Der Mannheimer Schlussmann weiß vor der Relegation um die Stärken des KFC Uerdingen, kennt aber auch die eigenen Qualitäten.

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Torhüter Markus Scholz spielt seit 2015 bei Waldhof Mannheim und scheiterte mit dem Klub zweimal in Folge in der Relegation.

Torhüter Markus Scholz spielt seit 2015 bei Waldhof Mannheim und scheiterte mit dem Klub zweimal in Folge in der Relegation.

AS Sportfoto/Binder

Torhüter Markus Scholz spielt seit 2015 bei Waldhof Mannheim und scheiterte mit dem Klub zweimal in Folge in der Relegation.

Mit einem lauten „Mahlzeit!“ betritt Markus Scholz die Geschäftsstelle des SV Waldhof. Der bestens gelaunte Torhüter, der am Donnerstag seinen 30. Geburtstag feiert, blickt auf zwei gescheiterte Anläufe zurück und freut sich auf das Duell mit dem KFC Uerdingen.

Herr Scholz, der Sprung in die Relegation ist geschafft. Danach sah es ja zwischenzeitlich nicht aus…

Markus Scholz: Das war natürlich das Ziel, das zwischendurch nicht absehbar war, weil wir einen gewaltigen Hänger hatten. Die Erleichterung ist umso größer, zumal wir es zeitig geschafft haben.

Der unvermittelte Trainerwechsel im Winter hat das Team nicht vom Weg abgebracht…

Scholz: Nein. Unabhängig davon, wer Trainer ist, haben wir eine gewisse Qualität in der Mannschaft. Man hat auch ein Maß an Eigenverantwortung. Das durfte uns nicht aus der Bahn werfen. Im Winter haben wir es geschafft, diese Qualität wieder auf den Platz zu bringen.

Können Sie diese Qualität auch gegen Uerdingen abrufen?

Scholz: Jetzt geht es zum dritten Mal in Folge in die Relegation - das ist schon eine besondere Situation. Klar, die Vorfreude ist da – aber ich persönlich gehe nach den letzten zwei Jahren mit einer gehörigen Portion Demut in diese Spiele. Erst einmal muss man der Mannschaft ein Lob aussprechen, dass wir es überhaupt wieder geschafft haben – und an die Fans, die uns dahingetragen haben. Wir wissen, was wir wieder für ein Faustpfand haben werden mit dem vollen Carl-Benz-Stadion. Auch auswärts werden Tausende mitkommen und uns hervorragend unterstützen.

Ist Trauma in Zusammenhang mit der Relegation ein böses Wort?

Scholz: Trauma würde ich das nicht nennen. Es sind schon schmerzhafte Erfahrungen, aber wir haben im Sommer wieder so viele neue Spieler dazubekommen, dass das keine große Rolle mehr spielen sollte. Und die, die das schon zweimal miterlebt haben – irgendwann hat man den Kanal voll und will es endlich packen. Jetzt erst recht.

Der SV Waldhof ist ja ein Stück weit das Symbol dieses verflixten Relegationsmodus’…

Scholz: Für die letzten zwei Jahre muss man ja sagen, dass wir eher Profiteur waren, weil wir als Zweiter noch reinrutschen durften. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn es gleich im ersten Jahr als Meister geklappt hätte. Die anderen Teams müssen aber auch da durch.

Die Fan-Begeisterung ist jedenfalls riesig, das Stadion fast ausverkauft. Das muss gewaltig pushen…

Scholz: Ich hoffe, dass wir ein bisschen Euphorie entfachen konnten und ein volles Stadion haben werden. Davon gehe ich aber fest aus. Wenn man auch auswärts gefühlt ein Heimspiel haben kann, ist das schon ein gewaltiges Plus.

Was spricht für diese Mannschaft?

Scholz: Wir haben einfach einen brutalen Zusammenhalt. Seitdem ich hier, haben wir es geschafft, jedes Jahr eine Truppe zusammenzustellen, die harmoniert - so etwas habe ich vorher noch nie erlebt. In gewissen Punkten sind wir vielleicht nicht die beste Mannschaft der Liga, aber wir machen das durch das Zwischenmenschliche und weil wir als Team auftreten wieder wett. Wir sind ein Team.

In den Vorjahren hatte der SV Waldhof mit Hanno Balitsch und Michael Fink große Namen im Kader, in diesem Jahr nicht. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil?

Scholz: Für den einen oder anderen kann das auch eine Befreiung sein, weil man sich selbst mehr in den Vordergrund rücken kann. Vielleicht kommt das ja in den nächsten zwei Wochen positiv zum Tragen.

Playoff-Gegner KFC Uerdingen hat mit Ex-HSV-Stürmer Maxi Beister und Trainer Stefan Krämer gleich zwei solcher Zugpferde.

Scholz: Unabhängig davon, wer dort Trainer ist, ist das eine für Regionalliga-Verhältnisse brutal gut aufgestellte Truppe. Von den Namen her hat das eigentlich nichts mehr mit vierter Liga zu tun. Sich gegen eine qualitativ so gute Mannschaft wie Viktoria Köln souverän durchzusetzen – das zeugt schon von einem gewissen Potenzial. Aber wir wissen auch, was wir können.

Was wird den Ausschlag geben?

Scholz: Kampfspiele werden es wohl so oder so. Ich glaube, alle Relegationsspiele haben gezeigt, dass es ganz schwer tagesformabhängig ist. Man kann nicht sagen: Eine Mannschaft ist so viel besser, die muss sich durchsetzen. Die Mannschaft, die die bessere Form und das Quäntchen Glück hat, wird es machen.

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