Die Kempenerin Anna Loerper ist „Handballerin des Jahres“. Sie spricht über ihre Zukunft und die Heim-WM im Dezember.

Anna Loerper im Trikot des TuS Metzingen bei der Ehrung zur „Handballerin des Jahres.“ Foto: imago

Krefeld. Anna Loerper ist eine wichtige Stütze in der Mannschaft des Bundesligisten TuS Metzingen. In der Vorsaison wurde sie zur besten Spielerin der Bundesliga gewählt. Und nun auch das: Wie schon im Vorjahr darf sich die gebürtige Kempenerin Deutschlands Handballerin des Jahres nennen. So zumindest haben die Leser der Fachzeitschrift Handballwoche entschieden. Seit 2014 spielt die 32-jährige Rückraumspielerin, die in der Schmiede der VT Kempen heranwuchs, nun schon im Ländle für die „TusSies“, wie der humorige Beiname des Teams lautet. Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt Loerper auch auf die Heim-WM im Dezember.

Sie sind von den Fans erneut zur Handballerin des Jahres gewählt worden. Was bedeutet Ihnen dieser Titel?

Anna Loerper: Es ist für mich eine große Ehre und Anerkennung. Die Leser der Handballwoche haben entschieden. Das heißt ja auch, dass in ganz Deutschland meine Leistung gesehen wird.

Bundestrainer Michael Biegler hat Sie zudem noch zur Kapitänin der Nationalmannschaft ernannt.

Loerper: Das ist eine Wertschätzung des neuen Bundestrainers. Es geht dabei auch schon um das Projekt für die Weltmeisterschaft 2017 im eigenen Land. Ich habe mich darüber sehr gefreut.

am 18. November 1984 in Kempen

Rückraum Mitte

Anna Loerper wohnte zunächst am Buttermarkt, später zog die Familie nach Kamperlings. Loerper besuchte das Luise-von-Duesberg-Gymnasium und spielte bis 2003 für die VT Kempen.

Dann schloss sie sich Bayer Leverkusen an. 2011 ging sie nach Dänemark spielte für Holstebro, ehe sie über den VfL Oldenburg (2013) im Sommer 2014 nach Metzingen kam.

Es ist bekannt, dass Sie Ihren Vertrag in Metzingen um zwei Jahre verlängert haben. Was sind Ihre Ziele?

Loerper: Im DHB-Pokal haben wir das Final-Four-Turnier schon erreicht und spielen im Halbfinale gegen den Thüringer HC. In der Liga liegen wir hinter Spitzenreiter Bietigheim zurück. Im Europapokal stehen wir im Viertelfinale (Heimspiel am Samstag um 19 Uhr gegen Nantes LA, d. Red.). Damit haben wir uns in der Top-Gruppe etabliert. Der Meistertitel ist natürlich ein Traum, aber andere Teams wie Bietigheim oder der Thüringer HC sind die Topfavoriten. Ich will der Mannschaft jetzt aber keine Last aufbürden. Ich will einfach die eigenen Ergebnisse übertreffen, gute Leistungen im Verein bringen, auch im Hinblick auf die Heim-WM.

„Die Familie und die Freunde sind meine Berührungspunkte. Es ist aber schwierig in Zahlen zu sagen, wie oft ich noch in Kempen bin.“

Wie blicken Sie auf die EM im Dezember zurück?

Loerper: Wir hatten erst ein halbes Jahr mit Trainer Michael Biegler zusammengearbeitet. Es war gleichzeitig der Startschuss für 2017. Der sechste Platz war ein sehr gutes Ergebnis. Mannschaftlich und sportlich haben wir uns gut entwickelt. Man hat gesehen: Ws tut sich was im Frauenhandball. Da steht ein Team auf der Platte. Die Arbeit Bieglers ist hervorragend. Er zeigt sehr großes Engagement, hat uns einen neuen Weg aufgezeigt.

Was ist das Ziel der WM 2017?

Loerper: Wir wollen durch das Turnier im eigenen Land mehr in den Fokus geraten. Es ist unser Wunsch nach Hamburg zu kommen. Das heißt: Mindestens das Halbfinale erreichen.

Sie waren über Weihnachten in Kempen bei der Familie. Wie oft kommen Sie noch zurück an den Niederrhein? Was schätzen Sie daran?

Loerper: Die Familie und die Freunde sind meine Berührungspunkte. Meine Schwester hat auch bei der VT gespielt, jetzt hat sie ein Kind bekommen. In dem Verein habe ich meine Jugend verbracht. Man sieht ehemalige Mitspielerinnen auch noch öfters. Das wird immer ein Bestandteil meines Lebens bleiben. Es ist aber schwierig in Zahlen zu sagen, wie oft ich noch in Kempen bin. Ich kann ja wegen des Sports immer nur kurzfristig an den Niederrhein kommen.

Haben Sie schon einen Plan für die Zeit nach Ihrer aktiven Karriere?

Loerper: Ich bin jetzt 32, habe ein Diplom in Sportökonomie-Management. Ich möchte nicht in den Trainerjob. Da habe ich keine Ambition. Neben dem Handball habe ich auch schon oft im Marketing in Firmen gearbeitet. Ehrlich gesagt, meine zweite Passion habe ich noch nicht gefunden, aber ich halte die Augen offen.

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