Das DJK-Ereignis lockt 5000 Aktive nach Krefeld und in die Umgebung.

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Anne Flatters vom VfL Willich gewann vor ihrer Haustür gleich viermal Gold.

Anne Flatters vom VfL Willich gewann vor ihrer Haustür gleich viermal Gold.

Bernward Franke

Anne Flatters vom VfL Willich gewann vor ihrer Haustür gleich viermal Gold.

Krefeld. Als am Montagnachmittag noch nicht alle Medaillen vergeben waren, wertete Volker Monnerjahn, Präsident des DJK-Sportverbandes, das Bundessportfest 2010 in Krefeld bereits als vollen Erfolg. "Es war ein gelungenes Bundessportfest mit guten Rahmenbedingungen und sehr positiven Rückmeldungen der Sportlerinnen und Sportler", sagte Monnerjahn, dessen Verband in Krefeld auch gleichzeitig das Jubiläum zum 90-jährigen Bestehen feierte.

Athleten mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe

5000 Athleten aus dem ganzen Bundesgebiet suchten über drei Tage lang ihre verbandsinternen Meister in 17 Sportarten. Erstmals gab es neben dem schon traditionellen Spiel- und Sportfest für Menschen mit geistiger Behinderung auch Wettkämpfe, bei denen körperbehinderte Athleten zusammen mit Nicht-Behinderten am Start waren.

Die Leichtathleten der DJK-Vereine aus Krefeld und dem Umland hatten Heimspiel. Allein viermal bekam die Willicherin Leichathletin Anne Flatters Gold umgehängt. Aber nicht der Sieg um jeden Preis stand im Mittelpunkt, sondern der faire Vergleich. Man war in Willich nicht Gegner, sondern Mitspieler und Partner. Und der Respekt und die Achtung vor den Anstrengungen des Mitbewerbers sollten einen besoners hohen Stellenwert einnehmen.

"Und wo kommst du her?", fragte die 15-jährige Neusserin Alexandra Selzer nach ihrem Sieg im 800-Meter-Lauf ihre sie auf der Zielgeraden nochmals hart bedrängende Konkurrentin. Sie kam aus dem Saarland, und man begegnete sich in Willich erstmals überhaupt. Viele E-Mail-Adressen mit den Athleten aus Bayern oder Baden-Württemberg wurden ausgetauscht. In den nächsten Tagen werden über die modernen Medien die Bilder und Filme zur Erinnerung wohl weitergegeben.

Wann sonst werden sich die Athleten wiedersehen? Das DJK-Bundessportfest findet nur alle vier oder fünf Jahre statt. Für viele Athleten, die die Normen zu höheren Meisterschaften nicht schaffen können, wird es kaum ein Wiedersehen auf den Sportplätzen geben.

"Sport um der Menschen Willen" heißt das Motto der Vereinigung. "Der DJK-Sportverband will sachgerechten Sport ermöglichen, die Gemeinschaft pflegen und der gesamtmenschlichen Entfaltung nach der Botschaft Christi dienen. Er vertritt das Anliegen des Sports in Kirche und Gesellschaft." Mit diesen Worten definiert die Satzung die Ziele und Aufgaben des Verbandes, der am 16. September 1920 in Würzburg vom Generalpräses Carl Mosterts gegründet wurde.

Offenbar angespornt durch diese besondere Atmosphäre steigerten sich einige Athleten enorm. Von 11,32 Sekunden auf 11,08 Sekunden als Sieger im Finale des 100-m-Laufes der Jugend kam Christoph Dohm (Teutonia St. Tönis) und war schnellster Sprinter. Und obwohl sie auch in der Organisation viel mitzuarbeiten hatte, brachte die 26-jährige Willicherin Anne Flatters (VfL Willich) das Kunststück fertig, viermal Gold zu gewinnen. Über 100 m (12,38 Sek.), 200 m (25,51 Sek.), im Weitsprung (5,65 m) und im 100 m-Hürden-Lauf (14,91 Sek.).

Die 15-jährige Adriana Orlovic (VfL Tönisberg) triumphierte derweil im Speerwurf mit einer Weite von 40,37 m.

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