Was die Pinguine vor der Saison angestrebt hatten, aber nicht realisieren konnten, ist durchs Engelages Ausfall Wirklichkeit.

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Dimitri Pätzold (l.) und Patrick Klein hüten aktuell das Tor der Pinguine.

Dimitri Pätzold (l.) und Patrick Klein hüten aktuell das Tor der Pinguine.

Dirk Jochmann

Dimitri Pätzold (l.) und Patrick Klein hüten aktuell das Tor der Pinguine.

Krefeld. Wenn der Trainer einen als frühes Weihnachtsgeschenk adelt, hat man offensichtlich alles richtig gemacht. Rick Adduono hielt diese verbale Verneigung vor dem Derby am Freitag bei der DEG für Dimitri Pätzold bereit. Dabei – spielen wird am Freitag Patrick Klein. Die Pinguine sind jetzt durch die Hintertüre dazu gekommen, was sie vor Saisonbeginn eigentlich angestrebt hatten. Aber nicht realisieren konnten. Ein deutsches Torhüter-Duo.

Es waren langwierige Überlegungen die Adduono und Sportdirektor Matthais Roos bewegten weit vor der Saison. Klar war, das Patrick Galbraith keine Perspektive auf eine Vertragsverlängerung hatte. Niklas Treutle sehr wohl. Der entschied sich dann aber für Nürnberg, seine Heimstadt. Die große Frage war: Wie wird das Tor dann besetzt – deutsch oder international. Mit oder ohne Lizenz.

Sportdirektor Matthias Roos: „Wir wollten ein deutsches Duo im Tor“

Ross bestätigt: „Wir wollten im Tor eigentlich keine Lizenz vergeben, ein deutsches Duo.“ Und nennt dann auch im Gespräch mit unserer Zeitung die Wunschformation: die Straubiger Dimitri Pätzold und Sebastian Vogl. Aber alle Bemühungen um eine deutsche Lösung scheiterten – wegen unterschiedlicher Anforderungen und Rahmenbedingungen auf beiden Seiten. Danny aus den Birken war zu teuer, blieb lieber in München. Chet Pickard gehört auch dazu, er ging aber nach Mannheim. Auch Gerald Kuhn wechselte den Club – von Bremerhaven nach Wolfsburg. Immerhin hatte Adduono seinerzeit Kuhn in die DEL geholt.

Die Hälfte der DEL-Clubs verzichten auf einen Torhüter mit Lizenz

Durch die langwierige Gehirnerschütterung von Andrew Engelage und die Notwendigkeit, auf dieser Position nachzulegen, arbeiten die Pinguine aktuell nun doch mit einem deutschen Duo zwischen den Pfosten. Und zur Überraschung – die aktuellen Zahlen dieser Spielzeit legen nahe, dass man im Tor nicht zwingend eine Lizenz einsetzen muss. Alle drei Pinguine-Torhüter mussten hinter der gleichen, wenig sattelfesten Abwehr spielen und haben sehr gleiche Werte.

Die Lizenz im Tor sparen – das macht immerhin die Hälfte der Liga-Clubs wie Nürnberg, Schwenningen, Ingolstadt, Wolfsburg, Mannheim, Augsburg und Iserlohn. Eine klare Nummer eins mit Lizenz haben Köln (Wesslau bzw. Peters nach der Verletzung von Wesslau) und Bremerhaven (Pöpperle).

Seit Pätzold da ist, spielt er öfter, Klein gewinnt dafür öfter

Eine zusätzliche Lizenz im Feld wäre für die Zukunft bei den Pinguinen eher Gold wert. Mit Müller und Pietta verfügt das Team über zwei herausragende deutsche Spieler, vergibt man die Lizenzen dann clever, hauptsächlich in den USA, könnte man mit fünf Lizenzen in der Verteidigung und vier im Sturm eine perspektivisch gute Mannschaft bauen.

Das sollte dann jemand angehen, der über die entsprechende Kenntnis am Markt verfügt. Das, so hat die Transferpolitik der vergangenen Jahre gezeigt, war nicht nachhaltig der Fall.

Aktuell hat Dimitri Pätzold im Duell mit Patrick Klein die Nase vorne. Seit dessen Debüt gegen Nürnberg hat der Ex-Nationaltorhüter von sechs Spielen fünf bestritten. Klein bekam einen Einsatz. Ironie des Schicksals: Keines seiner fünf Spiele hat Pätzold gewinnen können. Klein sein einziges sehr wohl – 4:1 in Augsburg. Und am Freitag bei der DEG mit Patrick Klein?

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