Seitdem die Talente des Ski-Klubs in der Halle in Neuss trainieren können, haben sich die Leistungen spürbar verbessert.

Skifahren
Vor allem die Technik lässt sich in der Ski-Halle in Neuss gut trainieren. Die Schnelligkeit trainiert der Rennkader des Ski-Klubs in den Alpen.

Vor allem die Technik lässt sich in der Ski-Halle in Neuss gut trainieren. Die Schnelligkeit trainiert der Rennkader des Ski-Klubs in den Alpen.

Das Rennteam des Ski-Klub Bayer Uerdingen trainiert im Winter fast an jedem Montag in der Ski-Halle Neuss. Fotos (2): Dirk Jochmann

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Vor allem die Technik lässt sich in der Ski-Halle in Neuss gut trainieren. Die Schnelligkeit trainiert der Rennkader des Ski-Klubs in den Alpen.

Krefeld/Neuss. „Jetzt zeig' mal einen richtig guten Lauf, Matthias!“ Unkonzentriertheiten bei seinen Schützlingen kann Christian Schmitt nicht leiden. Der Trainer des Rennkaders beim Ski-Klub Bayer Uerdingen steht wie so häufig an einem Montagabend am Kopf der Piste in der Skihalle in Neuss. Einen Teil der Piste hat der Krefelder Verein an diesem Wochentag alleine für sich. Für eines seiner größten Talente, Matthias Held, hat der 50-jährige Schmitt die Slalomstangen besonders eng gesteckt. Die Aufforderung zur Konzentration wirkt: Der Lauf ist nahezu perfekt.

Immer wieder muss Matthias Held mit dem Sessellift hinauf, um die 300 Meter lange Strecke hinabzufahren. Dem Vorurteil, das Training in der nicht sonderlich steilen Halle würde nicht sehr viel bewirken, entgegnet der Vater des Klub-Talents Pia Schmitt energisch. „Um beim Skilaufen die Technik zu trainieren, ist es egal, wie schnell ein Fahrer ist. Daher ist es durchaus sinnvoll, häufig hier in Neuss zu sein. Der einzige Unterschied zum Gebirge ist, dass man am Berg Fehler wegen der höheren Geschwindigkeit schneller sieht.“ In der Halle können Fahrfehler häufig kaschiert werden, am Berg eher nicht.

Etwa 20 Talente erhalten im Rennkader eine spezielle Förderung

Die Fahrt ins 30 Kilometer entfernte Neuss erspart den Krefeldern die lange Tour ins Sauerland oder gar in die Alpen. „Das ist eine deutliche Erleichterung für uns“, sagt Klaus-Jürgen Wolf, der Geschäftsführer des Vereins. Sein Vater Horst-Lothar war maßgeblich an der Gründung des Vereins 1955 beteiligt.

Was zunächst als Freizeitspaß gedacht war, entwickelte sich Anfang der 1970er Jahre mit der Gründung der Rennmannschaft zum ernsthaften Leistungssport. Rund 20 Talente werden in dieser Mannschaft durch gut ausgebildete Trainer gefördert. Chefcoach ist Ulrich Schubert und das seit fast 30 Jahren. Und das mit Erfolg: In Westdeutschland ist der Klub fast konkurrenzlos, in Vergleichen mit den süddeutschen Skifahrern können die Uerdinger in einigen Disziplinen mithalten.

Der Klub lässt sich die Ausbildung des talentierten Ski-Nachwuchses einiges kosten. Auf bis zu 20.000 Euro im Jahr summiert sich die Investition in die Zukunft, zum Beispiel für Material, Reisen oder Unterkunftskosten. Dennoch geht es nicht ohne die Unterstützung der Eltern, weiß Klaus-Jürgen Wolf. „Die jungen Ski-Fahrer benötigen pro Saison mehrere Paar Skier, zum Beispiel für Slalom, Riesen-Slalom oder Abfahrt. Da kommen schnell einige Euro zusammen.“ Dennoch solle dies potenzielle Skirennfahrer nicht davon abhalten, den Sport zu testen, meint der Geschäftsführer. „Es gibt immer Mittel und Wege, besonders talentierte Skifahrer zu fördern“, sagt Wolf Junior.

Pia Schmitt, Michelle Harzheim, Marc Schubert, Niklas Siegert, Adrian Jäger, Jan-Niklas Faßbender, Janina Siebert, Marius Hanten, Carolin Aulenbacher, Anna-Marie Weyland, Daniel Dickopp, Marie Dams, Felix Siegert, Fabia Rühlemann und Jan Weyland.
 

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