Die 4.041 Zuschauer bereuten den Besuch nicht. Sie sahen einen 4:3-Sieg gegen Berlin nach Penaltyschießen.

Krefeld. Dramatik pur im König-Palast: Die Krefeld Pinguine haben ihr Meisterschaftsspiel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Berliner Eisbären mit 4:3 (1:0, 0:1, 2:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen gewonnen, aber einen Punkt verschenkt.

46 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit lagen die Pinguine 3:1 vorne, mussten dann in den letzten Sekunden noch den Ausgleich hinnehmen. Im Penaltyschießen sicherte Pinguine-Kapitän Herberts Vasiljevs den Erfolg.

Trotz des warmen Wetters kamen mehr als 4.000 Besucher

So manchem dürfte im Vofeld angesichts eines schönen Herbsttages mit Temperaturen von mehr als 20 Grad Celsius die Entscheidung zwischen Biergarten und Eisstadion schwergefallen sein. Dennoch: Mehr als 4000 Besucher kamen in den König-Palast, und sie dürften es nicht bereut haben.

Die Erfolge der vergangenen Wochen scheinen sich langsam auch auf die Zuschauerzahl auszuwirken, selbst die Niederlage in Wolfsburg nahm man den Mannen von Rick Adduono offenbar nicht krumm. Im Gegenteil: Der Anhang ist mit dem Auftreten von Vasiljevs & Co. sehr zufrieden. "Ihr habt Krefeld den Stolz zurück gebracht, mit Wille und Leidenschaft", war in der Fankurve zu lesen.

Wille und Leidenschaft waren auch am Sonntag gefordert. Und das beherzigten die Gastgeber, die sich mit den Berlinern eine umkämpfte und vor allem temporeiche Auseinandersetzungen lieferten. Torchancen waren angesichts der offensiven Einstellungen beider Teams zwangsläufig. Die ersten hatten die Gäste, doch war Pinguine-Goalie Scott Langkow auf dem Posten.

Pinguine - Eisbären 4:3 (1:0, 0:1, 2:1, 0:0, 1:0)

Aufstellungen Krefeld Pinguine

Tor: Langkow (Kovacic)

Abwehr: Pavlikovsky, Milo; Akdag, Schopper, Koschevnikov, Zerressen

Angriff: Vasiljevs, Pietta, Blank; Hager, Stephens, Verwey; Tepper, Kelly, Endraß; Riefers, Driendl

Zuschauer: 4.041

Schiedsrichter: Vogl

Tore: 1:0 (12:25) Blank (Vasiljevs, Pietta), 1:1 (22:53) Weiß (Walser), 2:1 (47:19) Endraß (Driendl, Kozhevnikov), 3:1 (49:01) Blank (Pietta, Vasiljevs), 3:2 (59:14) Regehr (Pederson), 3:3 (59:52) Ustorf (Weiß)

Penalty: Vasiljevs

Strafzeiten: Pinguine: 10, Eisbären: 12 + 10 für Braun

Pinguine-Coach Rick Adduono: "Es ist immer ein Vergnügen gegen Berlin zu spielen, auch wenn die nur schwer zu schlagen sind. Wir haben ein perfektes Eishockeyspiel abgeliefert, bis auf die letzte Minute. Es gibt keine Entschuldigung dafür, denn jeder weiß, wie er sich in einer solchen Situation verhalten muss."

Das war auch sein gegenüber Rob Zepp, der gegen Riefers, Blank und Endraß einen Rückstand verhinderte. In der 13.Minute war auch er machtlos. Daniel Pietta bediente Boris Blank, dessen Rückpass nahm Herberts Vasiljevs direkt, von Zepp prallte der Puck zu Blank, der die Scheibe ins Tor bugsierte.

Die Intensität nahm weiter zu. Erst recht nach dem Ausgleich durch Weiß (23.). In ihrem Offensivdenken vernachlässigten beide Teams die Abwehraufgaben, doch dafür kamen die Zuschauer auf ihre Kosten. Sie sahen herzerfrischendes Eishockey, reichlich Torchancen und Traumkombination.

Wie etwa in der 25. Minute, als Patrick Hager Richard Pavlikovsky steil schickte, der quer auf Charlie Stephens legte, dessen Rückpass Hager direkt nahm, aber an Zepp scheiterte. Herberts Vasiljevs, Dusan Milo (31.), Marvin Tepper, Justin Kelly und Pavlikovsky (33.) hatten Möglichkeit auf Möglichkeit, doch ohne zählbaren Erfolg.

Es passte zu diesem Spiel, dass selbst die beiden Treffer durch Michael Endraß (48.) und Blank (50.) zum 3:1 nicht reichen sollten. Eine Minute vor Schluss nahm Berlins Coach Don Jackson seinen Goalie vom Eis. Mit sechs Feldspielern retteten sich die Eisbären durch Regehr (59:14) und Ustorf (59:46) in die Verlängerung. Dort konnten die Pinguine eine 5:3-Überzahl nicht nutzen.

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