Einer dieser drei Männer wird künftig an Krefelds Stadtspitze stehen: Frank Meyer (SPD), Peter Vermeulen (CDU) und Thorsten Hansen (Grüne) sind die aussichtsreichsten Kandidaten. Wie sind ihre Chancen?

Am Sonntag ist in Krefeld OB-Wahl.
Vermutlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird es bei der Wahl zum Oberbürgermeister am kommenden Sonntag zwischen Frank Meyer (SPD), Peter Vermeulen (CDU) und Thorsten Hansen (Grüne) geben.

Vermutlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird es bei der Wahl zum Oberbürgermeister am kommenden Sonntag zwischen Frank Meyer (SPD), Peter Vermeulen (CDU) und Thorsten Hansen (Grüne) geben.

Vermutlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird es bei der Wahl zum Oberbürgermeister am kommenden Sonntag zwischen Frank Meyer (SPD), Peter Vermeulen (CDU) und Thorsten Hansen (Grüne) geben.

Krefeld. Unter sechs Kandidaten können am Sonntag 182 230 wahlberechtigte Krefelder wählen und entscheiden, wen sie für den Geeignetsten im Amt des Oberbürgermeisters halten.

Während Sandra Leurs (Piraten), Michael Remy Heepen (Die Partei) und Sven Fucker (Tierschutzpartei) sich selber keinen Wahlsieg einräumen, sieht das bei Frank Meyer (SPD), Peter Vermeulen (CDU) und Thorsten Hansen (Grüne) anders aus. Ein jeder von ihnen will an die Spitze der Stadtverwaltung. Der Erste wirbt mit dem Slogan „Mensch Meyer“, der Zweite „Vermeulen – der macht das! und der Dritte mit „Hansen – der kann das!“. Wie sind die Chancen der Einzelnen, Krefelds nächster Oberbürgermeister zu werden? Die WZ hat sich das genauer angeschaut.

Welche Chancen hat Frank Meyer von der SPD?

Nach der letzten Kommunalwahl im Jahr 2014 ist die SPD in Krefeld mit einer knappen Mehrheit von 34,7 Prozent stärkste Partei im Rat, trotz gleicher Sitzverteilung mit der CDU. Nachdem die SPD im vergangenen Jahr in der Landeshauptstadt Düsseldorf mit Thomas Geisel die CDU abgelöst hat und den Oberbürgermeister stellt, ist es auch in Krefeld denkbar, dass ein SPD-Kandidat Oberbürgermeister wird. Der letzte Sozialdemokrat in diesem Amt war 1984 Willi Wahl.

Amtsinhaber Gregor Kathstede (CDU) hatte im vergangenen August überraschend angekündigt, nicht mehr für eine dritte Legislaturperiode antreten zu wollen. Die SPD reagierte im Gegensatz zu den anderen Parteien schnell und legte sich zunächst im Parteivorstand und dann in der Vertreterversammlung einstimmig auf Frank Meyer als Oberbürgermeister-Kandidat fest. Mit ihm sei man bei der Kommunalwahl 2014 erstmals seit fast 60 Jahren stärkste politische Kraft in Krefeld geworden.

Der 41-jährige Diplom-Verwaltungsfachwirt, Vorsitzender der SPD und Erster Bürgermeister kommt bei vielen Krefeldern gut an. Nicht nur jetzt im Wahlkampf, sondern auch schon zuvor war er bei offiziellen Anlässen ebenso wie bei Festen von Vereinen und Initiativen präsent. Im Rat ist er als gut informierter, sachlicher und geschliffener Redner aufgefallen. Die Frage ist, wie gut gelingt es der SPD, ihrer Wähler wie auch mögliche unschlüssige Wähler anderer Parteien am Wahltag zu mobilisieren?

Welche Chancen hat Peter Vermeulen von der CDU?

Die Christdemokraten können sich auf ihre Wähler verlassen, sie sind treu und verlässliche Wahlgänger. Allerdings zeigen die Wahlergebnisse des vergangenen Jahres, dass die Partei an Stimmen in Krefeld verloren hat und nicht mehr stärkste Kraft im Rat ist. Der Verweis auf eine jahrelange solide Haushaltspolitik habe laut Partei-Chef Marc Blondin nicht mehr gereicht.

Außerdem ist bei einer Oberbürgermeisterwahl nicht mit einer hohen Wahlbeteiligung zu rechnen. Die lag bei der Kommunalwahl immerhin noch bei 45 Prozent. Deshalb ist bei der CDU kurz vor der Wahl eine gewisse Unsicherheit zu verspüren, ob es ihrem Kandidaten Peter Vermeulen gelingen wird, es bis in die Stichwahl zu schaffen.

Dabei scheint die CDU mit dem 57-jährigen den idealen Kandidaten gefunden zu haben: Er ist Krefelder, CDU-Mitglied und als Beigeordneter seit 2006 bei der Stadt Mülheim tätig. Er gilt als ein erfahrener Stadtverwaltungsfachmann. Den Krefeldern war er vor dem Wahlkampf allerdings nicht bekannt.

Doch innerhalb der eigenen Reihen hat es bereits geknirscht, als Vermeulen sich ohne Rücksprache mit Partei oder Fraktion in Sachen Rheinblick eindeutig auf die Seite des Chemieparks gestellt hatte und sich anschließend herausstellte, dass er dort in diesem Bereich selber ein Grundstück besitzt. Während die CDU-Spitze im Rahmen der Haushaltsdebatte sich für die Erhöhung der Gewerbesteuer aussprach, vertrat er außerdem die gegenteilige Meinung. Das verwunderte Christdemokraten und amüsierte seine politischen Gegner.

Welche Chancen hat Thorsten Hansen von den Grünen?

Thorsten Hansen ist der Überraschungskandidat bei den Oberbürgermeisterwahlen. Der 48-jährige Manager in der IT-Branche ist für die anderen beiden Kandidaten ein ernstzunehmender Kontrahent. Hansen entspricht so gar nicht dem Bild, das mancher Bürgerliche noch von einem Grünen im Kopf hat. Er kommt aus der Wirtschaft, hat Erfahrung in Mitarbeiterführung und baut in seiner neuen Firma gerade ein neues vielversprechendes Geschäftsfeld auf. Und deshalb könnte er auch eine Alternative für die bürgerlichen Wähler sein, die von der CDU enttäuscht sind, aber niemals SPD wählen würden. Hansen selber hat sich zum Ziel gesetzt, in die Stichwahl am 27. September zu kommen. Er glaubt nicht daran, dass einer der anderen beiden OB-Kandidaten schon beim ersten Wahlgang am kommenden Sonntag mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen bekommen wird. Anhand der Vielfalt von sechs Kandidaten und der entsprechenden Verteilung der Stimmen ist bei einer womöglich geringen Wahlbeteiligung damit auch zu rechnen.

Wie werden sich die FDP-Wähler bei der OB-Wahl entscheiden?

Im Gegensatz zum Bundestrend hat die FDP bei der letzten Kommunalwahl in Krefeld mit 6,4 Prozent noch gut abgeschnitten. Sie ist in Krefeld eine Konstante, aber für die CDU keine verlässliche Größe mehr. CDU-Fraktionschef Philibert Reuters bescheinigte den Liberalen vor einem Jahr: „Die haben einen Linksruck vollzogen.“

Die FDP wiederum ärgert sich darüber, dass die Christdemokraten nicht mit ihnen gemeinsam einen bürgerlichen OB-Kandidaten ausgewählt haben. Dementsprechend haben sie auch für ihre Wählerschaft, bei der Kommunalwahl waren es immerhin 5208 Stimmen, keine Empfehlung ausgesprochen. Es könnte also richtig spannend werden am Sonntag, vor allem dann, wenn mehr Wähler als erwartet ihre Stimme abgeben.

Die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl werden am Abend ab 18 Uhr im Rathaus am Von-der-Leyen-Platz präsentiert. Wir berichten aktuell auf wz-krefeld.de

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