Die Gemeinde St. Martin hat Heiligabend rund 200 Gäste bewirtet. Spender unterstützen das Fest für die Bedürftigen seit vielen Jahren.

Die Gemeinde St. Martin hat Heiligabend rund 200 Gäste bewirtet. Spender unterstützen das der Bedürftigen seit vielen Jahren.
Sie haben die Weihnachtsfeier in St. Martin an der Ispelsstraße am Heiligen Abend mit ihren Gästen genossen (v.l.): Hans Mörchen vom Orgateam, Hausmeisterin Regina Werner und Gitarrenspieler Charly Niessen.

Sie haben die Weihnachtsfeier in St. Martin an der Ispelsstraße am Heiligen Abend mit ihren Gästen genossen (v.l.): Hans Mörchen vom Orgateam, Hausmeisterin Regina Werner und Gitarrenspieler Charly Niessen.

Dirk Jochmann

Sie haben die Weihnachtsfeier in St. Martin an der Ispelsstraße am Heiligen Abend mit ihren Gästen genossen (v.l.): Hans Mörchen vom Orgateam, Hausmeisterin Regina Werner und Gitarrenspieler Charly Niessen.

Krefeld. „Alle Jahre wieder . . .“ schafft es die Gemeinde St. Martin, am Heiligen Abend ab 15 Uhr mehr als 200 einsamen Menschen ein besinnliches Fest auszurichten. Am Gemeindezentrum auf der Ispelsstraße, im Schatten der St. Martinskirche, hatten sich schon eine halbe Stunde vor Beginn viele Männer sowie einige Frauen und Kinder versammelt. Drinnen bereiteten sich mehr als 40 Helfer darauf vor, den Obdachlosen und Bedürftigen einen schönen Nachmittag im Sinne des Heiligen Martin zu bereiten.

Als die Tür sich öffnete, da stürmten die Gäste ins Haus. Im großen Saal und allen Nebenräumen, sogar im oberen Treppenhaus, saß die Gesellschaft an großen Tischen und ließ sich Kaffee und Kuchen schmecken. Im Kellergeschoss, da wo sich die Räume des Jugendzentrums Canapee befinden, waren mehr als 20 Kinder versammelt, die sich auf das gemeinsame Spielen und Singen freuten. Doch sie putzten auch Gemüse, denn unter Anleitung freundlicher Helferinnen wurde gemeinsam gekocht – für einige der Kinder ein großes Erlebnis.

Den Erwachsenen trug derweil Hildegard Wammers das Weihnachtsevangelium vor und Charly Niessen sang zur Gitarre.

Pastor Mertens gibt das Signal zur Mahlzeit 

Pastor Frank-Michael Mertens, der auch St. Martin betreut, machte einen Rundgang und kündigte das gemeinsame Essen an. Wie schon seit Jahren spendete der Nordbahnhof Schweinebraten mit Rotkohl und Klößen. Und dazu gab es, wie schon seit Zeiten von Pfarrer Franz-Josef Radler und Betreuer Herbert Drabben, ein gezapftes Bier.

Diese Tradition haben die heutigen Organisatoren Irene Werner, Hans Möhrchen und Achim Frangen beibehalten. Sie haben die 43. Veranstaltung in Folge wieder liebevoll vorbereitet. Zahlreiche Sach- und Geldspenden erleichtern ihnen die nicht einfache Organisation.

Wer einige Tage zuvor das Gemeindezentrum besuchte, sah in allen Ecken und auf den Treppenstufen Lebensmittel und Süßigkeiten, die später in mehr als 250 Geschenktüten verpackt wurden. Josi und Bogdan und die anderen Kinder bekamen Spielzeug und Süßigkeiten, während die Tüten der Erwachsenen eher Nahrhaftes enthielten.

Langjährige Spender unterstützen die Ehrenamtler

Hans Möhrchen, der seit 16 Jahren dem veranstaltenden Gemeindeausschuss vorsteht, wundert sich immer noch über die Spendenfreudigkeit von Schulklassen und Betriebsgemeinschaften. Einige Klassen des Berufskollegs Vera Beckers hatten sogar gewetteifert, wer mehr Euros einsammelt. Eine Krefelder Firma stellt regelmäßig mehrere Paletten Lebensmittel zur Verfügung, private Gönner spenden Geld. Damit sind auch die im Jahr 2017 geplanten monatlichen Aktionen für die Bedürftigen gesichert.

Gegen 18 Uhr, als die Gäste mit ihren Tüten die gastliche Stätte verlassen, beginnt das große Aufräumen, bevor die Helfer selbst erschöpft, aber glücklich zur eigenen Feier nach Hause gehen und Hauswartin Regine Werner das gebrauchte Geschirr überlassen. Es sei ihr, wie sie sagt, eine Ehre, die Heiligabendfeier zu unterstützen.

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