Die internen Querelen beim Tabellenführer der Regionalliga West, KFC Uerdingen, belasten das Klima innerhalb des Vereins. Die Ruhe ist vorbei.

KFC Dresden
Dicke Luft beim KFC Uerdingen: Heiner Essingholt (l.) gehört nicht mehr zum Team von KFC-Präsident Mikhail Ponomarev. Archiv

Dicke Luft beim KFC Uerdingen: Heiner Essingholt (l.) gehört nicht mehr zum Team von KFC-Präsident Mikhail Ponomarev. Archiv

Strücken, Lothar

Dicke Luft beim KFC Uerdingen: Heiner Essingholt (l.) gehört nicht mehr zum Team von KFC-Präsident Mikhail Ponomarev. Archiv

Krefeld. Heiner Essingholt musste am Mittwoch seine Sachen abgeben. Der Teammanager der Regionalligamannschaft, der auch für das Verbandswesen im Club zuständig war, ist nicht mehr im Amt. Coskun Güneser droht nach Angaben der Führungsebene des KFC Uerdingen möglicherweise noch größeres Ungemach. Der Vorstand prüft rechtliche Schritte gegen den einstigen Jugendleiter. Beide hatten am Dienstag gegenüber den Vereinsverantwortlichen ihren Rücktritt erklärt. Innerhalb von 24 Stunden ist die über Monate andauernde Ruhe beim Tabellenführer der Regionalliga West dahin. Innerhalb des Vereins rumort es – an vielen Ecken.

Besonders in der Jugendabteilung scheint es seit Längerem erhebliche Probleme zu geben. Das offenbaren die Aussagen der Beteiligten. Siegfried Konietzko ist einer davon. Er war vergangene Woche als Trainer der C-Junioren von Jugendleiter Güneser abgesetzt worden. Jetzt ist er wieder im Amt und mal eben zum Leiter des Nachwuchses ernannt worden. Konietzko sagt: „Wir müssen jetzt sauber machen, es ist zu viel Dreck liegengeblieben. Niemand weiß, wo welches Geld hingeflossen ist. Wichtig ist, dass Ruhe im Verein einkehrt. Es geht hier nur um das Wohl des KFC Uerdingen, dabei ist meine Person komplett uninteressant.“

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Foto: Bischof, Andreas (abi)

KFC-Präsident Mikhail Ponomarev.

Oder eben auch nicht. Denn Konietzkos Vorwürfe zielen deutlich auf Coskun Güneser, der sein Amt als Verantwortlicher der Jugendabteilung nach WZ-Informationen ebenso wie Teammanager Heiner Essingholt aufgrund der Personalie Siegfried Konietzko niedergelegt hat. Zu den genauen Umständen ist indes viel Schweigen zu vernehmen, wenn man sich umhört.

Konietzko – erst gefeuert, jetzt Jugendleiter und Trainer

Die Fakten sind: Güneser hatte Konietzko erst vor wenigen Tagen abgesetzt. Jetzt ist der 60-Jährige bis zum Sommer sogar in Doppelfunktion beim KFC tätig - U 15-Trainer und Jugendleiter. Zurückgeholt von der Führungsetage des Vereins. „Nach der Kündigung hatte ich mit dem Verein abgeschlossen und die Entscheidung akzeptiert. Ich wollte im Nachgang nur ein vernünftiges Gespräch mit dem Vorstand führen. In diesem wurde mir überraschend mitgeteilt, dass ich unbedingt Trainer bleiben soll. Ich denke im Sinne des Vereins und helfe gerne, wenn ich kann.“

Januargehälter der Profis sollen nicht überwiesen worden sein

Der neue Leiter der Nachwuchsabteilungen kritisiert, dass es kein Konzept für die Jugendabteilung gebe. Das will Coskun Güneser nicht auf sich sitzen lassen, kontert: „Es wird nach außen hin immer gesagt, dass die Jugend wichtig ist. Getan wurde für sie nichts. Ich habe den Vorstand noch nie bei einem Training oder Spiel der Jugendabteilung gesehen.“

Geld zugunsten der Jugendmannschaften soll von Vereinsseite keines geflossen sein. „Es wurden keine Gehälter gezahlt, keine Trikots und keine Schiedsrichterspesen. Die Kosten wurden aus eigener Tasche vorgestreckt und nie zurückgezahlt“, kritisiert Güneser.

Der Verein, um eine Stellungnahme zu den Umständen und Vorhaltungen ersucht, teilt kurz mit: „Wir sind sehr überrascht über die Aussagen von Herrn Güneser. Wir lassen derzeit durch unsere Anwälte prüfen, ob wir gegen diese Unwahrheiten vorgehen und behalten uns weitere rechtliche Schritte vor.“ Es bleibt die einzige Medienanfrage, die der Verein am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung beantwortet.

Dabei gibt es noch andere Brandherde. Nach WZ-Informationen sollen die Januargehälter an die Profis noch nicht geflossen sein. Üblicherweise geschieht das stets bis zum 15. des folgenden Monats. Zudem soll es intern im Nachgang zum Testspiel gegen TuRu Düsseldorf in der Winterpause gekracht haben. Nach Informationen unserer Zeitung soll KFC-Präsident Mikhail Ponomarev nicht nur mit der Leistung seiner Mannschaft beim torlosen Remis gegen den Oberligisten äußerst unzufrieden gewesen sein, sondern sich vor allem über die Ansetzung der Begegnung generell extrem geärgert haben.

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