Die Flutlichtanlage in der Grotenburg hat die Stadt Krefeld im Jahr 1975 1,5 Millionen Mark gekostet.

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Beim Länderspiel der U19-Nationalmannschaften von Deutschland und Dänemark im September konnte das Flutlicht in der Grotenburg zeigen, wofür es gebaut wurde. Das Spiel wurde live im Fernsehen übertragen.

Beim Länderspiel der U19-Nationalmannschaften von Deutschland und Dänemark im September konnte das Flutlicht in der Grotenburg zeigen, wofür es gebaut wurde. Das Spiel wurde live im Fernsehen übertragen.

Beim Länderspiel der U19-Nationalmannschaften von Deutschland und Dänemark im September konnte das Flutlicht in der Grotenburg zeigen, wofür es gebaut wurde. Das Spiel wurde live im Fernsehen übertragen.

Unterarmdick sind die Leuchtmittel, die in die Scheinwerfer einmontiert werden. Archiv

Andreas Bischof, Bild 1 von 3

Beim Länderspiel der U19-Nationalmannschaften von Deutschland und Dänemark im September konnte das Flutlicht in der Grotenburg zeigen, wofür es gebaut wurde. Das Spiel wurde live im Fernsehen übertragen.

Krefeld. Wer sich die Mühe macht, in luftige Höhen zu steigen und den Blick schweifen zu lassen über die Stadt Krefeld, wird um sie nicht umher kommen: Die Flutlichtmasten des Grotenburgstadions sind von weither nicht zu übersehen. Exakt 47 Meter sind die Masten des Stadions an der Berliner Straße hoch. Und wenn es dämmert in der Stadt, die Fußballer aber noch ein Spiel austragen wollen, taucht die Anlage das Stadion und die Umgebung in ein ganz besonderes Licht.

Im Jahr 1975, also vor 35 Jahren, leuchteten die vier Masten zum ersten Mal. Besser gesagt, die 208 wuchtigen Scheinwerfer mit jeweils saftigen 3500 Watt, aus die die vier Flutlichter zusammengesetzt sind. Ein einzelner Scheinwerfer hat einen Durchmesser von 82 Zentimeter, also fast einen Meter. Sie können in vier Stufen bis zu einer maximalen Lichtstärke von 1500 Lux angeknipst werden. Rund 1,5 Millionen Mark musste die Stadt damals nur für das Flutlicht auf den Tisch legen.

Im Hinblick auf die Beleuchtung ist das Stadion bundesligatauglich

Der Aufwand, den die Stadt Krefeld als Eigentümer des Stadions für den Erhalt der in die Jahre gekommenen Anlage bezahlt, ist enorm. Fast permanent ist eines der Scheinwerfer auszutauschen. Wie viel der insgesamt 350 000 Euro Betriebskosten, die das Stadion jährlich kostet, alleine in den Erhalt der Beleuchtung gehen, will und kann möglicherweise die Stadt gar nicht sagen. Einmal im Jahr fällt eine große Wartung an. Um die armdicken Röhren auszutauschen, können Handwerker über eine Treppe im Mast hinauf schlüpfen.

Zuletzt beim Länderspiel der unter 19-Jährigen Deutschland gegen Dänemark Anfang September, das live im Fernsehen zu sehen war, konnten die Masten ihre volle Wirkung entfalten. TV-Übertragungen benötigen nämlich besonders helle Bedingungen. In dieser Hinsicht ist das Stadion bundesligatauglich. 2006 kamen 16 000 Zuschauer zum Frauen-Länderspiel zwischen Deutschland und Italien. Im gleichen Jahr gastierte Rekordmeister Bayern München in der Grotenburg. Zu dem Flutlicht-Spiel kamen fast 20 000 Besucher.

Fußballer verbinden Flutlichtspiele mit besonderen Momenten

Der KFC Uerdingen, der das Stadion fast ausschließlich nutzt, versucht so viel Niederrheinliga-Spiele wie möglich auf den Abend, also bei angeschaltetem Licht, zu verlegen. Der Grund sind nicht nur die zusätzlichen Zuschauer, die in der Regel abends kommen. Es ist dieses ganz besondere Gefühl, das Flutlichtspiele bei den Spielern auslöst und motiviert. Mit Fußballspielen bei voller Lichtstärke verbinden Spieler besondere Momente. Egal ob WM-Finale, Champions-League-Duelle oder wichtige Pokalspiele: Sie alle finden fast immer abends statt – eben dann, wenn das Licht brennt. Abendspiele in der Grotenburg müssten übrigens nicht ausfallen, wenn der Strom ausfällt: Für die Masten gibt es eine eigene Notstromversorgung.

Ein Problem, das es zu Beginn mit dem Flutlicht gab, hat sich übrigens erst nach einiger Zeit erledigt: Die Tiere im Zoo nebenan reagierten zunächst ungewohnt auf die helle Beleuchtung. Im April 1977 hatte der Zoo bei der hochträchtigen Schneeleopardin Valma vor dem Schlagerspiel zwischen Bayer 05 Uerdingen und Preußen Münster (Zweite Liga) zu ungewöhnlichen Methoden gegriffen: Jeden Abend hatte ihr Pfleger Christoph Schneidermann einen starken Handscheinwerfer eingeschaltet, um vor dem Gehege des damals „wertvollsten Zoo-Tieres“ (Valma war aus Helsinki gekommen) Flutlicht-ähnliche Zustände zu simulieren. Tonbänder mit Fangesängen wurden allerdings nicht abgespielt.

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