Das KFC-Team wird beim Empfang an der Grotenburg gefeiert. Ponomarev hofft auf die Unterstützung von 15 000 Anhängern gegen Mannheim.

SC Wiedenbrück KFC Uerdingen Meister Regiongalliga Fußball
SC Wiedenbrück, KFC Uerdingen, Meister, Regiongalliga, Fußball

SC Wiedenbrück, KFC Uerdingen, Meister, Regiongalliga, Fußball

samla (sam)

SC Wiedenbrück, KFC Uerdingen, Meister, Regiongalliga, Fußball

Krefeld. Tief in blau-rote Rauschwaden gehüllt und mit langgezogenen Uerdingen-Rufen empfangen 2000 euphorische Fans des KFC den frisch gebackenen Westdeutschen Fußball-Meister in der Grotenburg am Sonntagabend gegen 19.45 Uhr zur Siegesfeier. Nur ganz langsam bahnt sich der knallrote Mannschaftsbus des KFC einen Weg durch Schar vor der Tribüne. Spieler und Trainer sind überwältigt vom tosenden Empfang am Stadion. Immer wieder halten die Meisterspieler ihr Handy in die Höhe, um die Jubelszenen festzuhalten.

Oberbürgermeister läuft jubelnd durch holländischen Gartenmarkt

Als einer der ersten Fans ist Oberbürgermeister Frank Meyer zur Stelle: „Ich bin ständig per Handy aus dem Stadion in Wiedenbrück informiert worden, war heute Mittag in Venlo und bin im Gartenmarkt laut jubelnd zur Überraschung der Holländer herumgelaufen. Aber das war mir egal. Wir sind Meister und das als Aufsteiger, einfach fantastisch.“ Der OB will beide Relegationsspiele live mitverfolgen, hat dafür den Terminkalender schon frei geschaufelt.

Die KFC-Verantwortlichen haben die Meisterfeier kurzer Hand auf den Rasen der Grotenburg verlegt, da nur dort eine ausreichende Beschallung möglich ist. Mannschaft und Trainer lassen nicht lange auf sich warten. Als Erster betritt Publikumsliebling Maximilian Beister den blauroten Spielertunnel: „Noch haben wir nicht so richtig was erreicht. Leider müssen wir nun in diese ungünstige Relegation und müssen alles raushauen.“

Sein Tor zum 1:0 lässt Beister kurz Revue passieren: „Ich habe gesehen, dass mein Gegenspieler den Ball nicht bekommen würde und habe dann instinktiv draufgehalten. Das frühe Tor war brutal wichtig, um Ruhe ins Spiel zu bekommen.“ Angeführt vom Ex-Grotifanten und Zeugwart Andreas Bosheck, der den Pokal immer wieder in die Höhe reckt, läuft die Mannschaft dann vor den tobenden Fans auf dem Rasen in der Grotenburg ein. Der Regen hat zu diesem Zeitpunkt zum Glück etwas nachgelassen, nachdem es während des Spiels teilweise heftig geschüttet hatte.

Maximilian Beister: „Hier in Krefeld gibt es ein Riesenpotential“

Der Empfang sorgt für Gänsehaut-Momente und lässt erahnen, was sich in der Grotenburg abspielen wird, wenn die Relegation gegen Waldhof Mannheim tatsächlich gelingen sollte. Beister fasst es kurz zusammen: „Hier in Krefeld gibt es ein Riesenpotential, die Fans sind euphorisch, so muss es weitergehen“. Und Mannschaftskollege Alexander Bittroff ergänzt: „Wir waren die beste Mannschaft der Saison und haben verdient gewonnen, trotz aller Widerstände. Wir haben es aus eigener Kraft geschafft.“

Am Mikrofon von Stadionsprecher Jochen Steffens hat KFC-Präsident Mikhail Ponomarev einen kleinen Wehrmutstropfen dabei: „Leider können wir nicht gegen Mannheim in der Grotenburg spielen. Doch ich muss mich für die fantastische Unterstützung der Fans bedanken. In den letzten drei Spielen haben wir 15:2 Tore geschossen, Wir sind die absolut beste Mannschaft der Regionalliga. Doch wir müssen hochkonzentriert bleiben. Wir brauchen 10 000 bis 15 000 Fans zur Unterstützung, denn Mannheim wird 3000 bis 5000 Fans mitbringen.“ Als besonderes Feierbiest erweist sich Patrick Ellguth, der hoch oben auf dem Stadionzaun den Fans einheizt. Der Allrounder steht seit 2012 in Diensten des KFC und wird von den Fans deshalb auch noch mal mit einem eigenen Lied bedacht („Oh Patrick, du bist ein Uerdinger“).

Trainer Stefan Krämer verlässt derweil mit seinem Stab bereits den Rasen: „Die Jungs sollen jetzt allein feiern. Alle haben zwei Tage frei und dann richtet sich die ganze Konzentration den beiden Spielen.“ Für das Trainerteam steht jetzt die Vorbereitung auf die beiden wichtigsten Spiele der jüngeren Vereinsgeschichte auf dem Programm.

Kapitän Erb ist per Video live bei der Feier in der Grotenburg dabei

„Das erste Ziel haben wir erreicht. Jetzt zwei, drei Tage ausruhen, dann geht der Fokus auf Mannheim“, sagt der verletzte (Kieferbruch) Kapitän Mario Erb , der in Wiedenbrück auf dem Rasen noch den Meisterpokal in die Höhe strecken durfte, bei den Feierlichkeiten im weiten Rund der Grotenburg aufgrund seiner Verletzung aber fehlt. Damit er den Jubel nicht verpasst, wird er von seinen Mitspielern kurzer Hand per Livevideo auf dem Handy dazu geschaltet. Er sieht wie 2000 Fans ihre Team bis in den Abend hinein feiern.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer