Herbert Vasiljevs sieht die Pinguine aber nicht als Favoriten im Play-off-Viertelfinale.

Herberts Vasiljevs macht sich noch keine Gedanken über seine Zeit nach dem Eishockey.
Herberts Vasiljevs macht sich noch keine Gedanken über seine Zeit nach dem Eishockey.

Herberts Vasiljevs macht sich noch keine Gedanken über seine Zeit nach dem Eishockey.

Dirk Jochmann

Herberts Vasiljevs macht sich noch keine Gedanken über seine Zeit nach dem Eishockey.

Krefeld. Die Krefeld Pinguine haben als Dittplatzierte die Play-offs in der Deutschen Eishockey Liga erreicht. Wir sprachen mit dem Kapitän der Krefelder, Herberts Vasiljevs, der bereist seit 2005 für die Pinguine spielt.

Herr Vasiljevs, alle vier Spiele in der regulären Saison haben die Pinguine gegen Ingolstadt verloren. Was müssen Sie jetzt in den Play-offs anders machen?

Herberts Vasiljevs: Es ist unwichtig, wie die bisherigen Spiele gegen Ingolstadt gelaufen sind. Die Saison fängt jetzt quasi wieder neu an. Wir werden uns auf den Gegner vorbereiten, unsere Stärken herausarbeiten und sehen, auf was wir achten müssen. Es werden sicherlich wieder enge Partien. Jeder wird versuchen, seine Vorteile auszuspielen. Das Wichtigste ist, dass man viel Geduld hat, das hat man jetzt ja auch in den Pre-Play-off-Spielen gesehen. Du musst versuchen, die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten und dann konsequent deine Chancen nutzen.

Die Pinguine sind in dieser Saison eines der auswärtsstärksten Teams. Kann das in dieser Serie den Ausschlag geben?

Vasiljevs: Das ist sicher unser großer Vorteil. Denn wir haben immer im Hinterkopf, das wir jedes Spiel noch drehen können. Wir werden deshalb auch dann nicht nervös, wenn wir einem in Rückstand liegen.

Liegt die Favoritenrolle bei den Pinguinen?

Vasiljevs: Es hat wohl keiner erwartet, dass wir nach der Hauptrunde den dritten Platz belegen würden. Zwar müssen wir aufgrund des Tabellenstandes die Favoriten sein, aber das sind wir nicht, weil es schließlich gegen eine Mannschaft geht, die uns viermal geschlagen hat.

Welche Bedeutung kommt in den Play-offs der Tiefe im Kader zu, welche Bedeutung haben da die dritten und vierten Sturmreihen?

Vasiljevs: Ich glaube, gerade diese Blöcke können in einer solchen Serie letztlich die Entscheidung bringen. Wichtig ist zudem das Über- und Unterzahlspiel.

Welche Rolle spielen gerade die vielen jungen Spieler im Team?

Vasiljevs: Für die Jungen ist die Saison sehr positiv verlaufen. Sie haben sich ihre Eiszeiten redlich verdient. Dass man als 17- oder 18-Jährige so oft auf dem Eis steht, dass ist nicht bei allen Teams so. Es war aber für den Trainer auch einfacher, sie zu bringen, weil der Erfolg da war und so alle voller Selbstvertrauen ins Spiel gehen. Keiner erwartet, dass die Jungen für uns die Spiele entscheiden, dafür sind die ersten drei Reihen da. In den Play-offs werden sie vermutlich wenig Eiszeit bekommen. Da müssen wir ihnen aber den Eindruck vermitteln, dass sie auch dazu gehören, wenn sie nur auf der Bank oder auf der Tribüne sitzen, sie dann immer noch ein Teil der Mannschaft sind. Sie sind bereit und ehrgeizig und lernen dazu.

Wie wichtig war das Gastspiel von Christian Ehrhoff nicht nur für die Mannschaft, sondern gerade für die Entwicklung der Talente?

Vasiljevs: Christian hat uns sehr geholfen. Es ist super, einen solchen Spieler im Team zu haben. Ohne dass man etwas sagt, konnten die jungen Spieler sich von ihm viel abschauen – wie er was macht, wie er sich verhält. Sinan Akdag zum Beispiel macht vor einer Partie schon das gleiche wie Christian, der ein Mentor ist, der anderen den Rücken freihält. Er war ein Bonus für uns. Auch was die guten Zuschauerzahlen angeht, da hat Christian einen großen Teil beigetragen.

Sollten die Pinguine Meister werden, wird er dann zur Feier eingeladen?

Vasiljevs. Natürlich. Schließlich wollen wir ann jeden da haben, der uns geholfen hat. Als er zu uns kam, war er ja schon ein Star. Aber wir haben ihn erst zu einem Superstar gemacht, so dass er auch in Krefeld Sportler des Jahres geworden ist (lacht).

Warum sind die Pinguine in dieser Saison erfolgreicher als in der vergangenen?

Vasiljevs: Der größte und entscheidende Faktor ist, dass wir diesmal von großen Verletzungen verschont geblieben sind. Zudem hat uns im Vorjahr die Tiefe im Kader gefehlt, da waren die vielen Verletzungen für uns sehr schmerzhaft und schwer zu kompensieren. Wenn beispielsweise ein Boris Blank über einen längeren Zeitraum ausfällt, geht die Leistungskurve der Mannschaft automatisch weit nach unten. Da muss man dann die Jungen ins kalte Wasser werfen, aber das geht vielleicht nur ein oder zwei Spiele lang gut. In dieser Saison haben wir personell nachgelegt, haben uns auf der Torhüterposition und im Angriff weiter verstärkt. Da können wir auch den einen oder anderen Ausfall besser kompensieren.

Die Liga ist in dieser Saison so ausgeglichen wie selten zuvor. Gibt es einen Topfavoriten auf den Titelgewinn?

Vasiljevs: Das ist schwer zu sagen. Für jeden Play-off-Teilnehmer ist alles drin. Wir waren ja selbst in dieser Saison eine der Überraschungen. Auch 2003 hat die Pinguine kaum einer auf der Rechnung gehabt. Leichter als in den Vorjahren wird es aber trotzdem nicht.

Sie selbst haben vor wenigen Tagen Ihren Vertrag noch einmal um zwei Jahre verlängert? Wissen Sie schon, was sie nach Ihrer aktiven Karriere machen wollen?

Vasiljevs: Darüber mache ich mir jetzt noch überhaupt keine Gedanken. Bis dahin kann noch soviel passieren. Vielleicht stürzt ja ein Meteorit auf die Erde. In Russland ist ja schon einer runtergekommen.

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