Durch den Wechsel des Stürmers nach Schweden sparen die Krefeld Pinguine viel Geld. Rückkehr bleibt trotz Vertrag offen.

Krefeld. Man kann es Rick Adduono ansehen. Verständnis für den Abgang von Marcel Müller hat er nicht. Doch das sagt der Kanadier auf dem Pressegespräch am Donnerstag vor der Abfahrt zum Auswärtsspiel bei den Augsburg Panthern nicht. Trotzdem lassen seine Worte erahnen, wie er sehr es den ehrgeizigen Kanadier wurmt, seinen mit 15 Toren zweitbesten Stürmer in einer Nacht und Nebelaktion zu verlieren. „Das machen nicht viele Vereine“, sagt Adduono und ergänzt: „Wir verlieren einen sehr guten Spieler, ebenso wie Kyle Klubertanz.“ Allein vor der Presse muss der Trainer erklären, dass es rein mathematisch noch möglich wäre, unter die besten zehn Mannschaften der Liga zu kommen und das solche Abgänge auch immer eine Chance für jüngere Spieler darstellen würden. Einen Umstand, auf den Adduono sicherlich gerne verzichtet hätte. Doch der Trainer musste sich den Vorgaben des Vereins beugen. Vorgaben, durch die die Pinguine in den kommenden Monaten viel Gehalt einsparen werden. Geld, das nach der zweiten enttäuschenden Saison hintereinander anscheinend an allen Ecken und Enden benötigt wird.

Zum Abschied wünscht Adduono Müller irgendwo zwischen Presseraum und den Büroräumen im König-Palast noch viel Erfolg in Schweden. Ob Trainer und Spieler sich in der kommenden Saison wiedersehen werden? „Wer weiß“, sagt Müller im Gespräch mit der WZ. Doch ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag bei den Schwarz-Gelben wird es zwischen ihm und den Pinguine-Verantwortlichen sicherlich noch Gesprächsbedarf geben. Offiziell heißt es in Müllers „Abschiedsstatement“, das der Verein am Donnerstag verschickt: „Mein Herz schlägt für die Pinguine, wir bleiben in Kontakt und werden auch über die kommende Saison 2017/18 noch sprechen.“

Fans kritisieren Verein für seine undurchsichtigen Äußerungen

Möglicherweise sind die bisher noch nicht gezahlten JanuarGehälter an die Profis auch ein Grund für den vorzeitgen Abschied Müllers. Viele Anhänger der Schwarz-Gelben äußern im Netz unter einem Abschiedsvideo des Stürmers ihren Unmut darüber, dass aus den Mitteilungen des Vereins nicht ersichtlich wird, ob der Stürmer nach dem Sommer noch einmal an die Westparkstraße zurückkehren wird. Ebenso viele zeigen Verständnis für den Schritt des Stürmers und wünschen ihm viel Erfolg in Schweden.

Dorthin brach der 28-Jährige am Donnerstagabend bereits auf. Vom Düsseldorfer Flughafen ging es über Amsterdam in seine neue sportliche Heimat nach Linköping. Seine Familie kommt nach. Beim aktuellen Tabellenvierten der schwedischen Liga trifft Müller, der bereits 2012/13 in Schweden für MoDo Hockey Örnsköldsvik auf Torejagd ging, auf die Ex-DEL–Spieler Garrett Roe und Ken Andre Olimb. „Ich bin gespannt auf die Aufgabe. Im Hinterkopf habe ich natürlich auch die Weltmeisterschaft, für die ich mich durch gute Leistungen empfehlen will“, berichtet Müller.

Auf Empfehlungen seiner noch verbliebenden Spieler hofft auch Rick Adduono in den verbleibenden fünf Spielen. „Das sind wir schon den Fans schuldig, denn sie zahlen viel Geld, um uns zu sehen.“ Die Gegenleistung dafür blieb in dieser Saison zu meist aus.

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