Das Herzog von Ratibor-Rennen war der Saisonabschluss auf der Rennbahn. Gereon gewinnt.

Gereon läuft unter Jockey Pascal Jonathan Werning überlegen zum Sieg im Herzog von Ratibor-Rennen.
Gereon läuft unter Jockey Pascal Jonathan Werning überlegen zum Sieg im Herzog von Ratibor-Rennen.

Gereon läuft unter Jockey Pascal Jonathan Werning überlegen zum Sieg im Herzog von Ratibor-Rennen.

Tuchel

Gereon läuft unter Jockey Pascal Jonathan Werning überlegen zum Sieg im Herzog von Ratibor-Rennen.

Krefeld. Große Freude, nicht zu verbergende Rührung und ganz viel Hoffnung. Das war die Stimmungslage des Besitzers und Trainers Christian Zschache nach dem Sieg seines außergewöhnlichen Pferdes Gereon mit Jockey Pascal-Jonathan Werning am Sonntag vor 4000 Zuschauern im Herzog von Ratibor-Rennen beim Saisonfinale im Stadtwald.

Exakt das Gegenteil trat gnadenlos bei Trainer Jens-Pierre Carvalho und Besitzer Klaus Hofmann ein. Ihr Wettfavorit (26:10) Acadius trudelte abgehängt als Letzter ins Ziel. "Ich bin ratlos. Er hat trainiert wie ein Weltmeister. Man kann das nicht nur auf den schweren Boden schieben. So ist der Rennsport. Man kann nichts erzwingen", sagte Carvalho.

Mit fünf Längen Vorsprung dominiert Gereon das Hauptrennen

Die Geschichte von Gereon und seinem Trainer und Besitzer Christian Zschache ist schon jetzt drehbuchreif. Am 12. Juli 1999 ist der einstige Spitzenjockey der ehemaligen DDR bei der Morgenarbeit auf seiner Heimatbahn in Berlin-Hoppegarten schwer verunglückt. Seitdem sitzt er im Rollstuhl. In der schnelllebigen Szene des Turfs ist er akzeptiert. Auf vielen Bahnen ist er an der Waage für die Kontrolle der Gewichte seiner ehemaligen Kollegen zuständig. Er kennt schließlich alle Tricks.

Doch auch als Trainer ist er anerkannt. Und wohl auch deshalb hat er Gereon vom Gestüt Ebbesloh für einen Preis von unter 10000 Euro zum Kauf angeboten bekommen. Nun ist er 250000 Euro wert. "Auch wenn nun ein 500000-Euro-Gebot kommt: Dieses Pferd ist unverkäuflich. Das große Ziel ist das Derby 2011 in Hamburg", sagte Zschache. Der nächste Auftritt von Gereon könnte das Busch-Memorial 2011 in Krefeld sein.

Gereons Reiter Pascal-Jonathan Werning blieb in der entscheidenden Phase gelassen, vertraute dem Können des Pferdes und war am Ende fast fünf Längen vor den drei Hofer-Pferden Le Peintre, Noble Champion und King’s Hall im Ziel. Total chancenlos waren am Ende Zantano, Mi Senor und der schon erwähnte Favorit Acadius als Letzter. Für Mario Hofer gab es auch in Mailand und Rom keinen Sieg. Zazou bot als unglücklicher Vierter im Gruppe-I-Rennen in Rom die beste Leistung der Hofer-Starter.

Trotz des extrem frühen Rennbeginns um 11.30 Uhr wurde am Sonntag auf der Krefelder Galopprennbahn mit 221523,80 Euro der Wettumsatz des Vorjahres von 217884 Euro übertroffen. Weil im 8. Rennen die Viererwette nicht getroffen wurde, kommt es zum Saisonauftakt am 20. März 2011 zu einem Jackpot von mehr als 15000 Euro. Die Viererwette mit der Quote von 109943 Euro im 4. Rennen wurde insgesamt dreimal getroffen. Zweimal davon auf der Bahn mit jeweils rund 5000 Euro steuerfreiem Wettgewinn.

Zu den Höhepunkten des Tages zählte das Herbert-Cohn-Jagdrennen. Major Key mit dem Iren Dave Cross gewann überzeugend vor Gelon. Drei Siege gelangen Jockey Alexander Pietsch mit Timeform, Farox und Nadya. Der Amateur-Reiterin Kirsten Schmitt aus Lebach im Saarland gelang mit ihrem Sieg auf dem Außenseiter Shaking Rock der 31.Sieg in diesem Jahr. Damit egalisierte sie den bisherigen Jahrhundertrekord von Verena Gang aus den 70er Jahren.

Rennverein-Präsident Jan Schreurs und Vize Denis Hartenstein zogen eine erfreuliche Bilanz: "Es war ein toller Abschluss der Saison. Mit Gereon gab es zudem einen tollen Sieger im Ratibor-Rennen. Wir hoffen, dass wir von diesem Pferd noch viel hören werden." Für 2011 sind in Krefeld sechs Renntage terminiert. Man hofft allerdings auf acht Events.

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