Die Torhüter der hiesigen Klubs diskutieren über die Idee des Weltverbandes, die Tore zu verkleinern.

Handball
Nick Mevissen steht beim TV Vorst im Gehäuse.

Nick Mevissen steht beim TV Vorst im Gehäuse.

Nick Mevissen steht beim TV Vorst im Gehäuse.

Nick Mevissen steht beim TV Vorst im Gehäuse.

Einer von zwei Torhüter beim SC Bayer Uerdingen: Malte Jäger

D. Jochmann, Bild 1 von 4

Nick Mevissen steht beim TV Vorst im Gehäuse.

Krefeld. Wenige Tage vor dem Start zur Handball-WM, die am Donnerstag nächster Woche in Schweden eröffnet wird, sorgt Weltverbands-Präsident Hassan Moustafa für Diskussionsstoff. Der 65-Jährige will die Chancen der Torhüter verbessern und hat dabei zwei revolutionäre Ideen im Sinn.  Zum einen könnte sich Moustafa sowohl die Verkleinerung der Tore, als auch die Verschiebung der Wurfkreislinie von sechs auf sieben Meter vorstellen. „So hält der Torwart mehr, kann somit mehr Angriffe einleiten – und macht den Handball dadurch noch schneller“, erklärte der Ägypter.
Die Torhüter der hiesigen Vereine sehen die „Revolution im Handball“ mit gemischten Gefühlen. Christian Gottschalk (33) von Adler Königshof scherzt: „Für mich ist die Idee einfach schön, weil ich mit 1,77 Meter Körpergröße sowieso zu klein bin. Wenn das Tor nun statt zwei mal drei Meter nur 2,80 Meter mal 1,80 Meter groß ist, würde das helfen.“ Jedoch sei der Handball bereits enorm beschleunigt worden. Gottschalk zweifelt, dass die Änderungen etwas bewirken. „Ich glaube, dass dann weniger Tore fallen werden.“ Benedikt Köß (30) vom SC Bayer Uerdingen findet die Idee „absolut lächerlich. Das ist ein schöner Spruch zur Winterzeit, hat aber mit der Realität nichts zu tun. Aber selbst ich als eher kleiner Torhüter mit 1,82 Meter Körpergröße kann mir ein noch kleineres Tor nur schwer vorstellen.“ Das Problem: Neue Spielfelder müssten her, alle Hallen bräuchten neue Tore. „Wer soll das bezahlen?“ fragt Köß. Nur wenn alle Handball-Verbände sowie die Städte mitspielen würden und wenn sichergestellt sei, dass die Abwehrquote für den Torhüter garantiert um zehn Prozent steige, würde er darüber nachdenken. „Die Zuschauer kommen, um Tore zu sehen“, stellt Köß fest und ergänzt: „Im Fußball wird ständig versucht, neue Ideen auszupacken, damit mehr Tore fallen. Aber letztlich bleibt alles beim Alten. Und beim Handball wollen sie jetzt die vielen Tore wieder eindämmen?“

Die Torhüter müssten sich massiv umstellen

Sein Teamkollege Malte Jäger (25) ist der gleichen Meinung: „Ich finde die Idee schlecht. Die Attraktivität des Handballs würde erheblich sinken, wenn weniger Tore fallen. Tore sind nun mal das Salz in der Suppe, auch wenn ich mich über jeden Gegentreffer, den ich kassiere, ärgere. Ein größerer Torkreis würde mir natürlich mehr Zeit bringen zu reagieren. Und die Abwehrquote würde im Laufe der Zeit mit Sicherheit besser werden. Ob das aber eine Verbesserung für den Handball darstellt, wage ich zu bezweifeln.“ Nick Mevissen (28) vom TV Vorst meint: „Die Tore zu verkleinern, würde eine große Umstellung für die Torhüter bedeuten. Wir haben über Jahre unsere Bewegungsabläufe darauf abgestellt. Früher war der Handball langsamer, noch vor vier Jahren habe ich im Durchschnitt 25 Tore kassiert, jetzt bereits 31,6 . Natürlich hätte ich mehr Chancen, Bälle aus der zweiten Reihe zu entschärfen. Aber die Zuschauer wollen Tore, Tore, Tore sehen!“

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer