Nach einem außergewöhnlichen Eishockeyabend gab es lauter glückliche Gesichter.

Auch der Kapitän ist wieder in Fahrt gekommen: Herberts Vasiljevs zeigte sich beim entscheidenden Penalty nervenstark.
Auch der Kapitän ist wieder in Fahrt gekommen: Herberts Vasiljevs zeigte sich beim entscheidenden Penalty nervenstark.

Auch der Kapitän ist wieder in Fahrt gekommen: Herberts Vasiljevs zeigte sich beim entscheidenden Penalty nervenstark.

Andreas Bischof

Auch der Kapitän ist wieder in Fahrt gekommen: Herberts Vasiljevs zeigte sich beim entscheidenden Penalty nervenstark.

Krefeld. Noch Minuten nach der Ehrenrunde suchte der Kapitän nach Worten. Aber mehr als ein "unglaublich" und ein fast verständnisloses aber glückliches Kopfschütteln hatte Herberts Vasiljevs nach der Energieleistung seiner Rumpftruppe zum 5:4-Sieg gegen den seit sechs Spielen ungeschlagenen Tabellenführer Berlin nicht parat. Aber damit befand sich der Lette in guter Gesellschaft.

Denn auch die übrigen 2716 Besucher des König-Palastes fühlten wohl ähnlich. Zu schön ist es, wenn ein David - zudem noch ohne acht Stammspieler und trotz aller Rückschläge - einen schier übermächtigen Goliath in die Knie zwingt. "Hut ab. Das war einfach ein tolles Spiel mit einer tollen Leistung unserer Mannschaft", strahlte ein sonst nicht zur Euphorie neigender Geschäftsführer Wolfgang Schäfer.

Wohl wahr, wenn man sich nochmals den kuriosen Spielverlauf vor Augen führt. "Wir kämpfen uns auf 2:0 nach vorne, dann dreht Berlin das Ding, und wir sind 2:3 hinten. Da kommen wir zum 3:3 zurück, dann liegen wir wieder 3:4 hinten, kommen noch einmal zum 4:4 zurück und gewinnen noch. Einfach unglaublich", sagt Kapitän Vasiljevs und lobt die Moral seiner Kollegen. Dabei wäre es so einfach gewesen, nach dem ersten Rückstand aufzugeben. Bei acht Ausfällen hätte niemand den Pinguinen eine Schlappe gegen das Topteam der Liga verübelt.

Aber das Häuflein der letzten Aufrechten wählte den harten Weg - der alle bis aufs vielzitierte Zahnfleisch führte. "Ich bin stolz auf die Spieler, die haben heute jedes Fünkchen Energie aufs Eis gebracht und sind dafür belohnt worden", strahlte Coach Rick Adduono. Belohnt wurden sie übrigens auch von vielen Gegenspielern, die den völlig erschöpften Pinguinen nach dem Schlusspfiff ein anerkennendes Nicken unter Kollegen schenkten.

Rourke mit blitzgescheiten Pässen, und Kozhevnikov nutzt DEL-Chance

Ein Schlüssel zum Erfolg neben der eindrucksvollen Moral: Die Spieler wuchsen mit ihren Aufgaben. Allan Rourke beispielsweise, der als letzter verbliebener "Veteran" in der Abwehr mit blitzgescheiten Pässen und klugem Stellungsspiel die Führungsaufgabe übernahm. Oder Noteinkauf Michail Kozhevnikov, der auf dem besten Weg ist, seine Chance DEL eindrucksvoll zu nutzen.

Oder auch Kapitän Herberts Vasiljevs. Wahrlich kein Freund von Penaltys und sichtlich erschöpft stellte er sich zwei Mal dem Duell mit Berlins Keeper - und gewann. Trainer Adduono: "Das ist der Charakter eines Führungsspielers." Und dieser Kapitän gibt die Marschroute vor: "Wenn jetzt Spieler wieder in die Mannschaft zurückkommen, dann ist das toll. Aber wir haben gezeigt, dass wir uns auch ohne sie nicht verstecken müssen."

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