Die Pinguine entzaubern den Ligazweiten mit 2:0. Stephens und Vasiljevs erzielen die Tore.

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Krefeld. Man kann nur hoffen, dass die Gesellschafter der Krefeld Pinguine GmbH das Derby Freitagabend gegen die DEG Metro Stars aufmerksam verfolgt haben. Denn was Leidenschaft, Teamgeist und bedingungsloser Rückhalt durch die Fans möglich machen, und wie Eishockey in Krefeld gelebt wird, das mussten die Düsseldorfer erfahren. Die Gäste waren chancenlos im vierten Aufeinandertreffen mit den Krefeldern, die selten in dieser Saison derart begeistern konnten wie beim 2:0 (0:0, 1:0, 1:0)-Erfolg über zugegebenermaßen äußerst harmlose Düsseldorfer.

Mehr als 7000 Zuschauer sorgen im König-Palast für Derby-Stimmung

Morgen bei den Kassel Huskies wird das Team von Rick Adduono im Kampf um die Pre-Play-off-Plätze allerdings wohl deutlich mehr gefordert. Endlich mal wieder war der König-Palast bestens gefüllt und die Stimmung vor dem rheinischen Derby dementsprechend. Mehr als 7000 erwartungsfrohe Fans mussten sich auch nicht lange gedulden, denn beide Teams gingen sofort zur Sache, die Partie nahm schnell Fahrt auf. Auch wenn die Gäste durch Collins, der nach einem Stellungsfehler von Benedikt Schopper die Latte des Tores von Scott Langkow traf (9.), die erste große Einschussgelegenheit hatten, im Grunde spielte lange Zeit nur eine Mannschaft: die Pinguine.

Furchteinflößend war es nämlich gerade nicht, wie sich die Düsseldorfer präsentierten, Angst konnte man eher um Pinguine-Goalie Scott Langkow haben, der Gefahr lief, kalte Füße und so eine kräftige Erkältung mangels Beschäftigung zu bekommen. So hätte man das Duell der Einfachheit halber Krefeld gegen Aubin nennen können. Denn der Schlussmann der DEG schien sich der Krefelder Übermacht als einziger entgegenstellen zu wollen, verhinderte im Alleingang den frühen Rückstand für pomadig wirkende Düsseldorfer.

Daniel Pietta hatte dreimal den Führungstreffer auf dem Schläger, fand jedoch entweder im kanadischen Goalie seinen Meister oder schoss wie in der zwölften Minute am leeren Kasten vorbei. Dass Aubin dabei die parierten Schüsse meist nur nach vorne abprallen ließ, blieb ohne Folgen, weil kein Krefelder vor dem Tor auf "Rebounds" lauerte. So waren auch die Schussversuche von Rob Globke (16.) und Roland Verwey (17.), die Aubin ebenfalls entschärfte, ohne Folgen für eine DEG, die große Probleme hatte, wenn sie von den Gastgebern bereits in der eigenen Zone unter Druck gesetzt wurde.

Und Probleme hatten sie lange, zumindest solange bei den dezimierten Pinguinen die Kraft reichte und sie die Konzentration hochhalten konnten. Dennoch, das erlösene 1:0 wollte einfach nicht fallen. Bis die Gastgeber ihr Glück förmlich erzwangen. Verwey scheiterte in zwei Versuchen, Michael Endraß, blieb ebenfalls zweimal an Aubin hängen, ehe Charlie Stephens die Scheibe in der 29. Minute humorlos in den Kasten drosch.

Krefeld Pinguine, Tor: Langkow (Kovacic) Abwehr: Kohzevnikov, Akdag; Rourke, Schopper; Grönvall, Cespiva; Angriff: Verwey, Stephens, Endraß; Vasiljevs, Pietta, Blank; Huebscher, Payer, Globke; Riefers Schiedsrichter: Jablukov Zuschauer: 7191 Tore: 1:0 (28:57) Stephens (Verwey, Endraß), 2:0 (51:28) Vasiljevs (Pietta, Blank) Strafminuten: Pinguine: 6; DEG: 2

Andreas Driendl, der erst in der nächsten Woche wieder einsatzfähig sein wird: Der Sieg war hochverdient. Wir haben die Düsseldorfer über 60 Minuten im Griff gehabt. Benedikt Schopper: Wir haben sehr hart gekämpft und das letzte aus uns herausgekitzelt. Wenn man Düsseldorf früh unter Druck setzt, ihnen keine Zeit lässt, machen die auch Fehler. Rick Adduono, Trainer der Pinguine: Ich bin stolz, wie meine Mannschaft heute aufgetreten ist. Sie hat alles getan, was nötig war, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Morgen in Kassel wartet schon das nächste schwere Spiel. Harold Kreis, DEG-Trainer: Die Krefelder haben über 60 Minuten sehr hart und konsequent gearbeitet und uns stark unter Druck gesetzt. Erst im letzten Drittel haben wir so gespielt, wie wir von Anfang an hätten spielen sollen. Wenn man keine Tore schießt, kann man schlecht gewinnen.

Wer geglaubt hatte, die DEG werde nun endlich wach, sah sich allerdings getäuscht. Die Krefelder drängten weiter, die Düsseldorfer Spieler schienen nur Staffage im nicht nachlassenden Angriffswirbel der Pinguine, die beim munteren Scheibenschießen einfach nur versäumten, den Puck ins gegnerische Gehäuse zu schießen.

Erst gut zehn Minuten vor Ende des letzten Drittel schienen sich die Metro Stars ein wenig aufzubäumen, doch diese Bemühungen machte der Paradeblock der Pinguine schnell zunichte. Kapitän Herberts Vasiljevs sorgte nach Zuspiel von Pietta für das vorentscheidende 2:0 (52.). Der Rest war Schaulaufen und die Freude über den dritten Shutout der Saison für Goalie Scott Langkow - wohl noch nie ist ihm einer so leicht gemacht worden.

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