Analyse: Finanzielle Sorgen, Imageverlust und Misserfolge machen den Krefelder Pinguinen zu schaffen.

Zu oft verließen die Spieler der Pinguine bisher als Verlierer das Eis.
Zu oft verließen die Spieler der Pinguine bisher als Verlierer das Eis.

Zu oft verließen die Spieler der Pinguine bisher als Verlierer das Eis.

Gayk

Zu oft verließen die Spieler der Pinguine bisher als Verlierer das Eis.

Krefeld. Die Krefeld Pinguine befinden sich in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) im freien Fall. Die sportliche Situation ist prekär wie lange nicht, und auch wirtschaftlich droht dem Klub ein dickes Minus zum Saisonende. Und als wäre das nicht schlimm genug, tobt hinter den Kulissen seit Wochen eine Schlammschlacht, die vorerst mit der Entlassung des Sportlichen Leiters Jiri Ehrenberger und des Rücktritts des Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Schulz ihren Höhepunkt fand.

Auslöser waren die von Schulz und Ehrenberger vorangetriebene Entlassung der beiden langjährigen Teamärzte, die einen Aufstand der Fans zur Folge hatten und für Missstimmung bei den Sponsoren sorgte. Ein Imageverlust, der das verbliebene Aufsichtsratsmitglied Helmut Borgmann sowie den Sprecher der Gesellschafter, Wilfrid Fabel, veranlassten, die Notbremse zu ziehen. Die Ärzte sind wieder an Bord, Fabel sucht in der Fankneipe den Dialog mit den Anhängern und versucht sich als Problemlöser. Baustellen hat er genug.

Immer weniger Zuschauer wollen die Spiele der Pinguine sehen

Denn die Pinguine sind auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Zwar beträgt der Rückstand auf den letzten Pre-Play-off-Platz nur vier Punkte, doch der Trainer könnte der Dritte sein, der seinen Posten räumen muss. Denn einher mit der Talfahrt geht ein drastischer Zuschauerschwund.

"Wenn Team und Trainer nicht in der Lage sind, die Zuschauer zurückzugewinnen, sind sie eine Fehlbesetzung", drohte Fabel. Soll heißen: Schon eine Niederlage heute im Derby bei den DEG Metro Stars, und Martin Jiranek ist seinen Job los. Das dritte Opfer, weitere werden folgen, sollten die Krefelder im Kampf um die Play-off-Plätze scheitern. Zwölf Spielerverträge laufen aus. "Es gibt es keine Ausreden mehr. Jetzt wird um neue Verträge und um neue Sponsoren gespielt", sagt Fabel. Angekündigte Sponsorenrückzüge, die schwachen Zuschauerzahlen, der wirtschaftliche Druck kommt von ganz allein.

Da kämen neue Gesellschafter mit Ideen und frischer Kraft recht. Denn nun muss auch Fabel eingestehen, dass angesichts des hohen Alters der Gesellschafter Nachwuchs Not tut. Doch da ist der Tenor: Kein frisches Geld für alte Strukturen. So ist der Entsorgungsunternehmer Bernd Schönmackers, der mit seiner Firma KMW schon Hauptsponsor war, seit einem Streit mit Schulz im Schmollwinkel. Der designierte Gesellschafter Thomas Stoffmehl forderte auch neue Strukturen und wurde von einigen Alt-Gesellschaftern abgelehnt.

Angekündigte Sponsoren-Rückzüge oder Kürzungen angesichts der Wirtschaftskrise, die teure Spielstätte König-Palast - all das fordert neue Ideen, ein Umdenken im Sportmarketing. Bislang war man stolz, die billigste und kleinste Geschäftsstelle aller DEL-Klubs zu haben. Aber ob da angesichts des Kampfes um Sponsoren und Kunden am richtigen Ende gespart wurde, darf getrost bezweifelt werden.

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