Die Mannschaft von Trainer Uwe Krupp ist diesmal gut aus den Startlöchern gekommen: Nach elf Spieltagen in der noch jungen Saison 2017/18 rangieren die Eisbären Berlin auf Platz zwei der Tabelle. Diesmal scheint die Mischung der neuen Führungsspieler aus Übersee und dem etablierten Kader besser zu funktionieren. Zudem hat der Klub-Besitzer, die Anschutz Entertainment Group, mehr Verantwortung beim DEL-Rekordchampion übernommen.

47 Eisbären Berlin - Krefeld Pinguine
Torhüter der Eisbären Berlin und Daniel Pietta

Torhüter der Eisbären Berlin und Daniel Pietta

samla.de

Torhüter der Eisbären Berlin und Daniel Pietta

Es war ein echter Paukenschlag im Februar dieses Jahres, was die Eisbären Berlin auf einer Pressekonferenz verkündeten: Die Los Angeles Kings, zweimaliger Stanley-Cup-Sieger in der nordamerikanischen Profiliga NHL, übernehmen die direkte Verantwortung für den sportlichen und wirtschaftlichen Bereich beim DEL-Rekordmeister der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Beide Klubs befinden sich im Besitz der Anschutz Entertainment Group. Luc Robitaille, geschäftsführender Präsident bei den Kings, übernimmt bei den Eisbären die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden. Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee wird direkt an Robitaille berichten.

Wie sich das alles auf den Kader des Eisbären ausgewirkt hat, ist aus der Distanz schwer zu beurteilen. Fakt ist, dass die Eisbären nach turbulenten Jahren, in denen es nicht immer rund lief, wieder in ruhigerem Fahrwasser gelandet sind. Zumindest ist das aus der aktuellen DEL-Tabelle abzulesen. Mit Platz zwei nach elf Spieltagen ist das Krupp-Team voll im Soll und prima aus den Startlöchern gekommen.

Nach der letzten enttäuschenden Spielzeit war rund um die Mercedes Benz-Arena ein größerer Schnitt vollzogen worden. Mit Darin Olver, Julian Talbot und Barry Tallackson mussten im Sturm einige altgediente Eisbären ihre Koffer packen. Auch die Verträge mit Alex Roach, Spencer Machacek, Kyle Wilson und Bruno Gervais waren nicht verlängert worden.

Neue Importe kommen gut aus den Startlöchern

Die neuen Eisbären mit kanadischem oder US-Pass, Danny Richmond (Mannheim), Blake Parlett (Zagreb/KHL), Sean Backman (Ontario Reign/AHL) und James Sheppard (Kloten/SUI), haben alle in ihrer Karriere bewiesen, echte Führungsspieler zu sein. Das Quartett zeigte in den vergangenen Jahren in ihren Klubs überdurchschnittliche Qualitäten. So verbuchte US-Boy Sean Backman (31) in der AHL im Trikot der Ontario Reign in der Spielzeit 2015/16 in 68 Saisonspielen satte 55 Scorerpunkte. Als Co-Kapitän seines Teams übernahm er zudem in der Kabine Verantwortung. Sein Start in der DEL - es istfür ihn die erste Station außerhalb Nordamerikas - ist jedenfalls geglückt. Mit zehn Scorerpunkten (fünf Tore) führt er momentan die Teamstatistik der Eisbären an.

Auch James Sheppard ist als echtes Schwergewicht zu bezeichnen. Der Vollblutstürmer kommt mit der Referenz und Erfahrung von 394 NHL-Spielen nach in die Bundeshauptstadt. Mit drei Treffern und starkem Einsatz trug der Kanadier zum guten Saisonstart der Eisbären bei.

Ein besonderes Fest wurde am vergangenen Montag in der Berliner Kabine gefeiert. Torhüter Petri Vehanen vollendete sein 40. Lebensjahr. Der Goalie gilt trotz oder gerade wegen seines Alters als großer Ruhepunkt in der Berliner Hintermannschaft.

Der Haudegen wurde vor sechs Jahren mit Finnland beim Turnier in der Slowakei Weltmeister und hütet seit 2014 das Tor der Eisbären. Zuvor hatte er in Finnland, Schweden, Norwegen, Italien und Russland jeweils in den Topligen agiert. 2010 holte er mit dem russischen Klub Bars Kazan den KHL-Titel.

Mit den wenigsten Gegentoren und der höchsten Fangquote der Liga hatte Vehanen großen Anteil am Erfolg. Auch beim letzten WM-Erfolg der Finnen hielt der Veteran wie von einem anderen Stern. Sein Gegentorschnitt von 1,24 Treffer und die Fangquote von 95,4 Prozent waren galaktisch.

Große Worte hat der Finne nie gemacht. Weder um seine Person, noch um seine Leistungen. Vehanen, der nach Nürnbergs Steven Reinprecht (41) zweitältester Spieler der Liga ist und auch im fortgeschrittenen Profialter noch immer als trainingsbesessen gilt, lässt lieber Taten sprechen.

www.eisbaeren.de

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