Die Krefelder gewinnen vor 3802 Besuchern gegen den Spitzenreiter Viktoria Köln mit 4:2. Kölner Auswechselspieler rennt aufs Feld und klärt auf der Linie.

NRW-Liga
Der KFC-Spieler Jan Pirschel (r.) im Duell mit dem Viktoria-Spieler David Müller.

Der KFC-Spieler Jan Pirschel (r.) im Duell mit dem Viktoria-Spieler David Müller.

Rainer Dahmen

Der KFC-Spieler Jan Pirschel (r.) im Duell mit dem Viktoria-Spieler David Müller.

Köln. Wer hätte das für möglich gehalten? Mit einer Klasse-Leistung hat der KFC Uerdingen den Spitzenreiter und designierten Aufsteiger Viktoria Köln mit 4:2 geschlagen und damit im Aufstiegskampf der Fußball-NRW-Liga ein Ausrufezeichen gesetzt.

Der hohe Favorit FC Viktoria, der mit einem Sieg den Sprung in die Regionalliga perfekt machen wollte, begann gefällig im Zusammenspiel, aber auch ohne gefährliche Szenen vor dem Uerdinger Tor. Dem KFC war die Extra-Portion Motivation deutlich anzumerken, nahm jeden Zweikampf an, kam aber in Durchgang eins ebenfalls nicht zu nennenswerten Gelegenheiten.

Ersan Tekkan gleicht per Freistoß aus, Jochen Höfler zeigt seine Klasse

Beim Gegentor durch Mike Wunderlich zeigte sich dann aber die Klasse der Kölner. Der 26-Jährige wurde steil geschickt, umkurvte KFC-Keeper Manuel Lenz und schob ein (21.). Doch die Gäste ließen den Kopf nicht hängen, spielten weiter, wie bereits in Siegen, defensiv konzentriert. Mit 1:0 ging es in die Kabinen des mit nur 3802 Zuschauern besuchten Stadions.

Nach der Pause sorgte der KFC dann für einen Paukenschlag. Ein direkter Freistoß des Kapitäns Tekkan landete im Kölner Netz. Viktoria-Keeper Poremba hatte den Aufsetzer nicht halten können (47.). In der Folge spielte der KFC nun couragierter nach vorne. Die optische Überlegenheit der Kölner aus dem ersten Durchgang war dahin. Erst wackelte der unsicher wirkende FC-Torwart Poremba erneut, als ihm Saban Ferati den Ball an der Strafraumgrenze abluchste. Emrah Uzun konnte den Ball aber nicht im Kölner Gehäuse unterbringen. Offensiv lief bei den Gastgebern nicht mehr viel zusammen. Doch der KFC witterte nun seine Chance.

Trainer Jörg Jung brachte Stürmer Jochen Höfler und wurde belohnt. Der Eingewechselte ließ zunächst einen Verteidiger aussteigen und sah dann im Zentrum Emrah Uzun, der diesmal den Ball im Tor unterbrachte – die etwa 500 Schlachtenbummler waren aus dem Häuschen. Als dann in der 76. Minute Marius Schultens per Kopf nach einem Freistoß den Ausgleich markierten, kamen die Viktoria-Fans allmählich wieder in Feierlaune. Doch mit dem nächsten Angriff schlug der KFC wieder zurück. Jochen Höfler machte es diesmal selbst, zog nach innen und schoss ein. Viktoria war von der Rolle. Dann war Orhan Özkaya auf und davon, doch sein Ball wurde von einem Auswechselspieler (!) auf der Linie geklärt. Das gab es in der langen Fußballhistorie wohl noch nie. Nach Roter Karte für den FC und dem anschließenden Schiedsrichterball blieben die Kölner fair, Özkaya durfte zum 4:2 einschieben (79.).

KFC: Lenz - Pirschel (46. Yavuz), Nimptsch, Klitzsch, Celik -- Saka, Hoffmann, Özkaya, Tekkan, Ferati (66. Höfler) - Uzun (89. Ugur)

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