Was der Aufstieg für den KFC bedeutet – Fernsehgeld wird in die Kasse gespült, Duelle mit Traditionsclubs, aber auch weite Fahrten.

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Robert Müller hat beim KFC unterschrieben.

Robert Müller hat beim KFC unterschrieben.

Auf dem Großmarkt feierten die Fans mit der Mannschaft nach deren Rückkehr aus Mannheim bis tief in die Nacht hinein.

KFC, Bild 1 von 2

Robert Müller hat beim KFC unterschrieben.

Krefeld. Auch wenn die Spielwertung für das Rückspiel Waldhof Mannheim gegen KFC Uerdingen nach dem Abbruch noch aussteht – der Aufstieg in die 3. Liga ist fix. Die Krefelder führten bis zur 82. Minute mit 2:1, ehe Querulanten aus dem Mannheimer Fanblock mit dem andauernden Abbrennen von Feuerwerk den Spielabbruch provozierten. Die Polizei spricht von 45 Verletzten rund um die Partie. Das DFB-Sportgericht muss entscheiden. Die 3. Liga bedeutet Profifußball pur. Allerdings ist die höchste vom DFB geführte Spielklasse - Bundesliga und 2. Liga laufen unter dem Dach der Deutschen Fußball Liga (DFL), kein Hochglanzprodukt, verspricht aber viel Tradition, Erinnerungen und weite Wege. Ein Überblick.

Die Mannschaften

20 Teams gehören der Liga an. Drei Absteiger, zwei Aufsteiger in Liga zwei, ein Relegationsplatz. 1038 Tore fielen in der abgelaufenen Saison, 2,7 Tore pro Spiel. Namhafte Clubs versammeln sich ab Ende Juli in dieser Klasse. Neben Energie Cottbus, dem Karlsruher SC, 1860 München, Hansa Rostock oder Preußen Münster werden künftig auch die Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig teilnehmen. Viel Tradition, viel Geschichte, aber auch viele finanzielle Nöte und Zwänge, die die früheren Clubs aus der Belétage in die Dritte Liga geführt haben. Im Chemnitzer FC und RW Erfurt mussten in der angelaufenen Spielzeit gleich zwei Vereine den Antrag auf Insolvenz und stiegen ab.

Fernsehgelder

In der abgelaufenen Saison schüttete der DFB 12,8 Millionen Euro an Fernsehgeldern an die Clubs aus – ausgenommen die U 23 von Werder Bremen, da der Bundesligist bereits Fernsehgeld bekommt. Das macht 711 111 Euro pro Verein. Für einen bundesweiten Profibetrieb, den die Liga verspricht, ist das wenig. Die Telekom zeigt alle Spiele live, zudem sieht man ausgewählte Top-Spiele am Samstagabend in der Sportschau. Für die kommende Saison sollen die Einnahmen aus den Fernsehgeldern sogar leicht steigen.

Zuschauer

Welten lagen in der vergangenen Saison zwischen dem Meister 1. FC Magdeburg – 18207 Zuschauer pro Spiel – und Absteiger Werder Bremen U23 – im Durchschnitt 854 Besucher in 16 Heimspielen, drei Topspiele ausgenommen. Die SG Sonnenhof Großasbach kommt auf 1962 Zuschauer pro Heimspiel. Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 pendelt die durchschnittliche Zuschauerzahl der 3. Liga zwischen 5000 und 7000 Besuchern.

Kosten/Nutzen

Weite Fahrten, ein teurer Spielbetrieb mit Berufsfußballern, aber wenig Ertrag. So lässt sich das Kosten/Nutzen-Verhältnis zusammenfassen. Mäzene und Gönner sind daher gerne gesehen, die das ermöglichen. KFC-Chef Mikhail Ponomarev spricht daher auch vom Fernziel 2. Liga – da, wo sich der Fußball finanziell wieder selbst tragen soll.

Kader

Für den KFC Uerdingen steht zumindest kein Austausch der kompletten Mannschaft an – wie vor einem Jahr. Auf der einen oder anderen Position aber gibt es Nachholbedarf. Erste Zugang ist Robert Müller, 31 Jahre alter Innenverteidiger, der bislang beim VfR Aalen in der 3. Liga spielte. Müller, 1,87 Meter groß, kommt auf zahlreiche Einsätze in der 3. und 2. Liga, spielte u. a. bei Hansa Rostock, Hertha BSC und Holstein Kiel. Für die rechte offensive Seite hat sich über die Saison keine Stammkraft herauskristallisiert. Die größere Torgefahr ging über die linke Seite aus, mit Oguzhan Kefkir und Dennis Chessa. Interesse soll der KFC an dem Mannheimer Andreas Ivan haben.

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