Das größte Hobby des 90-Jährigen Kurt Hausmann ist die Mundart.

Das größte Hobby des 90-Jährigen Kurt Hausmann ist die Mundart.
Kurt Hausmann vor der GGS an der Breslauer Straße.

Kurt Hausmann vor der GGS an der Breslauer Straße.

Archiv DJ

Kurt Hausmann vor der GGS an der Breslauer Straße.

Krefeld. Das ist die Geschichte eines Grönländers, der ein eingefleischter Gartenstädter wurde. Die Rede ist von Kurt Hausmann. Der Lehrer und Heimatfreund, aufgewachsen im Westen Krefelds, erwarb mit seiner Frau Marianne im Jahre 1963 ein Reihenhaus an einer Stichstraße der Breslauer Straße. Das war zu der Zeit, als der Stadtrat den neuen Ortsteil gerade „Gartenstadt“ genannt hatte. Zusammen mit Lydia Zöller die Entstehung des Stadtteils beschrieben Der Grundstein der Gartenstadt wurde 1956 gelegt, zehn Jahre später lebten mehr als 7000 Einwohner dort. Sie alle waren „Zuzügler“ und Kurt Hausmann wurde sozusagen zum „Stadtbilderklärer“.

Gibt man heute im Internet die Adresse www.bv-krefeld-gartenstadt.de ein, um etwas über Geschichte des Stadtteils zu lernen, stößt man auf den Namen Hausmann. Gemeinsam mit Lydia Zöller hat er für seine Mitbewohner und alle späteren Gartenstädter die Entstehungsgeschichte aufgeschrieben. Dem Autor kam seine Menschenfreude und Neugier entgegen, er führte zahlreiche Menschen durch „seinen“ Stadtteil und wirkte an Publikationen über und in der Gartenstadt mit.

Für den heute 90-Jährigen war sein Beruf Berufung. Kurt Hausmann war stets mit Leib und Seele Lehrer. Seine Schüler merkten das, und ganze Schülergenerationen haben sich immer wieder mal bei ihm gemeldet. „Ich kenne viele meiner ehemaligen Schüler“, sagt er.

Aber auch seine Lehrerkollegen mochten ihn. Zusammen mit den Schulräten hat Rektor Hausmann jahrelang die Pädagogen-Zusammenkünfte organisiert. Seine Stationen in Krefeld: Volksschule Stettiner Straße, Gemeinschaftsgrundschule Breslauer Straße, Hauptschule Lübecker Weg und Schule Bahnhofstraße in Uerdingen.

Neben seiner Familie ist die Mundart der dritte Schwerpunkt in seinem Leben. Stets hat es ihn gewurmt, dass so viele verschiedene Schreibweisen existieren. Er hat zu diesem Thema zahlreiche Beiträge im Jahrbuch Die Heimat des Vereins für Heimatkunde verfasst und im Arbeitskreis Mundart des Vereins mitgewirkt.

Im Jahre 2005 erschien seine Kurzgrammatik „Krieewelsch op de Reeh jebreit“, die er gemeinsam mit der Lehrerkollegin Ursula Versteegen und ihrem Mann Theo herausgab. Zwei Jahre drauf schrieb er viele Porträts über Krefelder Mundartgrößen und spezielle Beiträge für das Buch „Mundart in Krefeld“.

Er beobachtet das Ortsgeschehen aus der Zuschauerperspektive

In den beiden Sammelbänden „Schüenen Duorieen“ und „Noch miehr Schüenen Duorieen“ stehen auch seine selbsterlebten Geschichten und „Stöckskes“. Immer wieder betont er: „Mar, dat Plattschrieve es al son Werk möt Schruuve. Dat mot´ste studiere. Dooefür jivvt et kinnen Duden. Dat jivvt döx jruoten Palaver. Dat es nou ens suo.“

Kurt Hausmann, der im August dieses Jahres 90 Jahre alt geworden ist, lebt mit seiner Frau inzwischen zurückgezogen in seinem Gartenstädter Domizil. Er hält Kontakt zu den Nachbarn und beobachtet das Ortsgeschehen aus der Perspektive eines Zuschauers. Seine Mundartfreunde vermissen ihn bei ihren Sitzungen und versuchen, sich an seine Regeln zu halten. Manchmal mit Erfolg.

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