Wegen der Vollsperrung in der Innenstadt kommt es zeitweise zu Staus. Die Autofahrer werden von Hostessen mit Weingummi besänftigt.

Die Baustellen am Ostwall führen zu Verkehrsbehinderungen. Aber die meisten Autofahrer nehmen das gelassen.
Die Baustellen am Ostwall führen zu Verkehrsbehinderungen. Aber die meisten Autofahrer nehmen das gelassen.

Die Baustellen am Ostwall führen zu Verkehrsbehinderungen. Aber die meisten Autofahrer nehmen das gelassen.

Andreas Bischof

Die Baustellen am Ostwall führen zu Verkehrsbehinderungen. Aber die meisten Autofahrer nehmen das gelassen.

Krefeld. Das große Verkehrschaos – von vielen befürchtet – findet nicht statt. Vollsperrung Ostwall zwischen St. Anton- und Neue Linner Straße: Als die letzte Lücke am Montag an der Neuen Linner Straße gegen 7:45 Uhr geschlossen ist, laufen sowohl Individual- als auch der Bus- und Bahnverkehr weiter.

An der östlichen wie westlichen Seite beginnen schwere Baumaschinen mit dem Fräsen der Fahrbahnflächen. Sie schaffen die Voraussetzungen für die notwendigen Arbeiten im Untergrund. Die Krefelder Tiefbaufirma Schergens muss im Bereich UdU („Unter der Uhr“) für neue Kanäle bis zu siebeneinhalb Meter in die Tiefe ausschachten.

Viele Autofahrer zeigen Verständnis für die Bauarbeiten

Eng ist es an der Kreuzung Ostwall/Neue Linner Straße. Gegenüber der Sparkasse ist für die Busse Richtung Norden und Osten eine provisorische Haltestelle eingerichtet. Platz ist dort für maximal zwei Busse. In der Stoßzeit aber blockiert der dritte ankommende Bus die einzige Fahrspur auf dem Wall. Stau entsteht bis fast zurück zum Hauptbahnhof. Grund ist auch der temporäre Taxistand, der eine Spur vor der Deutschen Bank blockiert.

Verunsicherung herrscht bei vielen Menschen, die Busse und Bahnen nutzen. Trotzdem scheinen die meisten im Bilde über den „Eingriff am offenen Herzen“ der City zu sein. „Ja, gehört habe ich davon, dass es ab heute Sperrungen gibt“, sagt Hans-Werner Knops (65), der nach Linn zum Arzt will. „Aber man muss sich schon ganz schön umorientieren.“

Teilweise sind die Arbeiten gefährlich

Kirsten Gobbers (48) muss von der Westparkstraße über das Drehkreuz Ostwall/Rheinstraße zur Arbeit nach Düsseldorf. „Ich finde es gut, dass etwas passiert. Aber jetzt die großen Umwege für die Busse – und das 15 Monate lang. Daran muss man sich erst mal gewöhnen.“

Das Schild „Sackgasse“ auf der Rheinstraße in Höhe der Luisenstraße wird nicht von allen Autofahrern beachtet. Anstatt abzubiegen, fahren sie bis zur großen Kreuzung Ostwall/Rheinstraße, um dann umzukehren. Einige Autofahrer fahren geradeaus entgegen der Einbahnrichtung am ehemaligen Horten-Haus.

In der ersten Etage des Eiscafés von Stefano Lucchini ist in den kommenden 15 Monaten der Sitz des Baubüros. Der städtische Baustellenkoordinator Eckhard Lüdecke hat von hier einen Panoramablick über sein Arbeitsgebiet. Allerdings hat er dafür wenig Zeit. Er muss zum Beispiel klären, warum die angekündigte Hotline (74 78 520) für Fragen der Bürger noch nicht freigeschaltet ist. Einer Mitarbeiterin der benachbarten Bäckerei Sommer sagt er zu, sich um das Problem des Anlieferverkehrs zu kümmern. Zwischendurch kommen die Hostessen und wollen Nachschub an Gummibärchen. Lüdecke wird mit seinem Team ab sofort montags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr anwesend sein.

www.wo-schoenes-entsteht.de www.swk.de www.wz.de/ostwall

Isabelle Leseberg (22) verteilt als städtische Hostesse an die gestressten Autofahrer Gummibärchen als „Nervennahrung“ und Flyer, in denen der Grund für die großräumigen Umleitungen erklärt wird. „Wir kommen gut damit an“, sagt sie. Und: „Die Autofahrer zeigen zum größten Teil Verständnis und für die Gummibärchen gibt‘s schon mal ein Lächeln.“

Kleinigkeiten sind überall noch nachzubessern. An der Kreuzung stehen zwei Mitarbeiter des Fachbereichs Tiefbau. Sie warten auf die Markierungsfirma, die Sperrlinien vor der Baustellenampel ziehen soll. Erst dann kann die Ampel in Betrieb gehen. Die Markierer haben eine gefährliche Arbeit. Sie verlegen die gelben Streifen im laufenden Verkehr.

Eher zum Schmunzeln sind hingegen Szenen vor dem Eiscafé an der Ecke Rheinstraße. Die dortige Fußgängerampel ist wegen der Straßenbahnen ebenfalls in Betrieb. Wenn aber Fußgänger im gesperrten Bereich auf der Westseite bei Rot ratlos auf dem Bürgersteig verharren, sieht das lustig aus.

Gisela Fleisinger (69), die auf der Lohstraße wohnt, ist unterwegs zum Klinikum. Auch sie war informiert über den Baubeginn und die Sperrungen. „Ich habe da alles Mögliche gelesen. Aber manches kann man einfach nicht erklären“, sagt sie und schüttelt den Kopf. Im Großen und Ganzen scheint alles in trockenen Tüchern zu sein – nur hier oder da kommen noch Tröpfchen durch

Wie sind Ihre Erfahrungen – gleich ob als Fußgänger, Bus- und Bahnnutzer oder Autofahrer – mit der Baustelle UdU? Schreiben Sie uns!

Westdeutsche Zeitung
Rheinstraße 76
47799 Krefeld

redaktion.krefeld@wz.de

Leserkommentare (4)


() Registrierte Nutzer