Bei der 3:6-Pleite gegen Nürnberg präsentiert sich das Team defensiv mit haarsträubenden Fehlern.

Eishockey
Der Gesichtsausdruck von István Sofron (r.) verrät, was sich Freitag im König-Palast abspielte – zögerlich, bedauernswerte Pinguine und energisch, entschlossene Nürnberger.

Der Gesichtsausdruck von István Sofron (r.) verrät, was sich Freitag im König-Palast abspielte – zögerlich, bedauernswerte Pinguine und energisch, entschlossene Nürnberger.

Andreas Bischof

Der Gesichtsausdruck von István Sofron (r.) verrät, was sich Freitag im König-Palast abspielte – zögerlich, bedauernswerte Pinguine und energisch, entschlossene Nürnberger.

Krefeld. Der Druck nimmt zu in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und die Krefeld Pinguine scheinen diesem nicht gewachsen zu sein. Im Kampf um die Play-off-Teilnahme erlitt der KEV gegen die Thomas Sabo Ice Tigers, die zuvor acht Auswärtsspiele in Folge verloren hatten, einen herben Rückschlag und verlor mit 3:6.

Nach dem vor allem in der Defensive überzeugenden Auftritt gegen die Kölner Haie am Dienstag, präsentierte sich das Team von Trainer Rick Adduono gegen die Tigers außer Rand und Band. War das erste Drittel der Schwarz-Gelben gegen Köln noch das Beste, was das Adduono-Team diese Saison gezeigt hatte, kam das Defensiv-Verhalten einem Offenbarungseid nahe – mit haarsträubenden Abspielfehlern und dilettantischen Patzern im Spielaufbau.

Evan Kaufmann (8./12.) und Leonhard Pföderl bedankten sich für die Einladung mit drei schnellen Toren. Pinguine-Torhüter Tomas Duba wurde von fast jeder seiner Verteidigerreihe im Stich gelassen. Was folgte, war ein wildes Eishockeyspiel der Krefelder, die durch Daniel Pietta auf Zuspiel von Mike Mieszkowski zwar den Anschlusstreffer erzielten (18.), doch im Gegenzug traf Möchel zum 1:4.

Durchatmen war bei den 4 777 Zuschauern im König-Palast angesagt. Und obwohl Marcel Müller – erneut nach Mieszkowski-Pass – im Mittelabschnitt das 2:4 gelang (32.), fanden die Krefelder nie zu einer spielbestimmenden Dominanz, eröffneten vielmehr mit ihrer Spielweise den Gästen reihenweise Konterchancen. So auch beim 2:5, als Steven Reinprecht allein vor Duba ins lange Eck traf.

Bediente Fans verabschieden das Team mit Pfiffen

Es wirkte, als hätten die Pinguine das starke Umschaltspiel der Nürnberger bei der Spiel-Vorbereitung nicht thematisiert. Trauriger Höhepunkt der Defensivleistung war das 2:6 durch Patrick Reimer, der ohne Körperkontakt vor Dubas Tor fuhr und per Rückhand traf. Müllers glücklicher Treffer zum 3:6-Endstand konnte die bedienten Fans nicht versöhnen, die ihre Mannschaft mit lautstarken Pfiffen verabschiedeten.

Tor: Duba (Klein), Abwehr: Sonnenburg, Weihager; St. Pierre, Fischer; Mebus, Hanusch; Faber, Angriff: Schymainski, Driendl, Sofron; Müller, Pietta, Mieszkowski; Beechey, Perrault, Hauner; Vasiljevs, Long, Courchaine

0:1 (7:23) Kaufmann (Nowak, Jaspers), 0:2 (11:32) Kaufmann (Klubertanz, James), 0:3 (12:40) Pföderl (Locke, El-Sayed), 1:3 (17:26) Pietta (Sonnenburg, Mieszkowski), 1:4 (18:58) Möchel (James, Wyman), 2:4 (31:39) Müller (Pietta, Mieszkowski), 2:5 (38:34) Reinprecht (Reimer, Ehliz), 2:6 (47:00) Reimer (Ehliz, Klubertanz), 3:6 (52:02) Müller (Mieszkowski)

Strafen Pinguine 2, Nürnberg 4

Schiedsrichter Brüggemann, Schütz

Zuschauer 4 777

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