Bei zwei Spielen in Folge war der 38 Jahre alte Kanadier die tragische Figur der Pinguine.

Nach zahlreichen kapitalen Fehlern empfiehlt Berater Rüdiger Noack Pascal Trepanier (Foto) eine Pause.
Nach zahlreichen kapitalen Fehlern empfiehlt Berater Rüdiger Noack Pascal Trepanier (Foto) eine Pause.

Nach zahlreichen kapitalen Fehlern empfiehlt Berater Rüdiger Noack Pascal Trepanier (Foto) eine Pause.

Krefeld Pinguine

Eibner, Bild 1 von 2

Nach zahlreichen kapitalen Fehlern empfiehlt Berater Rüdiger Noack Pascal Trepanier (Foto) eine Pause.

Krefeld. Es gibt kaum Spieler in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), die mehr Erfahrung haben als Pascal Trepanier. Aber als am vorletzten Tag des alten Jahres doch noch zwei Punkte gegen die Berliner Eisbären heraussprangen, obwohl der 38-jährige Abwehrspieler der Krefeld Pinguine mit einem üblen Bock einen Gegentreffer verursacht hatte, da dürfte Trepanier sich gefreut haben, wie schon lange nicht mehr. Denn der schussstarke Verteidiger steht bei den KEV-Fans mächtig unter Beschuss.

Verständlich, denn in den beiden letzten Spielen leistete er jeweils mit einem kapitalen Fehler die Vorarbeit zu einem Gegentor – und dies als von Trainer Rick Adduono auserkorene Säule der Abwehr.

Der Abwehrspieler zweifelt zu oft und versucht zu viel

Erstmals reagierte Adduono darauf, ließ seinen Landsmann über weite Strecken der Partie pausieren. Eine Bestrafung? Berater Rüdiger Noack fordert sogar noch mehr. „Man müsste Pascal mal eine Woche komplett vom Eis fernhalten. Der ist komplett entnervt und fertig. Der braucht wieder einen klaren Kopf, und dabei muss man ihm helfen.“ Nachvollziehbar, denn so unterirdisch, wie Trepanier derzeit spielt, ist er trotz aller Alterserscheinungen nicht. Beispiel Köln: Statt bei Überzahl den verunglückten Rückpass unbedingt stoppen zu wollen, hätte ein erfahrener Spieler mit klarem Kopf ihn eben durchrutschen lassen – besser ein Neuaufbau als eine Vorlage zum tödlichen Konter. Doch Trepanier zweifelt und versucht zu viel. Eine tödliche Kombination.

„Er versucht immer, sein Bestes zu geben“, kommentierte Rick Adduono jüngst die Leistung des Verteidigers, den er im Sommer unbedingt halten wollte. Doch Trepanier ist Täter und Opfer in einer Person. Denn auf seinem Rücken werden auch die personellen und konzeptionellen Fehler von Trainer und den anderen Verantwortlichen ausgetragen.

Wenn hinter den Top-Vier-Abwehrspielern allesamt absehbare Fragezeichen stehen (zwei 38-Jährige, ein arthrosekranker 36-Jähriger und ein seit Jahren chronisch verletzter US-Import), dann pokert man mit immens hohem Einsatz. „Bei Lawrence Nycholat haben wir derzeit verloren“, sagte Adduono über den von ihm gescouteten Abwehrspieler – noch bevor der wegen einer Gehirnerschütterung bis auf weiteres pausieren musste.

Verschärftes Training dürfte bei den Oldtimern das Gegenteil bewirken

Rüdiger Noack ist im Zwiespalt. „Eigentlich wollte ich im Februar einen Torhüter hierhin holen, nun wird es wohl ein Verteidiger.“ Einem Torhüter-Kandidaten musste Noack bereits absagen, denn Verteidiger Nycholat droht zu einem Dauerverletzten zu werden. „Aber wir können nicht nur mit sechs Verteidigern weiter machen, da uns ja auch Kyle Sonnenburg fehlt.“

Wenn diese Oldies dann noch als beste Überzahl- und Unterzahlspieler zusätzlich „ran“ müssen, dann ist das Desaster eigentlich vorprogrammiert. Denn mit zunehmendem Alter sinkt die Regenerationsgeschwindigkeit. Adduono vertraut (noch?) der Routine, installiert nur zögerlich die notwendigen entlastenden Alternativen, droht sogar mit verschärftem Training. Aber ob „Bleifuß“ wirklich die richtige Marschroute bei so vielen nicht „vollgasfesten“ Oldtimern ist?

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