Drei Monate fehlte der Ex-Profi mit einem Sehnenabriss dem KFC Uerdingen. Trainer Pawlak lobt dessen Einstellung in der Reha.

Charles Takyi verletzte sich im ersten Saisonspiel, die Zeit des Wartens ist jetzt vorbei. Archiv
Charles Takyi verletzte sich im ersten Saisonspiel, die Zeit des Wartens ist jetzt vorbei. Archiv

Charles Takyi verletzte sich im ersten Saisonspiel, die Zeit des Wartens ist jetzt vorbei. Archiv

Bischof

Charles Takyi verletzte sich im ersten Saisonspiel, die Zeit des Wartens ist jetzt vorbei. Archiv

Krefeld. Während des Spiels sitzt Charles Takyi oft auf der Tribüne, kurz nach dem Spiel trifft man den 32-Jährigen schon wieder auf dem Feld. Er beobachtet, er spricht, er nimmt sich die Mitspieler zur Seite und gibt Ratschläge. So, als gehöre er irgendwie auch zum Trainerteam dazu.

Charles Takyi: „Ich hatte keine Erfahrung mit der Verletzung“

Der Ex-Profi ist immer hautnah dabei, wenn seine Mitspieler des KFC Uerdingen um Punkte und Ehren kämpfen. Gerne würde auch er wieder im Trikot des Oberligisten mitwirken. Noch aber sieht man den Mann aus der ghanaischen Hauptstadt Accra im feinen Mantel.

Seit Takyi sich im ersten Saisonspiel gegen Fischeln in der 28. Minute verletzt hatte, befindet sich der Mittelfeldspieler im Krankenstand. Der Grund: Sehnenabriss an den Adduktoren. Lange wusste man gar nicht, wie lange genau er fehlen würde. Takyi sagt: „Ich hatte keine Erfahrung mit der Verletzung. Die Reha läuft gut. Die Ärzte sind zufrieden. Es war keine OP nötig. Sonst wäre ich wohl noch länger ausgefallen.“

Seit Sonntag ist Takyis Leidenszeit vor. Am Sonntag stand er zum ersten Mal wieder auf dem Trainingsplatz. Der Ex-Profi, der mit Frau und Kind mittlerweile in Düsseldorf lebt, nimmt auch außerhalb des Platzes eine besondere Rolle ein. Seine Erfahrung, sein geschulter Blick.

Trainer Pawlak: „Er war jedes Spiel da, hält auch mal eine Ansprache“

Der 32-Jährige, der aus der Jugend von Tennis Borussia Berlin stammt und auch für die Junioren des FC Schalke spielte, ehe es ihn über Stationen wie den Hamburger SV, St. Pauli, Greuther Fürth oder die Vereinigten Arabischen Emirate zurück nach Berlin zog, weiß, worauf es ankommt. Das Lob von Trainer André Pawlak kann nicht größer ausfallen: „Er war jedes Spiel da, hält auch mal eine Ansprache. In der Reha hat er jeden Tag trainiert. Das ist absolut vorbildlich.“

Trotz der langen Pause ist er voll integriert. Takyi sagt: „Ich bin ein Teil der Mannschaft. Es ist wichtig, dass wir uns unterstützen und helfen, auch verbal. Ich habe den Blick von außen. Wir tauschen uns aus und wollen als Team besser werden.“

„Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, stehen wir am Ende oben“

Früher Profi-Liga, heute nur noch Oberliga. Dennoch stellt sich Takyi voll in den Dienst der Sache. Das ist nicht selbstverständlich, wie frühere „Star“-Auftritte beim KFC gezeigt haben. Mohamadou Idrissou oder Ailton hinterließen eher Fragen als Antworten. Takyi sagt: „Ich führe das Leben als Profi weiter. Ich lebe für den Fußball. Diese Einstellung entscheidet. Man denkt wie ein Profi.“

Auf diese Weise, weil der Deutsch-Ghanae immer wieder in seinen Körper hineinhört und das für einen Sportler „wichtigste Kapital“ pflegt, konnte die Ausfalldauer wohl um ein paar Wochen verkürzt werden. In zwei Wochen will der offensive Mittelfeldspieler, der variabel einsetzbar ist, wieder zum Kader gehören.

Zum bisherigen Abschneiden seiner Mannschaft sagt der Ex-Profi: „Man hat gesehen, dass Moral im Team steckt. Wir sind willig und auf einem sehr guten Weg. Wir wollen immer gewinnen und dürfen uns nicht auf Siegen und Erfolgen ausruhen. Wenn wir unsere Hausaufgaben weiter machen, werden wir am Ende oben stehen.“

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