Beim Boxteam Crefeld steigt am Pfingstmontag die Eröffnungsfeier. Klub will die Gewaltbereitschaft auf der Straße senken.

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Hilfestellung am Sandsack: Trainer Harald Rodewies und Larissa Betteldorf (v.l.).

Hilfestellung am Sandsack: Trainer Harald Rodewies und Larissa Betteldorf (v.l.).

Andreas Bischof

Hilfestellung am Sandsack: Trainer Harald Rodewies und Larissa Betteldorf (v.l.).

Krefeld. Seit Mitte März gibt es das Boxteam Crefeld. Im jüngsten Boxklub der Stadt geht es nicht nur um Sandsäcke und K.o.-Schläge. Beim Boxteam Crefeld herrscht Aufbruchstimmung. 2500 Flyer wurden verteilt, fast alle Mitglieder klebten sich Aufkleber mit dem Logo des Vereins auf ihre Autos, und auch telefonisch standen die Verantwortlichen zuletzt fast rund um die Uhr zur Verfügung. Denn die Trainingsbeteiligung in der ersten Woche war "eher mäßig", wie Vorstandsvorsitzender Bernd Alaerds erzählt. Das soll sich ändern.

Seit März besteht Krefelds jüngster Boxklub. Die Gründungsmitglieder kennen sich vom BC Kempen 04, aber nach Auseinandersetzungen mit dem dortigen Vorsitzenden beschloss man die Gründung eines eigenen Vereins in Krefeld. Von Anfang an war dabei klar, dass der soziale Aspekt eine Rolle spielen sollte. "Integration durch Sport" sei das Motto, erlärt Alaerds. Man möchte auch sozial Schwachen und Migranten die Möglichkeit bieten, am Sport- und Vereinsleben teilzunehmen. Der Mitgliedsbeitrag liegt daher bei monatlich nur drei Euro für Asylbewerber und acht Euro für Hartz IV-Empfänger. Zuvor kann dreimal unverbindlich und kostenlos mit trainiert werden.

Im Fokus stehen Kinder und Jugendliche. Unter dem Motto "Boxen gegen Gewalt" will man die Gewaltbereitschaft auf der Straße senken. "Die Jugendlichen, die sonst nicht wissen, was sie machen sollen, bekommen die Möglichkeit, sich hier abzureagieren", so Alaerds.

Beim Boxteam Crefeld wird Disziplin und Selbstkontrolle geübt

Wichtig ist dabei das Vermitteln des verantwortungsbewussten Umgangs mit den eigenen Fähigkeiten. Beim BTC wird erstmal Disziplin und Selbstkontrolle geübt - erst dann geht’s mit dem Boxen los. Um möglichst viele Jugendliche zu erreichen, nehmen die Verantwortlichen auch Kontakt zu Schulen auf. An der Buchenschule in Krefeld Süd gibt es bereits Überlegungen, mit Unterstützung des BTC eine Box-AG einzurichten.

Fünfmal pro Woche wird am Dießemer Bruch trainiert, auch Kondition und Koordination stehen auf dem Programm. Das Training leitet der mehrfache Amateurmeister Harald Rodewies. Denn neben dem sozialen Auftrag spielt natürlich auch der sportliche Aspekt eine Rolle.

Der junge Boxklub hat vier Niederrhein- und einen NRW-Meister in den eigenen Reihen - alles Schützlinge von Rodewies, die ihrem Trainer nach Krefeld folgten. Langfristig möchte man auch am Ligabetrieb teilnehmen. Neben genug Boxern fehlt es dabei bislang an den passenden Räumlichkeiten - bisher ist fast alles selbst finanziert und dementsprechend behelfsmäßig.

Am Pfingstmontag steigt um 14 Uhr die große Eröffnungsfeier am Dießemer Bruch 150H, zu der alle Interessierten eingeladen sind. Zudem haben Alaerds und Co. 141 Firmen angeschrieben und hoffen, dass sich zumindest einige der potenziellen Sponsoren einfinden. Immerhin - einen prominenten Fürsprecher haben die Boxer vom BTC: Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede hat sein Kommen schon zugesagt.

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