Bei den Eisbären bestritt Rick Adduono vor 14 Monaten sein letztes Spiel für die Pinguine, am Mittwoch wird es ein wegweisendes.

Bei den Eisbären bestritt Rick Adduono vor 14 Monaten sein letztes Spiel für die Pinguine, heute wird es ein wegweisendes.
Pinguine-Trainer Rick Adduono hatte bisher nicht oft Grund zu jubeln.

Pinguine-Trainer Rick Adduono hatte bisher nicht oft Grund zu jubeln.

Archiv Andreas Bischof

Pinguine-Trainer Rick Adduono hatte bisher nicht oft Grund zu jubeln.

Krefeld. Es geht in hoher Schlagzahl weiter – für den neuen Chef Rick Adduono und seine Spieler. Am Mittwoch Berlin, Freitag Schwenningen. Vier Spiele in acht Tagen. Und der Ertrag soll bitte schön bald ein anderer sein, als in den beiden Premierenspielen Adduonos seit seiner Rückkehr. Zwei Niederlagen waren es, gegen Köln 1:3, gegen München 1:4. Die Heimseuche lässt grüßen und macht auch vor dem erfahrenen Kanadier nicht Halt. Vor Berlin gibt er die Parole aus: „Wir haben keine Chance, wir müssen punkten.“ Vor allem aber: „Wir dürfen kein Angst haben, zu verlieren.“

Dafür zumindest in Berlin ein gutes Pflaster und ein in der Erinnerung Adduonos besonderes. In der Hauptstadt betreute er am 1. November des vergangenen Jahres zum letzten Mal die Pinguine. Danach war die Zeit abgelaufen. 4:0 siegte er bei den Eisbären. Ein Abgang als Trainer mit einem Sieg kommt nicht aller Tage vor. Im ersten Spiel unter Franz Fritzmeier verloren die Pinguine in der Verlängerung mit 1:2, siegten in dieser Spielzeit Anfang Oktober unter Fritzmeier 3:1. In der Spielzeit 2014/15 gab es ein 3:4 n. P. sowie einen 6:4-Erfolg, in der Saison 2013/14 einen 4:2-Sieg und eine 1:3-Pleite. In Summe haben die Krefelder die letzten sechs Spiele in Berlin immer mindestens einen Punkt geholt.

Adduono: „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie Zeit bekommen“

Ob das allerdings mit der aktuell angebotenen Leistung zu realsieren ist, bleibt abzuwarten. Denn auch unter Adduono scheint nach zwei Spielen der Effekt des Trainerwechsels verflogen. Gegen München zeigten die Pinguine nur zwei akzeptable Phasen im Spiel – im ersten Drittel ab der Hälfte bis zum Fehler vor dem 1:3 (20.). Und nach dem nicht gegeben Tor (45.) bis zum 1:4 (52.).

Die Offensive funktioniert einfach nicht. Noch zögert Adduono mit der Umstellung der Reihen: „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie Zeit bekommen. Sie müssen Vertrauen in sich selbst finden. Das tun, was sie am besten können.“ Beide Treffer gegen Köln und München waren indes Powerplay-Tore. Bei fünf gegen fünf ist die Offensive so harmlos, aber lieblich wie der Klang eines Weihnachtsglöckchens. Das belegt auch die Schussstatistik gegen München. Nach dem ersten Drittel lautete sie 13:14 – am Ende 25:26. Im ersten Drittel also haben die Pinguine mehr aufs Tor geschossen, als in den beiden letzten Dritteln zusammen. München hat den Puck clever vom Tor weggehalten.

Eine offene Frage für Adduono ist noch die des Torhüters: Niklas Treutle der jetzt zwölf Spiele in Folge verloren, aber sein Premieren-Spiel für die Pinguine in Berlin gewonnen hat, scheint wenig Chancen auf einen Einstaz zu haben, nachdem er gegen München für Patrick Klein Platz machen musste. Sollte der Däne Patrick Galbraith wieder zwischen die Pfosten rücken, müsste ein Kontingentspieler auf die Tribüne. Kanadische Trainer nehmen allerdings nur ungern Nordamerikaner aus dem Team – sollte es so sein, dürfte es Mike Little oder Marc Mancari treffen.

Marco Rosa hat die Führung in der Minus-Wertung der Pinguine übernommen mit -19 vor Kyle Klubertanz mit -17. Dritter ist der Straubinger Tim Miller, danach folgen Dragan Umicevic und Marc Mancari mit je -15.

Daniel Pietta liegt mit 136 Schüssen an der Spitze der DEL vor Patrick Reimer (135).

Das Unterzahl-Tor von München zum 3:1 war das siebte Gegentor bei eigener Überzahl der Pinguine. Da ist nur Schwenningen schlechter (9).

Beim 1:4 gegen Meister München war die Reihe mit Mike Collins, Marco Rosa und Herberts bei den beiden ersten Gegentoren auf dem Eis. Eine Reihe zwei Gegentore in den ersten fünf Minuten – das ist ein bisschen viel des Guten.

288 Minuten und 49 Sekunden, also über 14 Drittel, sind die Pinguine ohne Torerfolg bei fünf gegen fünf auf dem Eis. Der letzte Treffer derart gelang Mikko Vainonen beim 2:5 gegen Mannheim, das zweite Tor war ebenfalls ein Überzahl-Treffer.

Das Spiel der Pinguine in Berlin können Sie bei uns im Internet im Liveticker ab 19 Uhr verfolgen unter wz.de/krefeld

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