Coach Rick Adduono will mit den Pinguinen die gute Ausgangsposition verteidigen und hofft auf neuen Vertrag.

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Er gibt seit rund dreieinhalb Jahren bei den Pinguinen die Richtung vor: Coach Rick Adduono

Er gibt seit rund dreieinhalb Jahren bei den Pinguinen die Richtung vor: Coach Rick Adduono

O. Behrendt contrast photoagentur

Er gibt seit rund dreieinhalb Jahren bei den Pinguinen die Richtung vor: Coach Rick Adduono

Krefeld. Die Pinguine gehen ohne Christian Ehrhoff in die entscheidende Phase im Kampf um die Play-off-Plätze in der Deutschen Eishockey-Liga. Im WZ-Interview äußert sich Coach Rick Adduono zum bisherigen Saisonverlauf, zu den Chancen der Pinguine im Titelrennen, der Entwicklung der Mannschaft und seiner persönlichen Situation.

Herr Adduono, Christian Ehrhoff hat das Team verlassen müssen. Was bedeutet das für den Rest der Saison?

Adduono: Wir werden alles dafür tun, die gute Ausgangsposition, die wir uns erarbeitet haben, zu verteidigen. Wir wissen aber auch, dass wir mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben müssen. Denn noch sind wir kein Championship-Team. Das wären wir erst, wenn wir den Titel gewonnen hätten.

Trotzdem sind Sie gezwungen, gerade in der Defensive und in den Special Teams umzustellen.

Adduono: Ja, auch weil uns jetzt Richard Pavlikovsky wegen einer Fingerverletzung rund zwei Wochen fehlen wird, uns deshalb nur sechs statt sieben Verteidiger zur Verfügung stehen. Deshalb müssen wir auch unsere Powerplay-Formationen verändern. Josh Meyers wird in der ersten neben Mitja Robar spielen und Sinan Akdag in der zweiten.

Viele Fans fordern, man müsste den jungen Spielern mehr Vertrauen und Eiszeit schenken. Wie sehen Sie das?

Adduono: Man muss denen nicht die Eiszeit schenken, sie müssen sich im Training die Eiszeit verdienen. In jedem Training aufs neue. Ich war mir beispielsweise bei Patrick Klöpper, Christian Kretschmann und Kevin Orendorz im Sommer sehr unsicher, ob wir mit dem Trio in die Saison gehen könnten. Wir hatten in der Vorbereitung daher sehr deutliche Gespräche. Sie haben alle verstanden, was ich jeden Tag von ihnen erwarte. Sie müssen mich jeden Tag beim Training davon überzeugen, dass sie unbedingt für die Pinguine spielen wollen. Und genau das haben sie umgesetzt. Kretschmann spielte sogar bei Überzahl – weil er es sich verdient hat im Training. Und Orendorz geht in jeden Zweikampf, weil er keine Angst hat, sich eine blutigen Nase zu holen.

Auf den Tribünen wird gefordert, man müsse die erfahrenen Cracks beauftragen, den Nachwuchs im Spiel zu führen.

Adduono: Das wäre schön und vielleicht langfristig auch gut, aber in einer Profiliga fast unmöglich. Man braucht Erfolg, solche gemischten Reihen dürften mit Blick auf die noch mangelnde Qualität der Kids eher schwächer werden. Das kann man sich nicht erlauben. Ich finde es besser, die jungen Spieler in einem Block zu bringen. Das passt besser. Und wenn ich auf deren Leistungen schaue, dann funktioniert das ganz gut.

Aber sie spielen meist nur zu Anfang.

Adduono: Man tut den Kids keinen Gefallen, wenn man sie in Situationen bringt, die sie noch nicht bewältigen können. Aber auch wenn sie sitzen, sagen wir ihnen immer wieder, dass je nach Spielverlauf jeder einzelne plötzlich wieder aufs Eis muss. Und diese Chance dann nutzen muss.

So wie es Andreas Driendl tat?

Adduono: Genau. Wir wussten, dass er auch in einer ersten Reihe spielen kann. Aber er hat nicht nur das bewiesen, als er für Daniel Pietta einspringen musste. Er hat auch bewiesen, dass er die beiden Mitspieler besser machen kann, dass er kein Mitläufer ist, sondern Akzente setzen kann. Das erwarte ich von meinen Spielern: Jeder muss so spielen, dass man ihn nachdrücklich bemerkt – ganz gleich ob durch Tore, Pässe oder kluge Abwehrarbeit.

Driendl ist einer der Spieler, die ins Blickfeld anderer Vereine gerückt sind. Erschwert das Ihre Arbeit und die Planungen?

Adduono: Ich will nicht sagen, dass das zur Belastung wird. Es ist doch immer so, dass sich die Spieler Gedanken um ihre Zukunft machen. Sie sind doch auch nur Menschen und wollen Planungssicherheit haben. Auch wir müssen ja so langsam unseren Kader für die neue Saison planen. Wichtig ist, dass man weiß, wenn man als Kern der neuen Mannschaft zusammenhalten muss.

Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Gibt es schon Gespräche mit Pinguine-Boss Wolfgang Schulz über eine Verlängerung?

Adduono: Wir haben schon gute Gespräche geführt. Aber noch ist keine Entscheidung gefallen. Ich kann nur sagen, dass es mir hier sehr gut gefällt. Ich fühle mich wohl in Krefeld, mir gefällt das Team, der Verein und die Stadt. Außerdem habe ich viele Freunde gefunden. Ich würde sehr gerne bleiben, denn ich glaube, dass ich bisher sehr gute Arbeit abgeliefert habe.

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