Die Länderspielpause kommt den Krefeldern gerade recht. Die Pinguine brauchen eine Pause. Denn Ermüdung macht sich lange vor den Beinen im Kopf bemerkbar.

Paul Albers (r.) liegt nach dem Duell mit dem Iserlohner Mark Ardelan am Boden.
Paul Albers (r.) liegt nach dem Duell mit dem Iserlohner Mark Ardelan am Boden.

Paul Albers (r.) liegt nach dem Duell mit dem Iserlohner Mark Ardelan am Boden.

Krefeld Pinguine

Raiko Gayk, Bild 1 von 2

Paul Albers (r.) liegt nach dem Duell mit dem Iserlohner Mark Ardelan am Boden.

Krefeld. Verkehrte Welt im König-Palast. Nach der letztlich verdienten 2:3-Heimschlappe der Pinguine gegen die Iserlohn Roosters stutzten die Beobachter der Pressekonferenz verdutzt – und lächelten. Denn alte Liebe rostet nicht. Iserlohns Doug Mason, lange und erfolgreiche Jahre an der KEV-Bande tätig, kommentierte die Chancen der Krefelder aus dem ersten Drittel, als wäre er noch Trainer der Pinguine.

 „Diese Chancen mussten einfach drin sein“, rutschte es dem Holland-Kanadier raus. Dass er dann selbst ob dieser Formulierung erschrocken hastig ein „aus meiner Sicht“ hinterher schob, sorgte für ein noch breiteres Grinsen bei den Umstehenden.

Im Gegenzug war auch Pinguine-Coach Rick Adduono die Sympathie für seinen letzten Klub überdeutlich anzumerken. Wenn schon Punkte abgeben, dann an Iserlohn, konnte man fast heraushören.

Dass nach dem offiziellen Teil Adduono im vertrauten Plausch mit seinem Iserlohner Ex-Assistenten Bernd Haake stand, die ansonsten ihn befragenden Krefelder Journalisten nun mit Doug Mason diskutierten – das letzte Spiel vor der Pause und den letzten sieben Begegnungen der Vorrunde der Deutschen Eishockey Liga (DEL) war eben anders.

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach

Nicht anders indes auf dem Eis. Denn dort setzte sich fort, was sich seit einigen Spielen andeutet. Die Pinguine brauchen eine Pause. Denn Ermüdung macht sich lange vor den Beinen im Kopf bemerkbar. Fehlt der Schaltzentrale die Energie, dann „klickt“ es etwas langsamer und unpräziser.

Das Zuspiel nur ein Grad zu steil, der Antritt eine Zehntelsekunde zu spät, der Puck nur einige Zentimeter zu weit vorn – schon erntet die mögliche Traumkombination mangels Timing ein enttäuschtes „Oh“ von den Rängen.

So geschehen in den beiden letzten Dritteln gegen Iserlohn, aber auch schon in den Endphasen der Spiele in den vergangenen Wochen. Besonders der erste Pinguine-Block kann die Trainingspause bis kommenden Sonntag gut gebrauchen.

67 der 128 Tore gehen auf das Konto von Pavlikovsky und Co. Der Kanadier Adduono befolgt da klar das alte kanadische Trainermotto: „Wenn es eng wird, dann müssen deine besten Spieler zeigen, dass sie die besten sind.“

Diese Chance gab Adduono dem Quintett reichlich. Und sie bedankten sich mit zahlreichen Siegtoren als Sahnehäubchen. Nur: Langfristig sorgt eine Ernährung von Sahnehäubchen allein für Vitamin-, sprich Punktemangel. Es muss auch mal Schwarzbrot sein. Vielleicht auch nur, damit die Sahne danach noch besser schmeckt.

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