Die Ringerin triumphiert mit ihrer Mannschaft bei den deutschen Meisterschaften.

Im Mittelpunkt des Interesses: Aline Focken.
Im Mittelpunkt des Interesses: Aline Focken.

Im Mittelpunkt des Interesses: Aline Focken.

Ebenso beliebt wie erfolgreich war Aline Focken bei den deutschen Meisterschaften.

Andreas Bischof, Bild 1 von 2

Im Mittelpunkt des Interesses: Aline Focken.

Krefeld. Sie konnte es einfach nicht lassen. Aline Focken riss ihre Teamkameradin Viviane Herda unvermittelt und lachend zu Boden. Ein kleines Spaßkämpfchen nach dem Sieg, verfolgt von TV-Kameras und Objektiven.

Genügend Energie war bei der Hülserin offenbar noch vorhanden. Ihren letzten Kampf im Rahmen der deutschen Mannschaftsmeisterschaft mit dem Team NRW hatte sie kampflos gewonnen. Sarah Mester, immerhin frühere Kickbox-Weltmeisterin, trat verletzungsbedingt nicht mehr an. Der Gesamterfolg der Mannschaft NRW aber war da längst perfekt. Jessica Blaszka, die für die Niederlande bei den Olympischen Spielen antrat, brauchte in ihrem Kampf gegen Johanna Meier nur etwas mehr als eine Minute, um die noch notwendigen Punkte zur Titelverteidigung einzusammeln.

Gastgeberinnen sind der Konkurrenz klar überlegen

Ohne Probleme meisterte die Erstvertretung aus Nordrhein-Westfalen das Turnier gegen die fünf Widersacher. Am Ende hieß es sogar gegen den erwartet schwersten Gegner Südbaden 31:4. Aline Focken, die erstmals in ihrer Karriere vor heimischem Publikum rang, drei Kämpfe bestritt, und ihre Mannschaft waren der Konkurrenz auf der Matte klar überlegen. Vater Georg Focken, der zum NRW-Trainerstab gehörte und viele der Kämpferinnen auch am Bundesstützpunkt in Dormagen betreut, sagt: „Aline und die anderen Olympia-Fahrer trainieren extrem hart und mit hohem Pensum.“

Gegen die Gemeinten wie Focken, Blaszka oder Nina Hemmer war technisch und athletisch kein Kraut gewachsen. Aber auch in der Breite war das Team überlegen. Aline Focken sagte: „Es ist etwas überraschend. Bayern und Südbaden hatten allerdings auch Verletzungspech. Aber auch unsere Kleinen waren überragend.“ Neidlos mussten die Gegner anerkennen, dass das Team NRW an diesem Tag nicht zu schlagen war. Diese Dichte an Qualität konnte kein anderer Landesverband in der Kurt-Tucholsky-Halle aufbieten. Da zwei Teams abgesagt hatten und die Teilnehmerzahl auf sechs reduziert war, ging es im Modus „nordisches Turnier“: jeder gegen jeden. NRW stellte noch eine zweite Mannschaft, bestehend aus Perspektiv-Ringerinnen, die Erfahrung sammelten.

Laute Jubelschreie, einige Tränen und leichte Blessuren

Dass es keinen Finalkampf gab, tat der Stimmung aber an der Matte keinen Abbruch. Es wurde gerufen und geschrien. Vor allem die Kämpferinnen aus NRW erfreuten sich großer Unterstützung. Immer wieder wurde es laut, wenn eine Ringerin zu Boden ging. Daneben gab es auch mal Tränen und leichte Blessuren. Am Ende aber gab es viele lachende Gesichter. Nicht nur bei den Siegern.

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