Der KFC-Star muss lange pausieren. Nur Laufen ist möglich. Mittwoch geht es auf die Insel.

Krefeld. Ailton ist weiter in der Stadt, allein im Hotel, solo im "Krefelder Hof". Viel machen darf der brasilianische Fußball-Star nicht - nur "esse, trinke, schlafe". Und allenfalls ein bisschen laufen. Nach der eingehenden Untersuchung am späten Montagnachmittag im Helios-Klinikum steht fest: Ailtons Debüt am 10. Februar gegen den 1. FC Wülfrath ist nach heutigem Stand äußerst fraglich.

Dr.Michael Fell, leitender Oberarzt im Helios (Abteilung Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie), warnt im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung vor übertriebenem Ehrgeiz bei einer solch schweren Verletzung. "Ailton hat bei seinem Unfall eine Arterie, Sehne und Nerven gerissen, die von den Kollegen in Brasilien mikroskopisch wieder zusammengenäht wurden. Und das sehr gut", wie Fell betont, "die brasilianischen Chirurgen haben auf diesem Gebiet einen guten Ruf und europäischen Standard."

Mannschaftstraining ist für Ailton erst einmal gestrichen

Fell kann dem neuen Hoffnungs- und Sympathieträger beim KFC Uerdingen allerdings keine großen Hoffnungen machen: "An ein vernünftiges Mannschaftstraining ist erst einmal nicht zu denken. Mindestens drei Wochen nicht. Ailton muss alles vermeiden, damit mit der Hand nichts passiert. Bis das taube Gefühl weg ist, braucht es sogar fast ein halbes Jahr. Wie gesagt, er kann ein bisschen laufen, auf festem Untergrund oder auf dem Laufband. Und auch etwas für seine Bauch- und Rückenmuskulatur tun."

Damit ist der Plan der KFC-Verantwortlichen, mit seinem neuen Star, einem fitten und durchtrainierten Ailton, ins Punkterennen zu gehen, um schnellstmöglich die Spitze in der Fußball-Niederrheinliga zu erklimmen, zunächst gescheitert. "Der Verein stellt ja selbst hohe Ansprüche, und das Publikum in Krefeld hat sicher gewisse Erwartungen", sagt Fell, "die Fans wollen Ailton spielen sehen. Jetzt müssen sie sich in Geduld üben. Denn das wird dauern."

"Das ist natürlich ein harter Schlag, richtig bitter", sagte Cheftrainer Wolfgang Maes im Trainingslager auf Norderney, wo er seine Mannschaft mit einem Lauf-Trainingslager konditionell auf die Rückrunde vorbereitet. 21 Spieler sind auf der Ostfrieseninsel.  Mittwoch bekommt der lädierte Ailton nach - KFC-Präsident Lakis chauffiert ihn nach Norderney. Dann ist Ailton nicht mehr allein im Hotel, wie in Krefeld, und kann seine Teamkameraden ein bisschen näher kennenlernen - und zudem ein bisschen laufen.

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