Der Erfolg des Oberligisten ist eng mit dem Namen Eric van der Luer verbunden.

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Nicht nur auf dem Fußballplatz will Eric van der Luer den KFC Uerdingen voranbringen.

Nicht nur auf dem Fußballplatz will Eric van der Luer den KFC Uerdingen voranbringen.

Dirk Jochmann

Nicht nur auf dem Fußballplatz will Eric van der Luer den KFC Uerdingen voranbringen.

Krefeld. Eric van der Luer ist der dritte niederländische Trainer des KFC Uerdingen, nach Henk ten Cate (später Pokalsieger und Vizemeister mit Ajax Amsterdam) und Jos Luhukay (heute Hertha BSC Berlin).

Genau wie seine beiden Landsmänner hätte der 47-Jährige zweifelsohne die fachliche Qualität für höhere Aufgaben, doch momentan fühlt er sich beim KFC Uerdingen pudelwohl. Hier kann er viel bewegen und seine Vorstellungen freier als in einem Profiverein in die Tat umsetzen, wie er in Gesprächen gerne immer wieder andeutet.

Seine Tätigkeit beschränkt er dabei nicht nur auf die überaus erfolgreiche Arbeit auf dem Trainingsplatz und bei den Spielen des Oberliga-Teams. Er will helfen, die Strukturen des Vereins zu verbessern, um langfristig erfolgreich zu sein. Dazu gehört die Idee, ein neues Stadion für den KFC Uerdingen zu bauen. Van der Luer beschaffte sogar den dazu notwendigen potenziellen Investor.

Fast seine gesamte Profikarriere verbrachte er beim selben Verein

„Ich will nicht jetzt gelobt werden, sondern lieber in zehn Jahren genannt werden“, sagt der Niederländer. Als sein Vorbild für kontinuierliche Arbeit in Deutschland nennt van der Luer Werder Bremen, auch wenn er spätestens seit seiner Entlassung als Co-Trainer bei Alemannia Aachen weiß, dass es im Trainergeschäft schnell gehen kann. Trotzdem kennt er Treue im Fußballgeschäft: „Ich bin nicht einer, der schnell den Verein wechselt, vor allem weil ich mir immer langfristige Gedanken mache.“

Fast seine gesamte Profilaufbahn hat er bei Roda Kerkrade verbracht. Dort bekam er auch den Spitznamen „De kleene blonde dood“ (‚der kleine blonde Tod‘). „Den Namen habe ich bekommen, weil ich gegen den FC Utrecht drei Jahre in Folge kurz vor Schluss per Freistoß getroffen habe“, erinnert sich van der Luer.

Name: Alphons Maria Eric Patrick van der Luer

Geboren 16. August 1965 in Maastricht, Niederlande

Vereine als Spieler: MVV Maastricht, Assent FC, Roda JC Kerkrade, Alemannia Aachen

Vereine als Trainer Alemannia Aachen, KFC Uerdingen

Erfolge als Spieler: Zweimal niederländischer Pokalsieger (1997, 2000), niederländischer Vizemeister (1995), DFB-Finalist (2004), 2 Länderspiele

Einsätze: 467 Spiele (43 Tore) Eredivisie, 45 Spiele (1 Tor) 2. Bundesliga

Insgesamt bestritt der als Laufwunder bekannte, flexible Mittelfeldspieler 467 Spiele in der Eredivisie, der höchsten niederländischen Liga. Zweimal trug er zudem 1995 das „Oranje-Trikot“ der niederländischen Nationalmannschaft gegen Portugal und Malta. Dass er sich den Respekt auch über die Grenzen von Kerkrade hinaus erspielen konnte, zeigte sich bei seinem Abschiedsspiel in Kerkrade gegen Rotterdam, als ihm sogar die 2000 Feyenoord-Fans Standing Ovations erwiesen.

Auch während seiner letzten beiden Profijahre in der zweiten deutschen Bundesliga bei Alemannia Aachen war van der Luer hinter Erik Meijer und Willi Landgraf Publikumsliebling. Im letzten Spiel stand er 2004 im DFB-Pokalfinale unter anderem Ailton gegenüber und verlor mit 2:3 gegen Werder Bremen.

Als KFC-Trainer sorgt Eric van der Luer für viel Spaß und reichlich Wettkampf bei den Trainingseinheiten. Der Ball steht dabei eigentlich immer im Mittelpunkt. Waldläufe hat es hingegen noch nie gegeben. „Ich hab auch noch nie jemanden auf einem Fußballplatz durch den Wald laufen sehen“, scherzt der Coach.

Was van der Luer auf dem Fußballplatz überhaupt nicht mag, sind lange Bälle. Er möchte die Situationen lieber spielerisch gelöst haben. Dass der Trainer mit seinem Konzept bei den Spielern ankommt, beweist Issa Issa, der bereits 21 Tore erzielt hat und sagt: „Für mich ist es wichtig, dass der Trainer hier bleibt.“

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