In den alten Gemäuern in Verberg herrscht reges Treiben. Das Gasthaus und andere Bauten sind bereits entkernt.

In den alten Gemäuern in Verberg herrscht reges Treiben. Das Gasthaus und andere Bauten sind bereits entkernt.
Bernd Krükel, Chef des Bauträgers Bau- und Denkmalwert, vor dem Gasthof von Gut Heyenbaum. Küche und Schuppen sind bereits abgerissen. Fotos (2): Dirk Jochmann

Bernd Krükel, Chef des Bauträgers Bau- und Denkmalwert, vor dem Gasthof von Gut Heyenbaum. Küche und Schuppen sind bereits abgerissen. Fotos (2): Dirk Jochmann

Die Einfamilienhäuser sollen sich mit ihren Klinkern den bestehenden Bauten anpassen.

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Bernd Krükel, Chef des Bauträgers Bau- und Denkmalwert, vor dem Gasthof von Gut Heyenbaum. Küche und Schuppen sind bereits abgerissen. Fotos (2): Dirk Jochmann

Krefeld. Die drei hohen hölzernen Leitern, die einst auf den Heuboden von Gut Heyenbaum führten, stehen mitten im früheren großen Kutschensaal. Sie finden jetzt ihre dritte Bestimmung als Stilelement in neuen Wohnungen. Die rund 6000 Quadratmeter der früheren Hofanlage an der Zwingenbergstraße befinden sich im Wandel – aber mit Reminiszenzen an die Historie. Den Investoren liegt der Erhalt der geschichtsträchtigen Gutshofmauern am Herzen.

Mitte Februar soll der Bau der Einfamilienhäuser beginnen

In den alten Gebäuden herrscht rege Tätigkeit. Seit drei Monaten sind die Arbeiter damit beschäftigt, Gasthaus, Scheunen und Nebengebäude zu entkernen, ohne die denkmalgeschützte Substanz zu beschädigen. „Ab 15. Februar planen wir den Aufbau“, berichtet Bernd Krükel, Chef vom Bauträger Bau- und Denkmalwert. „An der Zwingenbergstraße entstehen drei neue Einfamilienhäuser. In den alten Gebäuden werden 16 Wohneinheiten errichtet.“

Es sind großzügige, lichtdurchflutete Wohnungen von 77 bis 282 Quadratmetern Größe. Riesige Fensterfronten in ehemaligen Toreinfahrten, gemütliche Holzkamine, Räume mit Emporen, Fachwerk und Holzbalken mitten im Zimmer oder an der Decke erwecken den Geist des alten Gutshofes zu neuem Leben. Insgesamt bleibt der bebaute Raum so, wie er war, bei 2300 Quadratmetern. Das frühere Wohnhaus der Betreiber steht gleich nebenan auf einer eigenen Parzelle. Es wird in den Komplex mit einbezogen.

Bis zur Fertigstellung im April des kommenden Jahres ist noch viel zu tun. Küche und Schuppen, die neben dem früheren Restaurant lagen, waren nicht denkmalgeschützt und sind bereits abgerissen. „Dort wird die Tiefgarage mit 20 Plätzen gebaut“, berichtet Krükel. „Gegenüber gibt es später noch 24 beschrankte Außenparkplätze für die Bewohner.“

Der Gastraum wird derzeit auf seine Bausubstanz untersucht. Er ist noch gut zu erkennen, mit seinem hohen Kamin und den Kacheln im Mauerwerk. „Alles, was gut war für den Gasthof, kommt jetzt aber weg“, sagt Krükel. „Hier entstehen zwei Wohneinheiten mit 120 und 140 Quadratmetern.“

60 Prozent der Wohneinheiten sind bereits verkauft

Um 1600 wird das Gut Heyenbaum zum ersten Mal in einem Schriftstück erwähnt. Dies entspricht einer Gründung des Landgutes im 15. Jahrhundert. Viel ist über die ersten Jahrhunderte dieses Hofes nicht bekannt, auch nicht, wie viel Schaden er im Laufe des Dreißigjährigen Krieges erfuhr.

Die Gebäude wurden erst 1851 durch Joahnn Nepomuk Courth errichtet. Teile der Häuser, die in dieser Zeit entstanden, konnten erhalten werden, so zum Beispiel die alte Herdstelle. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Gut Heyenbaum landwirtschaftlich betrieben.

Ab 1973 war Hans Lichtenberg Eigentümer und Gastwirt des Guts Heyenbaum. Nach dem Verkauf des Gutshofs im Frühjahr 2014 wurde das Gasthaus dann aber im Oktober desselben Jahres endgültig geschlossen.

Es werde alles geprüft, besonders die Balkenkonstruktion und das Fachwerk. „Wir haben viele Stunden mit den Denkmalschützern verbracht.“ Die Dächer werden hingegen komplett erneuert.

Die neuen Einfamilienhäuser passen sich mit ihren verklinkerten Außenmauern den bestehenden Bauten an. „60 Prozent der Wohneinheiten sind bereits verkauft. Sie werden als Erste fertiggestellt. Denn es gibt Steuervorteile für die Käufer, wenn sie in ein Denkmal investieren, bevor es saniert wird.“

Krükel möchte nach eigenen Angaben die historische Architektur mit Begeisterung rüberbringen. „Es wird noch schöner als in unserem Exposé.“ Dazu trägt wohl auch die großzügige Planung des gesamten Bereichs bei – mit dem alten Brunnen, den hohen Bäumen und drei weitläufigen Innenhöfen. Auch das Tor und das kleine Häuschen nebenan bleiben bestehen und erinnern – wie der Schriftzug von „Gut Heyenbaum“ am vorderen Haus – an seine alte Bestimmung.

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