Der Richterspruch von Karlsruhe war gestern Thema in vielen Krefelder Schulen. Die Meinungen sind gespalten.

Im Internetportal Spickmich.de können Schüler ihre Lehrer bewerten – worüber die nicht immer glücklich sind.
Im Internetportal Spickmich.de können Schüler ihre Lehrer bewerten – worüber die nicht immer glücklich sind.

Im Internetportal Spickmich.de können Schüler ihre Lehrer bewerten – worüber die nicht immer glücklich sind.

dpa

Im Internetportal Spickmich.de können Schüler ihre Lehrer bewerten – worüber die nicht immer glücklich sind.

Krefeld. Das Urteil des Bundesgerichtshofs ist Thema in vielen Lehrerzimmern: Wie berichtet, hatten Richter die Klage einer Lehrerin gegen ihre Benotung im Internet-Portal Spickmich.de verworfen. Bei einer stichprobenartigen Umfrage in Krefeld zeigt sich, dass die Pädagogen ganz unterschiedliche Meinungen dazu haben.

Wenn es nach Petra Klisch, der Direktorin der Hauptschule Breslauer Straße gegangen wäre, hätte das Urteil anders gelautet. "Ich denke, bei Spickmich.de findet keine objektive Einschätzung der Lehrerleistung statt. Der Pädagoge hat keine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen." Sie hat sich einmal eingeloggt und zwei Lehrer ihrer Schule wiedergefunden, die für eine Bewertung jedoch nicht genug Zuschriften hatten. "Solch eine Beurteilung, sollte sie schlecht sein, bekommt man nicht mehr weg. Es ist eine schwierige Geschichte."

Anders denkt ihre Kollegin Sabine Kraft, Lehrerin an der Breslauer Straße.. "Ich finde das Portal gar nicht so übel", sagt sie. "Ich denke, die Schüler dürfen etwas sagen, sie haben das Recht dazu." Das sei jedoch für manche Lehrer schwierig: "Wir lassen uns nicht gerne benoten." Dennoch denkt sie, dass es besser wäre, Schwierigkeiten direkt an der Schule über den Vertrauenslehrer zu klären. "Außerdem sollte die Anonymität bei denjenigen, die sich einloggen, aufgehoben werden. Sonst können die Freunde angespitzt werden, zu einem Pädagogen Gleiches zu schreiben."

"Ich habe keine Erfahrungen damit und kenne auch keine Kollegen, die sich davon betroffen fühlen oder aufregen", sagt Jo Guntermann, Lehrer an der Gesamtschule Kaiserplatz. "Ich finde, dass man viel mehr auf das Portal ,Schüler VZ’ reagieren muss. Hier kommunizieren die Schüler gegenseitig miteinander über Mitschüler und Lehrer. Das nimmt bei den Mädchen und Jungen untereinander oft Züge von Mobbing an. Spickmich.de spielt bei uns keine Rolle."

Gregor Grätz von der Freiherr-vom-Stein-Realschule sieht Spickmich.de zweischneidig. "Zum einen sollten sich Lehrer dem Urteil der Schüler stellen, wenn es fair und objektiv ist. Zum anderen äußern sich im Portal besonders gefrustete Schüler, die sich abreagieren wollen. Da die Zuschriften nicht repräsentativ sind, kann ich sie nicht wirklich ernst nehmen." Mit dem Gerichtsurteil muss er leben. "Da ich Beamter bin, bleibt mir keine andere Möglichkeit", so Grätz.

Selbst bei Schülern gibt es skeptische Stimmen zu dem Urteil. Dominik R. (17 Jahre alt, Gymnasium am Stadtpark): "Ich finde das eigentlich ein bisschen mies für die strengeren Lehrer. Sie werden teilweise stark beleidigt und dürfen selbst keine Kommentare im Forum abgeben." "Lächerlich" findet Larissa J. (16, Fabritianum) die Reaktion der klagenden Lehrerin: "Die dürfen uns bewerten, also dürfen wir sie auch bewerten." Shari D. (15, Fabritianum): "Wenn die Bewertungen auf den Unterricht bezogen sind und nicht auf das Aussehen der Lehrer, dann finde ich das ganz gut."

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