Als letzter Neuzugang in der laufenden Saison stieß mit Tim Miller ein hart arbeitender Stürmer zum Kader der Krefeld Pinguine. Der US-Boy mit deutschem Pass sorgte bei den Chicago Wolves in der AHL für Furore, konnte sich auch bei den Schwarz-Gelben schon in die Torschützenliste eintragen. Die kommenden Spiele haben es für ihn in sich: Innerhalb von drei Tagen trifft der 30-Jährige mit Straubing und Bremerhaven auf zwei Ex-Klubs.

Pinguine
Nicht nur vor dem Tor ist Tim Miller die erhoffte Verstärkung. Mit Adrian Grygiel und Christoph Gawlik bildet der US-Amerikaner eine gefährliche Sturmreihe, in der die Chemie stimmt.

Nicht nur vor dem Tor ist Tim Miller die erhoffte Verstärkung. Mit Adrian Grygiel und Christoph Gawlik bildet der US-Amerikaner eine gefährliche Sturmreihe, in der die Chemie stimmt.

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Nicht nur vor dem Tor ist Tim Miller die erhoffte Verstärkung. Mit Adrian Grygiel und Christoph Gawlik bildet der US-Amerikaner eine gefährliche Sturmreihe, in der die Chemie stimmt.

Wer vor den Toren Detroits im US-Staat Michigan aufwächst, kommt schnell mit Eishockey in Berührung. Zwar gibt es in der berühmten Autostadt auch andere Profiteams wie die Lions (American Football) und Tigers (Baseball), doch der Stolz der Stadt sind die berühmten Red Wings. Mit elf Stanley-Cup-Siegen sind die Wings das erfolgreichste NHL-Team aus den USA in der 100-jährigen Geschichte der Liga. Der letzte Triumph glückte den Wings in der Saison 2007/08 unter Kapitän Nicklas Lidström. Auch andere Eishockeyhelden wie Steve Yzerman und Pavel Datsyuk verbrachten ihre gesamte NHL-Karriere in Motown, wie Detroit auch genannt wird. „Die Sportler aus den Detroit-Teams waren als Kind meine Helden“, erinnert sich Tim Miller, der aus Davisburg stammt, das 80 Kilometer von Detroit entfernt liegt.

Da auch sein zwei Jahre älterer Bruder Eishockey spielte, schnürte Tim früh als Junge die Schlittschuhe, und Eishockey wurde seine große Leidenschaft. Nach starken Jahren in diversen Juniorenteams wurde Miller 2005 mit 18 Jahren in das Team der berühmten University of Michigan berufen. Vier Jahre spielte der 1,85 Meter große Außenstürmer für die Wolverines, das Eishockeyteam einer der renommiertesten Universitäten der Welt, die 1817 in Detroit gegründet wurde und seit 1841 in Ann Arbor beheimatet ist. „Das waren super Sportjahre für mich, in denen ich viel Großartiges erlebt habe“, erinnert sich Miller, der in den vier Jahren alle 166 Spiele für sein Team absolvierte.

Starke Scorerwerte in der AHL für Chicago

Genau wie der jetzige Iserlohner Travis Turnbull, mit dem er die komplette Zeit in der NCAA gemeinsam erlebte. Noch heute sind die beiden gut befreundet. Auch Mannheims Torjäger Chad Kolarik war drei Jahre Teamkollege von Miller bei den Wolverines. An einen weiteren Mitspieler erinnert sich Miller besonders: Max Pacioretty, seit drei Jahren Kapitän der Montreal Canadiens. Das Ausnahmetalent schaffte es nach nur einem Jahr in Michigan direkt in die NHL.

Miller bekam nach seiner Zeit in Michigan 2009 in der starken AHL bei den Syracuse Crunch einen Profivertrag und spielte anschließend zwei Jahre in der East Coast Hockey League bei den Gwinnett Gladiators. In 90 Spielen verbuchte er dabei starke 35 Tore und 71 Scorerpunkte. Auch bei seiner Rückkehr in die AHL, in der er drei Jahre (2011 bis 2014) für die Chicago Wolves auf Torejagd ging, sorgte der Außenstürmer für Furore. In der Saison 2011/12 gelangen ihm für die Wolves 19 Tore und 19 Assists in der zweitstärksten nordamerikanischen Profiliga. „Aus Chicago kommt ein Großteil meiner Familie. Da habe ich mich wohlgefühlt“, so Miller. Nach einer turbulenten Spielzeit 2013/14 mit insgesamt drei „Trades“ innerhalb der Liga entschied sich Miller, das europäische Hockey auszuprobieren.

Zumal er durch seinen Großvater Gustav Müller, der sich nach seiner Auswanderung Miller nannte, einen deutschen Pass bekommen konnte. Die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven bemühten sich um den kampfstarken Stürmer, der besonders in seinem zweiten Jahr an der Nordsee aufblühte. 18 Tore und 31 Scorerpunkte in 42 DEL 2-Begegnungen waren eine starke Ausbeute. Hinzu kamen 179 Strafminuten. „Die Schiedsrichter waren nicht immer meiner Meinung, was legale Checks waren“, sagt Miller lachend, der nach seinem Zwei-Jahres-Vertrag in Bremerhaven den nächsten Schritt in die DEL machen wollte und ein Arbeitspapier in Straubing unterschrieb. Nur wenige Wochen später gingen die Hamburg Freezers pleite, und sein bisheriger Klub Bremerhaven stieg in die DEL auf. Doppelt bitter für Miller, dessen Freundin aus Bremerhaven stammt und die in Hannover lebt. Nach einem Jahr in Niederbayern kam es in der laufenden Spielzeit zunächst zu einem kurzen Gastspiel bei den Dresdner Eislöwen in der DEL 2.

Dann folgte Anfang November der Anruf aus Krefeld. „Ich hatte schon im Sommer Kontakt mit den Pinguinen. Vor einigen Wochen hatte ich meinen Agenten gewechselt, und es hat mit dem Wechsel geklappt“, freut sich Miller, wieder in Deutschlands Topliga spielen zu können. „Meine Reihe mit Adrian Grygiel und Christoph Gawlik findet immer besser zusammen. Die Chemie stimmt“, so der Neu-Pinguin, der sich auf das Pinguin-Treffen in der DEL Anfang Januar freut: „Die Familie meiner Freundin kommt aus Bremerhaven. Das wird ein besonderes Spiel für mich.“

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