Dezernent Gregor Micus gibt die Hoffnung nicht auf. Land gibt den Städten fünf Jahre Zeit.

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Das Berufskolleg Vera Beckers könnte über eine Kooperation mit anderen Einrichtungen zu einer Sportschule werden. (abi)

Das Berufskolleg Vera Beckers könnte über eine Kooperation mit anderen Einrichtungen zu einer Sportschule werden. (abi)

Bischof, Andreas (abi)

Das Berufskolleg Vera Beckers könnte über eine Kooperation mit anderen Einrichtungen zu einer Sportschule werden. (abi)

Krefeld. Das Thema Sportschule für Krefeld schien bereits zu den Akten gelegt: Bei einer Umfrage der Verwaltung unter den Leitern der weiterführenden Schulen in Krefeld wollte sich keiner der Befragten an einer Bewerbung beim Land NRW für ein solches Projekt beteiligen (die WZ berichtete). Doch Sportdezernent Gregor Micus gibt die Hoffnung nicht auf. „Die Türe ist für Krefeld noch nicht zugeschlagen“, sagt Micus nach einem Gespräch mit Vertretern des Ministeriums am Dienstag hoffnungsvoll.

Oberste Priorität im Fachbereich Schule hat derzeit der Schulentwicklungsplan. „Das ist eine Mammutaufgabe für die Schulen und die Verwaltung“, betont der Dezernent. Wenn alles gut verläuft, könnte dieser im Sommer oder Herbst beschlossen sein. Danach, so die Hoffnung von Micus, haben die Direktoren wieder den Kopf frei für andere Dinge wie den Antrag für eine Sportschule.

Die Zahl der Sportschulen wird in mehreren Etappen ausgebaut

Das Land NRW will wie berichtet die Zahl der „Lehranstalten mit leistungssportlicher Ausrichtung“, wie es offiziell heißt, von derzeit fünf auf 18 ausbauen.

Das jedoch nicht auf einen Schlag, wie Micus weiß. „In den nächsten drei Jahren bis zum Schuljahr 2014/2015 sollen je Jahr drei Einrichtungen zu Sportschulen ausgebaut werden, in den beiden darauffolgenden Jahren je zwei“, erklärt der Dezernent. Bei etwa einem Jahr Vorlaufzeit, die für ein solches Projekt notwendig sind, bliebe demnach bis 2015 Zeit, einen Antrag beim Ministerium zu stellen – bis dahin ist der Schulentwicklungsplan in Krefeld auf jeden Fall abgearbeitet.

Besprochen hat Micus mit den Ministeriumsvertretern auch das Thema Kooperationen mehrerer Schulen. Wie berichtet, hatte sich Hedwig Schomacher vom Berufskolleg Vera Beckers mit einem solchen Vorschlag an den Oberbürgermeister und die Fraktionen gewendet. Das Problem: Das Vera Beckers verfügt nur über einen Oberstufenzweig, eine Sportschule müsste aber ab der fünften Klasse greifen.

Wesentliche Elemente der Sportschulen sind motorische Tests in den Jahrgangsstufen (JGS) 4 und 7 sowie verbindlich fünf Stunden Sportunterricht in der Woche in den JGS 5 bis 7 (mindestens eine Stunde pro Tag). Nachmittags folgen weitere Trainingsangebote. Ab Stufe 8 gibt es Klassen, in der ausschließlich Leistungssportler zusammengefasst werden. Durch Kooperationen mit Vereinen und Verbänden sollen Stundenpläne, Trainings- und Wettkampftermine abgestimmt werden.

„In Köln gibt es eine erfolgreiche Kooperation zwischen zwei Gymnasien, einer Realschule und einem Berufskolleg unter dem Titel ,Netzwerk sportbetonte Schulen’“ hat der Dezernent erfahren. Micus kann sich gut vorstellen, so etwas in Krefeld aufzubauen. Derzeit gebe es für eine solche Zusammenarbeit einen eigenen Fördertopf beim Land. Möglich sei jedoch, dass beide Konzepte in den nächsten Jahren zusammengeführt werden. „Ich bin daher dem Vera Beckers sehr dankbar, dass sich die Schule so positioniert hat“, sagt der Dezernent.

Für ein Leistungszentrum bleibt Zeit bis zum Jahr 2020

Auch beim Thema „Leistungszentrum Niederrhein“ mit Voll-Internat, in dem sämtliche Leistungssportler unterkommen könnten und das vom Stadtsportbund-Vorsitzenden Dieter Hofmann ins Gespräch gebracht worden ist, sieht Micus die Stadt auf einem guten Weg. Auch hier bleibe Krefeld noch viel Zeit, nämlich bis 2020. Ein solches Zentrum würde unter anderem von der Sportstiftung zu 85 Prozent gefördert.

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