Der Penalty von Mathias Trettenes war Zündstoff für eine Debatte – Tor oder kein Tor. Drei Punkte aus drei Auswärtsspielen.

Der Penalty von Mathias Trettenes war Zündstoff für eine Debatte – Tor oder kein Tor. Drei Punkte aus drei Auswärtsspielen.
Matthias Roos, Sportdirektor der Krefeld Pinguine.

Matthias Roos, Sportdirektor der Krefeld Pinguine.

Archiv Andreas Bischof

Matthias Roos, Sportdirektor der Krefeld Pinguine.

Krefeld. Er war das große Thema in den Sozialen Medien nach der 2:3-Penalty-Niederlage der Krefeld Pinguine in Wolfsburg. Tor oder nicht Tor – das war die strittige Frage. Für Schiedsrichter Stephan Bauer war der Fall klar. Für Trettenes auch. Pech nur, dass beide in der Bewertung auseinander lagen und einer von beiden die Hoheit über das Verfahren hatte.

Bilder belegen, dass der Puck eher doch im Tor lag

Das wird er auch behalten. Eine Tatsachenentscheidung. Richtig muss sie deshalb ja nicht immer zwingend sein. Und so sehen Trettenes und die Pinguine das heute auch noch. Aber sie lassen es gewähren. Sportdirektor Matthias Roos will die Angelegenheit nicht höher hängen als nötig, sagt zu einem möglichen Protest: „Was würde der bringen?“ Um gleich zu antworten: „Nix.“ Gleichwohl sieht er den Fall eindeutig. Schiri Bauer habe beim Studium des Videos nicht die notwendige Zeit aufgewendet, um die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Denn zu schnell war Bauer wieder auf dem Eis.

Ärgerlich war das vor allem deshalb, weil die Pinguine bei Wertung des Trettenes-Tor das Penaltyschießen gewonnen hätten. Denn vor dem Norweger hatte bereits Müller getroffen. Die Bilder beim Trettenes-Penalty belegen eher, dass der Puck im Handschuh hinter der Linie gewesen sein muss. Der vordere Teil des Handschuhs liegt nämlich auf der Linie. Die Szene wird sicherlich intern in der DEL noch Gegenstand von Bewertungen sein. So war es jedenfalls bereits bei einem weiteren Spiel in dieser Saison, in dem der Schiri ebenfalls das Video recht schnell anschaute – zu hastig.

Roos: „Wir haben ein bisschen zu viel Überzahl üben lassen“

Die Spielleitung meinte es ohnehin nicht richtig gut mit den Krefeldern und dem entsprechenden Strafmaß für Vergehen der Wolfsburger – wie in der Verlängerung beim üblen Stockschlag gegen Daniel Pietta, Markus Nordlund wird hinter dem Tor an der Bande gehalten, und Marcel Müller wird zwei Sekunden vor Spielende bei einem Alleingang von hinten der Schläger in die Kufen gesteckt. Da bremst Müller zwar auch selber bereits ab, kommt aber dennoch dadurch zu Fall – ein Penalty wäre da angemessen gewesen.

Das alles soll kein Feigenblatt für die entgangenen Punkte in Wolfsburg sein. Zumal Roos schon registriert hat, wann und wie die Zeitstrafen, die die Pinguine um die Punkte brachten, zustande gekommen sind. Ross sagt süffisant: „Ich weiß nicht, ob es eine Mannschaft in der Liga gibt, die mehr Zwei-Minuten-Strafen kassiert hat als wir.“ Das stinkt dem Sportdirektor, das müsse sich ändern. Roos: „Wir haben ein bisschen zu viel Überzahl üben lassen. Das ist ein Problem.“

Das Auswärts-Triple, die drei Spiele in Mannheim, Straubing und Wolfsburg haben die Pinguine im Ergebnis mit drei Punkten bestanden. Roos: „Es hätten auch fünf, sechs oder sieben Zähler sein können.“ Defensiv haben die Pinguine überzeugt, auch angesichts der personellen Ausfälle aktuell. Es geht um viele kleine Details, die nicht immer verinnerlicht sind. Ansonsten bedürfte es nicht mitunter lauter Ansprachen von Trainer Rock Adduono in den Drittelpausen. Roos sagt: „Wichtig ist, das wir uns stetig steigern, insgesamt positiv bleiben. Ob es mal lauter oder leiser ist, ist dann egal.“

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