Trainer Mario Hofer nimmt beim Saisonfinale die Auszeichnung entgegen. Derbysieger gewinnt allein rund 660 000 Euro.

galoppsport
Mario Hofer (Mitte) vertrat Franz Prinz von Auersperg bei der Ehrung in Dortmund durch Verbandspräsident Albrecht Woeste (rechts) und Chefmanager Andreas Tiedtke.

Mario Hofer (Mitte) vertrat Franz Prinz von Auersperg bei der Ehrung in Dortmund durch Verbandspräsident Albrecht Woeste (rechts) und Chefmanager Andreas Tiedtke.

Klaus-Jörg Tuchel

Mario Hofer (Mitte) vertrat Franz Prinz von Auersperg bei der Ehrung in Dortmund durch Verbandspräsident Albrecht Woeste (rechts) und Chefmanager Andreas Tiedtke.

Krefeld. Beim Galopper-Saisonfinale in Dortmund wurden die erfolgreichsten Züchter, Besitzer, Trainer und Reiter des Jahres von Verbandspräsident Albrecht Woeste und Chefmanager Andreas Tiedtke geehrt. Während bei den Reitern die Zahl der Siege entscheidend ist, wird bei den Züchtern und Besitzern nach der Jahres-Gewinnsumme gewertet. Noch nie in der ereignisreichen Geschichte des deutschen Galopprennsports seit den ersten Rennen 1821 auf der Brander Heide in Aachen wurde ein Besitzer mit nur zwei Pferden Champion.

Dieses Kunststück gelang dem Krefelder Trainer Mario Hofer für den Stall Antanando des Prinzen Franz von Auersperg mit seinen Wohnsitzen in München, Berlin und auf Mallorca. Allein der Hengst Pastorius gewann durch die Siege im Deutschen Derby von Hamburg, im Dallmayr-Preis von München, dem Großen Preis von Berlin in Hoppegarten und dem vierten Platz in den King George VI. and Queen Elizabeth Stakes vor den Augen der Königin von England auf deren Rennbahn in Ascot insgesamt rund 660 000 Euro, wobei für das Championat nur die deutschen Rennpreise von insgesamt 477 500 Euro zählten. Für das Championat reichten zwölf Starts mit vier Siegen.

Die Stute Princess Li kostete nur 12 000 Euro

Einen Volltreffer steuerte der Pastorius-Bruder Point Blank bei. Die Mutter der beiden Pferde ist die Stute Princess Li, und sie hatte der Prinz vor einigen Jahren aus einem Verkaufsrennen in Mailand erworben. „Sie gefiel mir einfach. Und mit 12 000 Euro war sie auch nicht so teuer“, sagte von Auersperg.

Vorbesitzerin war die Filmproduzentin Susanne Porsche, die früher ihre Pferde gemeinsam mit dem verstorbenen Regierungssprecher und Springer-Journalisten Peter Boenisch besaß. Als sie von dem Transfer nach dem Rennen erfuhr, wollte sie die Stute zurückkaufen. „Aber ich habe sie nicht mehr rausgerückte“, sagte von Auersperg.

Während Pastorius und Point Blank im Union-Gestüt in Eitorf an der Sieg aufwuchsen, steht Princess Li jetzt auf den Koppeln des Gestüts Schlenderhan in Bergheim an der Erft.

„Wir werden mit Pastorius im Frühjahr beginnen. Er wird sicher auch zweimal in Deutschland laufen“, sagte Trainer Marion Hofer nach der Zeremonie. „So eine stimmungsvolle Ehrung habe ich selten erlebt. Und so schön habe ich die deutsche Nationalhymne noch nie gehört.“ Sie war live von der 25-jährigen Wuppertaler Sopranistin Annika Boos dargeboten worden.

Im Hofer-Stall steht mit der Stute Princess Honey weiterer Nachwuchs bereit. Schon nach dem Start in Ascot hatte der lebensfrohe Prinz mit seinem schillernden Umfeld verkündet: „Pastorius wird nicht verkauft. Deutschland braucht solche Pferde.“ Gebote hatte es reichlich gegeben. Franz von Auersperg weilte in der vergangenen Woche in Krefeld, um mit Mario Hofer den Jahresplan für 2013 zu besprechen. Hofer vertrat bei der Ehrung in Dortmund den auf Mallorca weilenden Prinzen.

Mario Hofer wird in diesem Monat mit den Pferden Smooth Operator und Theo Danon zum World Cup Carnival nach Dubai reisen, die Tochter Steffi dort betreut. Adrie de Vries soll sie im Rennen reiten. Zudem hat Hofer sechs Boxen beim Riviera-Meeting in Cagnes gemietet.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer