Die sportliche Krise zeigt Wirkung. Weil Fans die Spieler attackieren, zieht der KFC-Boss Stadionverbote in Erwägung.

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Freude im KFC-Block in Siegen nach der Führung von Kofi Schulz. Später waren die KFC-Anhänger dann wieder mal bedient.

Freude im KFC-Block in Siegen nach der Führung von Kofi Schulz. Später waren die KFC-Anhänger dann wieder mal bedient.

samla

Freude im KFC-Block in Siegen nach der Führung von Kofi Schulz. Später waren die KFC-Anhänger dann wieder mal bedient.

Krefeld. Es ist momentan kein ganz leichtes Los, Anhänger des KFC Uerdingen zu sein. Elf Spiele in Folge gibt es nun schon keinen Sieg mehr zu feiern für die Getreuen unter den Blau-Roten-Fans. Die Mannschaft von Trainer Murat Salar taumelt in der Regionalliga-West nach wochenlanger Erfolglosigkeit bedrohlich nahe der Abstiegszone entgegen. Und so ist die eigene Anhängerschaft zusehends gespalten.

Lakis: Wie Spieler von den Fans beleidigt werden, ist beschämend

Viele KFC-Fans können nicht nachvollziehen, warum die Mannschaft nach der starken Hinrunde seit Wochen in solch einen Abwärtstrend geraten ist. Andere wiederum sehen die Ergebnisse der letzten Wochen nach dem Umbruch im Sommer als halbwegs normal an. Nach der 1:3-Pleite bei den Sportfreunden Siegen musste sich die Mannschaft gleichwohl herbe Fan-Kritik für einen erneut schwachen Auftritt gefallen lassen.

Einem missfiel das gewaltig. Und der ist Vorsitzender beim KFC. „Die Art und Weise wie hier Spieler von den eigenen Fans beleidigt werden, ist beschämend und nicht zu akzeptieren. Wir werden uns diese Woche beraten und dann Stadionverbote aussprechen“, sagte Lakis. Zudem beabsichtigt der Vorsitzende den Container des Supporters Club Krefeld (SCK) an der Grotenburg schließen zu lassen. „Wir können uns dieses Verhalten nicht bieten lassen“, sagte Lakis, der mit der Handykamera die KFC-Fans im Block filmte. „Seit eineinhalb Jahren veranstalten einige Fans Chaos bei uns.“

Beleidigungen unter der Gürtellinie will der KFC-Boss aus dem Fanblock nach dem Spiel vernommen haben. Trainer Murat Salar war zu dieser Zeit bereits in der Kabine, kehrte aber wieder zurück, als er mitbekam, dass Mannschaft und Fans am Zaun diskutierten.

Trainer Salar zeigt anders als der Vorsitzende Verständnis für Fans

Im Gegensatz zu Lakis kann Salar die teilweise harte Kritik der eigenen Anhängerschaft aber nachvollziehen. „Ich habe acht Jahre lang in der Türkei gespielt, da ist das, was hier passiert noch Micky Maus dagegen“, sagt Salar im Gespräch mit der WZ. Auch mögliche Stadionverbote oder anderweitige Sanktionen des Vereins gegen die Supporters hält der 38-Jährige für überzogen: „Die Leute, die uns hier kritisieren, sind doch auch die, die die Mannschaft ansonsten immer unterstützen."

Die Mannschaft zeigte Verständnis für das Verhalten der Fans. KFC-Kapitän Robin Udegbe sagte: „Die Leute fahren doch jede zweite Woche weite Wege und wurden zuletzt immer enttäuscht. Klar ist man verärgert, wenn man in so einem wichtigen Spiel wieder nicht gewinnt.“

Ob sich Präsident Lakis und der Club vor dem wichtigen Spiel gegen die U23 des VfL Bochum am Samstag Sanktionen gegen Teile der eigenen Anhängerschaft leisten können, werden die kommenden Tage zeigen müssen.

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