Die Ampelübergänge an der Haltestelle sind barrierefrei und doch nicht frei von Gefahr.

Ostwall
Im vorderen Bereich beträgt die Bordsteinhöhe bis zu drei Zentimer, angeschlossen ist eine Nullabsenkung.

Im vorderen Bereich beträgt die Bordsteinhöhe bis zu drei Zentimer, angeschlossen ist eine Nullabsenkung.

DJ

Im vorderen Bereich beträgt die Bordsteinhöhe bis zu drei Zentimer, angeschlossen ist eine Nullabsenkung.

Krefeld. „Tückische Bordsteine am Ostwall“ titelte die WZ in ihrer Samstagsausgabe und erreichte mit der Sturzgeschichte von Alois Bosil auch das Tiefbauamt der Stadt Krefeld und Innenstadtkoordinator Eckhard Lüdecke. „Für den Normalbürger sind die baulichen Veränderungen, die der Barrierefreiheit dienen, sicherlich auch ein Stück weit Neuland“, sagt Lüdecke im Gespräch mit der WZ.

Doch auch für die Planer der Großbaustelle sind die baulichen Maßnahmen an den Ampelübergängen wie etwa die bis zu drei Zentimeter erhöhte Bordsteinkante für sehbehinderte und blinde Menschen nicht alltäglich.

„Barrierefrei bedeutet ja nicht frei von Hindernissen“

„Nie zuvor wurden bei einem Krefelder Bauprojekt die baulichen Maßnahmen zur Barrierefreiheit in dieser ausgeprägten Form berücksichtigt“, sagt Lüdecke. Dass die barrierefreie Gestaltung des Haltestellenbereichs am Ostwall und der dazugehörigen Ampelübergänge nicht für alle Menschen gleichermaßen auf den ersten Blick einen Vorteil mit sich bringt, sieht Michael Streubel vom Tiefbauamt als normal an. „Barrierefrei bedeutet ja nicht frei von Hindernissen“, sagt Streubel und ergänzt: „Die erhöhte Bordsteinkante, die blinden oder sehbehinderten Menschen als Kontaktfläche das Betreten der Fahrbahnfläche anzeigt, ist für andere Menschen vielleicht eine Stolperfalle.“

Die baulichen Veränderungen zur Gewährleistung der Barrierefreiheit wurden zuvor von den Baustellenplanern mit den jeweiligen Behindertenverbänden abgestimmt. „Ohne die Einhaltung der Richtlinien zur Barrierefreiheit hätte es im Zuge der Ostwall-Baustelle auch keinen Anspruch auf Fördergelder gegeben“, sagt Lüdecke. Er sieht Krefeld im Vergleich mit anderen Städten gut aufgestellt.  „Wenn man sich in anderen Städten umsieht, sind wir, was die Barrierefreiheit angeht, ganz vorne mit dabei“, sagt Lüdecke.

Das Blindenleitsystem ist rund um den Haltestellenbereich am Ostwall besonders auffällig, da die die Färbung der quergestreiften oder genoppten Steine weiß und nicht anthrazitfarben und dadurch auch für schlecht sehende Menschen besser zu erkennen ist.

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