Der „weiße Brasilianer“ spielte für die Bayer-Jugend und läuft beim Budenzauber am Samstag für die Legenden im König-Palast auf.

Unikum
So kannte man ihn: Ansgar Brinkmann versetzte Fans in Ekstase und brachte Trainer zur Verzweiflung. (Archivfoto)

So kannte man ihn: Ansgar Brinkmann versetzte Fans in Ekstase und brachte Trainer zur Verzweiflung. (Archivfoto)

dpa

So kannte man ihn: Ansgar Brinkmann versetzte Fans in Ekstase und brachte Trainer zur Verzweiflung. (Archivfoto)

Krefeld. Ansgar Brinkmann ist 16 Jahre alt, als er im März 1986 das „Wunder von der Grotenburg“ im Stadion miterlebt. Dieses unvergessliche Spiel zwischen dem FC Bayer Uerdingen und Dynamo Dresden mit dem unglaublichen Ausgang – 7:3 siegten die Krefelder nach 1:3-Halbzeitrückstand. Die Begegnung ist längst in die Annalen des deutschen Fußballs eingegangen. Die Helden von damals sind ihm noch in guter Erinnerung: „Funkel, Herget oder Schäfer, das waren schon tolle Fußballer.“ Ansgar Brinkmann kam mit 15 Jahren aus Niedersachsen nach Uerdingen, spielte zwei Jahre für den FC Bayer. Er gewann 1987 die Deutsche Meisterschaft mit der A-Jugend am Löschenhofweg gegen Eintracht Frankfurt, an der Seite von Marcel Witeczek, Horst Steffen, Werner Kempkens oder Christian Dondera.

Es ist die Hochzeit des FC Bayer. Sowohl die A- wie auch die B-Jugend werden im selben Jahr Meister. Auch einem gewissen Oliver Bierhoff begegnet Brinkmann in den Uerdinger Jugendteams. Er sagt: „Als ich von zu Hause nach Uerdingen kam, das war Neuland für mich, aber es war auch spannend. Ich hätte für die Bayer-Profis spielen können, hatte die Option. Aber das Hotel Mama hat mir gefehlt. Es war vielleicht die falsche Entscheidung.“

Brinkmann verlässt Uerdingen und wird im Alter von 18 Jahren im Sommer 1987 Profi beim Zweitligisten VfL Osnabrück. Bis zu seinem Karriereende 2009 folgen viele Stationen.

Feiner Fußballer mit einer guten Technik

Brinkmann erwirbt sich den Ruf als Kultspieler, gilt als Rebell und Freigeist. Seine Beliebtheit bei den Fans resultiert auch aus seiner authentischen Art. Einer, der sich im Fußball-Geschäft nicht verbiegt, einer mit Ecken und Kanten. Aber auch ein feiner Fußballer mit einer guten Technik, die ihm den Beinamen „weißer Brasilianer“ einbrachte. Brinkmann sagt: „Ich habe im Leben einige Fehler gemacht. Meine 20 Jahre im Fußball sehe ich aber als Geschenk. Bundesliga zu spielen war mein Kindheitstraum. Ich bin einen langen Weg gegangen.“

Brinkmann: „Ich war rebellisch, kaum zu disziplinieren“

Ein Titel war dem heute 46-Jährigen aus Vechta nicht vergönnt, dafür aber Bundesliga-Aufstiege mit Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld. 38 Trainer lernte Brinkmann während seiner Spieler-Karriere kennen. Er sagt: „Das eine oder andere Mal war dann auch mal Alarmstufe Rot. Ich war rebellisch, kaum zu disziplinieren. Aber es war für die Trainer immer schwer, mich draußen zu lassen. Ich habe nicht nur Sprüche geklopft. Die Leistung hat gepasst.“ Für die Uerdinger Legenden am Samstag aufzulaufen, ist für ihn eine Auszeichnung: „Ich darf dabei sein.“

Geburtstag     5. Juli 1969
Geburtsort     Vechta
Größe     1,81 Meter
Position     Mittelfeld
pläne Ansgar Brinkmann besitzt die A-Lizenz als Trainer, möchte noch Fußballlehrer werden. Der 46-Jährige kann sich vorstellen, später in der Personalpolitik eines Clubs oder als Sportmanager zu arbeiten. Mit dem Fußball ist er immer noch eng verbunden. Er arbeitet für eine Sportagentur und ist international unterwegs

In Marcel Witeczek, Christian Dondera und Werner Kempkens trifft Ansgar Brinkmann im König-Palast Weggefährten aus der Meister-Klasse von 1987 wieder, aber auch die alten Helden aus dem Dresden-Spiel wie Friedhelm Funkel, Matthias Herget, Michael Dämgen oder Rudi Bommer. Die Zeit für die eine oder andere Anekdote ist reichlich vorhanden.

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