In den Herbertzhäusern soll ein Quartierszentrum entstehen. Beim WZ–Mobil wünschen sich die Bürger eine Ausleihe.

Eine Bücherei braucht es vor Ort, nicht nur in der Stadtmitte – dieser Meinung waren alle, die sich beim WZ-Mobil meldeten.
Eine Bücherei braucht es vor Ort, nicht nur in der Stadtmitte – dieser Meinung waren alle, die sich beim WZ-Mobil meldeten.

Eine Bücherei braucht es vor Ort, nicht nur in der Stadtmitte – dieser Meinung waren alle, die sich beim WZ-Mobil meldeten.

Andreas Bischof

Eine Bücherei braucht es vor Ort, nicht nur in der Stadtmitte – dieser Meinung waren alle, die sich beim WZ-Mobil meldeten.

Krefeld. Räume für die Uerdinger, als Treffpunkt, für Veranstaltungen, Kurse und mehr sollen im sogenannten Quartierszentrum entstehen. Damit will die Stadt die Herbertzhäuser neu nutzen und Ideen der Bürger aufgreifen. Für die Anwohner, die sich beim WZ–Mobil meldeten, zählt dabei vor allem eines: dass die Bücherei wiederkommt. Sie war vor über zwei Jahren aus Kostengründen geschlossen worden.

Horst Fraimmer sagt: „Die Bücherei muss unbedingt wieder her, als zentrale Einrichtung des neuen Zentrums. Besonders für Kinder ist sie wichtig.“ Die siebenjährige Kira vermisst das Angebot. „Da standen viele tolle Bücher, die man im Buchladen gar nicht mehr kaufen konnte“, erinnert sie sich. Sie hofft daher, dass es vor Ort bald wieder eine Ausleihe gibt.

Zur Bücherei in die Stadt zu fahren, ist vielen zu weit

Auch der elf Jahre alten Moana gefällt diese Idee. „Ich lese sehr viel und sehr gerne. So viele Bücher zu kaufen, geht gar nicht. Und ständig in die Stadt zu fahren, das ist einfach zu weit“, sagt die Elfjährige. Daher lautet ihr großer Wunsch: wieder Bücher in Uerdingen. Andere Angebote brauche sie hingegen nicht.

Susanne Vardaxis wäre froh über eine Ausleihmöglichkeit – für sich, aber besonders für ihre Kinder. „Früher konnten sie selber zu Fuß dorthin. Heute müssen wir mit ihnen in die Stadt – das ist umständlich“, sagt sie. Ihre Familie habe das Angebot häufig genutzt und Bücher, Hörbücher, DVDs und Spiele ausgeliehen. „Es fehlt aber nicht nur das, sondern die Kinder und Jugendlichen haben derzeit gar keinen Treffpunkt mehr – sie sind alle zu weit weg.“

Da werde an der falschen Stelle gespart, findet Menevese Deprem-Hennen. „Eine Bücherei gehört zur Kultur einer Stadt, und sie muss vor Ort sein“, findet sie. Für das Erlernen vieler Fertigkeiten seien Bücher unverzichtbar. „Und sie muss gut erreichbar sein.“ Eine Ausleihe sei für sie daher das Wichtigste. Auch für Annette Biedenbach ist die Bücherei der Dreh- und Angelpunkt eines neuen Zentrums. „Dort kommt Jung und Alt zusammen.“ So denkt auch Elke Plankert: „Ich persönlich brauche es nicht, weiß aber von vielen, die es sich wünschen.“

Heinz Volz hat viele Anlaufpunkte in Uerdingen. Eine Bücherei würde er aber sofort fleißig nutzen. „Ich lese gern.“ Waltraud Mertenschledde hat früher viel ausgeliehen – und sich dabei oft an unbekannte Literatur gewagt. „Es reicht aber nicht, wenn da nur Bücher im Regal stehen. Damit eine Ausleihe auch genutzt wird, braucht es heutzutage mehr“, sagt sie. Ein Lesecafé oder eine Kinderbetreuung gehört für sie dazu. „Der neue Oberbürgermeister braucht aber erst mal Zeit, um die Planung voranzubringen.“

Für Heike Hoffmann vom Bürgerverein Uerdingen ist das geplante Quartierzentrum eine große Bereicherung. Der Verein hat bereits viele Vorschläge gesammelt. „Erste Schritte in die richtige Richtung finden statt, die Montagslesungen dürfen beispielsweise vom Balkon der Bücherei vorgetragen werden.“

Auch Sabine Alofs, die oft bei den Montagslesungen aktiv ist, freut sich über die Möglichkeiten, die kommen sollen. „Da kann viel wachsen. Schön wäre ein Raum für Vereine.“ So ein Zentrum biete besonders für Flüchtlinge eine Gelegenheit, sich unverbindlich und ohne große Kosten zu treffen und mit Uerdingern ins Gespräch zu kommen. “ Für die Bildung sei eine Bücherei unverzichtbar. Hier gehe es darum, Kinder vor Ort zu fördern, sagt Manfred Göbel. „Lesen trägt in hohem Maße dazu bei.“ Aber auch die vielen weiteren Angebote für Familien und Senioren, die geplant seien, begrüßt er.

Lesungen am Freitag und am Montag bei der Bücherei

Der Arbeitskreis „Erhalt Bücherei Uerdingen“ nimmt mit einer Lesestaffel am bundesweiten Vorlesetag am Freitag ab 18.30 Uhr in den Räumen der ehemaligen Bücherei Uerdingen teil. Dabei lesen Bürger jeweils fünf Minuten lang vor.

Bei der Montagslesung am 23. November 2015 von 18.30 bis 19 Uhr lesen Achim Gehring und Annette van Rüth aus „Romeo und Julia“ von William Shakespeare vor. Die Aktionen finden vor der früheren Uerdinger Bücherei, Am Marktplatz 5 statt. Interessierte können sich melden bei: Sabine Alofs, Telefon 48 18 55 oder unter montagslesung-Uerdingen@gmx.de

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