Die Finanzierung von acht Immobilien, die Ailton in Dortmund kaufen sollte, ist geplatzt.

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KFC-Vorsitzender Lakis ist auch Chef der Lakis Group, die mit Immobilien handelt. (Archiv

KFC-Vorsitzender Lakis ist auch Chef der Lakis Group, die mit Immobilien handelt. (Archiv

Lothar Strücken

KFC-Vorsitzender Lakis ist auch Chef der Lakis Group, die mit Immobilien handelt. (Archiv

Krefeld. Aílton Gonçalves da Silva - der Name des einstigen Bundesliga-Torjägers sollte das Symbol für einen sportlichen Aufschwung sein: In drei Jahren wollte der KFC Uerdingen nach den Vorstellungen seines Vorsitzenden Agissilaos Kourkoudialos, genannt Lakis, wieder in der dritten Liga spielen. Knapp fünf Monate später und um zahlreiche Enttäuschungen reicher, steht der Name des in die Jahre gekommenen Stürmers für ein weiteres unrühmliches Kapitel des einstigen Bundesligisten. Ailton ist auch Sinnbild für ein Geschäftsgebaren im Klub, in dessen Mittelpunkt der Vorsitzende zusehends in Bedrängnis gerät.

Lakis, der den Klub im Januar 2008 mit einer Finanzspritze vor der Insolvenz bewahrt hatte, hat, wie er am Montag gegenüber der WZ bestätigte, ein Modell entwickelt, nach dem die Spieler auch als Käufer von Eigentumswohnungen aus dem Immobilienbestand der Lakis Group auftreten. Die Firma des KFC-Vorsitzenden wirbt als Immobilienentwickler mit Transaktionsgarantie und auf der Internetseite auch sechs Jahre nach dem Abgang von Rudi Völler beim DFB immer noch mit dem DFB-Teamchef Völler, der sich "unserer Fachkompetenz bedient".

Das hat auch Ailton getan, als er vor Weihnachten mit viel Tohuwabohu am Niederrhein eingeflogen wurde. Mit der Vertragsunterschrift war auch ein Kauf von acht Eigentumswohnungen eines Wohnkomplexes in Dortmund mit insgesamt 160Einheiten verbunden. "Die Finanzierung hat aber nicht geklappt", sagte Lakis am Montag. Der Brasilianer ist mittlerweile zum großen KFC-internen Streitobjekt geworden. Ausstehende Gehaltszahlungen an ihn in fünfstelliger Höhe dementiert Lakis.

Gleichwohl habe der Ärger um Ailton auch zum Zerwürfnis zwischen ihm und dem Boss beigetragen, sagte der Geschäftsstellenleiter Lutz Spendig. "Es war mein Vorschlag, Ailton zu holen", sagte er. "Ich habe aber keine Verhandlungen geführt." Am Donnerstag hatte Spendig gekündigt.

Das Geschäftsmodell wird als Altersvorsorge offeriert

Ailton ist allerdings nur der größte Baustein in Lakis’ Geschäftsidee. Fast alle vom Griechen im Winter verpflichteten Spieler - Bastian Pinske, Erhan Albayrak, Kosi Saka, Ersan Tekkan und Christian Alder - haben auch Eigentumswohnungen aus von Lakis vermittelten Immobilen erworben. "Fünf Spieler haben Immobilien gekauft", sagt Lakis.

Montagmorgen folgte die erste Reaktion auf das Sommertheater beim KFC. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates,Stefan Kaiser, erklärte seinen sofortigen Rücktritt vom Amt. "Aus beruflichen und persönlichen Gründen kann ich zu meinem Bedauern nicht mehr länger als Funktionsträger mitwirken", schreibt Kaiser in einer Presseerklärung. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich in dem Verein noch positiv etwas bewirken kann. Es gibt im Klub Bestrebungen und Eitelkeiten, die ich nicht mehr mittragen möchte", sagte der oberste Vereinsaufseher der WZ. Lakis fühlte sich damit nicht angesprochen. "Aber wir haben im Verwaltungsrat zwei Gruppierungen", räumte er ein.

Das Geschäftsmodell wird den Spielern als Altersvorsorge offeriert. Insgesamt soll das Volumen 22 Wohnungseinheiten umfassen, neben Dortmund noch in Düren und Iserlohn. Mittlerweile habe er auch Objekte in Krefeld und Duisburg im Angebot, sagte Lakis.

Abwehrspieler Pinske kaufte mit seiner Frau zwei Wohnungen. "Das ist eine gute Altersabsicherung", sagte er der WZ. Kosi Saka und Ersan Tekkan arbeiten mittlerweile als Agenten für Wohnungsverkäufe. Ein Mitglied aus dem Verwaltungsrat bestätigte, dass Lakis das Gremium informiert habe, "in geeigneten Fällen private Geschäfte mit dem Verein nahestehenden Personen" abzuschließen.

Die am Wochenende von Lakis initiierte Aufräumaktion auf der Geschäftsstelle wegen angeblich unkorrekter Buchführung entpuppte sich am Montag als Sturm im Wasserglas. Lakis sprang dem attackierten Geschäftsstellenleiter zur Seite. "Es soll nicht der Eindruck aufkommen, dass Spendig Geld unterschlagen hat. Er hat aber Geld ausgegeben, wobei er mich hätte fragen müssen", stellte Lakis klar. "Ich habe nie etwas getan, was vom Vorstand nicht genehmigt wurde", sagte Spendig.

Lakis bestätige auf Nachfrage den Eingang einer Rechnung von rund 26.000 Euro. Dabei handele es sich um eine Steuerforderung. "Wir prüfen das gerade. Meiner Erkenntnis nach ist sie aber zu hoch. Wenn sie berechtigt ist, bezahlen wir natürlich."

 

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