Tür zu Tür transportierten, machten möglicherweise große Linienbusse, mit denen die Stadtwerke unterwegs seien, absehbar überflüssig.

Ob das Parkraum- und das Mobilitätskonzept entkoppelt werden, um schneller zu einem (Teil-)Ergebnis zu kommen, müssten die Politiker entscheiden, betont Dezernent Martin Linne und erinnert daran, dass die Politik Ende des vergangenen Jahres ein Mobilitätskonzept als Voraussetzung für ein Parkraumkonzept gefordert hatte.

Nach der Sommerpause soll das Thema erneut aufgegriffen werden.

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