Der Jockey aus den Niederlanden kommt gerne nach Krefeld. Am Samstag reitet er gleich siebenmal.

Der Niederländer Adrie de Vries mag die Rennbahn im Stadtwald. Am Samstag sitzt er siebenmal im Sattel.
Der Niederländer Adrie de Vries mag die Rennbahn im Stadtwald. Am Samstag sitzt er siebenmal im Sattel.

Der Niederländer Adrie de Vries mag die Rennbahn im Stadtwald. Am Samstag sitzt er siebenmal im Sattel.

dpa

Der Niederländer Adrie de Vries mag die Rennbahn im Stadtwald. Am Samstag sitzt er siebenmal im Sattel.

Krefeld. Acht Rennen werden am Samstag auf der Galopprennbahn im Stadtwald gestartet. In allen sieben Flachrennen ist ein Jockey am Start, der1992 als unbekannter Reiter aus der Galoppsport-Diaspora Niederlande erstmals nach Deutschland kam, erst ein Jahr später in Deutschland ein Rennen gewann, drei Jahre wieder gen Heimat verschwand und von dem erst 1999 ein deutscher Berichterstatter Kenntnis nahm.

Auch in Iffezheim zeigte der Niederländer seine ganze Klasse

Heute ist der 40-jährige Adrie de Vries, der mit ganzem Vornamen Adrianus Arnoldus heißt, einer der Top-Jockeys. Absolut in und begehrt. Davon zeugen die sieben Ritte morgen in Krefeld. Zu dieser Bahn hegt er eine besondere Zuneigung: "Ich reite sehr gerne hier. Krefeld hat einen sehr fairen Kurs, und wir waren damals aus Sevenum oft hier, weil es nicht weit entfernt ist."

Vor zwei Wochen hat de Vries mit dem Hengst Getaway in Iffezheim den Großen Preis von Baden gewonnen. Es war sein wichtigster Sieg. Sein begehrter Arbeitsplatz ist der Privatstall des Gestüts Schlenderhan in Bergheim. Dort werden Spitzenpferde in großer Zahl trainiert, und das wurde für den niederländischen Jockey des Jahrhunderts auch zum Problem, denn ausgerechnet im Deutschen Derby in Hamburg wählte er das falsche Pferd, endete im geschlagenen Feld.

Der Vater der beiden Söhne Liam und Mike gestand diesen Irrtum ein, quasselte sich nicht mit blumigen Argumenten um seine Fehleinschätzung. Adrie de Vries redet Klartext, das mögen die Besitzer und Trainer. Trotzdem bleibt Raum fürs Sentimentale: "An solche Erfolge hätte ich nie gedacht, als ich erstmals in Deutschland ritt. Wir waren doch schon mit Platzgeldern in den besseren Handicap-Rennen zufrieden." Mit "wir" meinte er vor allem den im vergangenen Jahr von einem Unfall schwer getroffenen Trainer Jan Pubben in Sevenum, nur wenige Kilometer hinter der Grenze gelegen. Pubben war es, der den Jockey de Vries in Deutschland kultivierte.

Dazu kamen die Erfolge mit dem Sprinter Lucky Strike. Klar, dass de Vries morgen auch für den genesenen Trainer Pubben in den Sattel steigt. Drei der sieben von ihm gerittenen Pferde kommen aus den Niederlanden. Doch auch der in diesem Jahr in 35 Rennen mit einer Gewinnsumme für die Besitzer der Pferde von 559630 Euro (davon kassieren die Jockeys fünf Prozent) erfolgreiche de Vries kämpft gegen sein Gewicht: "Unter 56 Kilogramm reite ich nicht. Sonst kann ich mein Potenzial nicht abrufen."

Der Renntag morgen könnte in dieser Saison schon der Abschied aus Krefeld sein, denn wenn am 8. November das Herzog von Ratibor-Rennen startet, könnte er sein bestens dotiertes Winter-Engagement bei den Scheichs von Katar angetreten haben.

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