Werner und Marianne Plenker sind mit ihrem VW-Käfer bis nach Mallorca gefahren.

Verkehr
Ein Käfer auf Reisen: Mit einer Seilwinde wurde das Auto auf ein Schiff nach Mallorca verladen. Foto/Repros: D. Jochmann

Ein Käfer auf Reisen: Mit einer Seilwinde wurde das Auto auf ein Schiff nach Mallorca verladen. Foto/Repros: D. Jochmann

Bis heute ist der Käfer das ideale Auto für Werner Plenker.

So sah Werner Plenker aus, als er den Führerschein machte.

Jochmann, Dirk (dj), Bild 1 von 3

Ein Käfer auf Reisen: Mit einer Seilwinde wurde das Auto auf ein Schiff nach Mallorca verladen. Foto/Repros: D. Jochmann

Krefeld. Er kostete 3000 DM, war Baujahr 1956/57, sandfarben, hatte 30 PS, verbrauchte rund sieben Liter Sprit, und die erste große Fahrt mit ihm ging für Werner und Marianne Plenker nach Mallorca. Das erste Auto des Paares war ein VW-Käfer und für beide bedeutete er Luxus pur.

„Das war die erste große Anschaffung – ein Luxus, den man sich gegönnt hat. Man war damit frei und unabhängig“, sagt die 79-jährige Marianne. Sie und ihr Mann Werner kennen sich seit 1949, 1954 heirateten sie. Den VW-Käfer kaufte der heute 81-jährige Werner Plenker 1958. 1961 musste der Käfer einem neueren VW-Modell weichen.

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Ein Käfer auf Reisen: Mit einer Seilwinde wurde das Auto auf ein Schiff nach Mallorca verladen. Foto/Repros: D. Jochmann

Ein Käfer auf Reisen: Mit einer Seilwinde wurde das Auto auf ein Schiff nach Mallorca verladen. Foto/Repros: D. Jochmann

Bis heute ist der Käfer das ideale Auto für Werner Plenker.

So sah Werner Plenker aus, als er den Führerschein machte.

Jochmann, Dirk (dj), Bild 1 von 3

Bis heute ist der Käfer das ideale Auto für Werner Plenker.

Größere Unfälle oder Reparaturen hat es in den drei Jahren nicht gegeben. „Mit dem hätte man durch die ganze Welt fahren können“, erzählt Werner Plenker. Und genau darum wagten er und seine Frau sich 1960 mit dem Käfer auf die weite Reise nach Mallorca. Dort wollten sie eine befreundete spanische Familie besuchen.

Drei Tage brauchte das Paar bis zum Zielort. Nicht nur gut ausgebaute Autobahnen waren zu der Zeit Mangelware, auch Tankstellen gab es nicht an jeder Ecke. Einen ersten Stopp legten die Plenkers in Basel ein, einen zweiten in Barcelona. Von dort ging es dann mit dem Schiff nach Palma.

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Ein Käfer auf Reisen: Mit einer Seilwinde wurde das Auto auf ein Schiff nach Mallorca verladen. Foto/Repros: D. Jochmann

Ein Käfer auf Reisen: Mit einer Seilwinde wurde das Auto auf ein Schiff nach Mallorca verladen. Foto/Repros: D. Jochmann

Bis heute ist der Käfer das ideale Auto für Werner Plenker.

So sah Werner Plenker aus, als er den Führerschein machte.

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So sah Werner Plenker aus, als er den Führerschein machte.

„Damals gab es noch keine Autofähren wie heute“, erklärt Marianne. Ihr Mann erzählt, wie sie den Käfer auf ein Netz fahren mussten, das an vier Bändern hing. „Dann wurde der Wagen hochgezogen aufs obere Deck“, erinnert er sich. Er habe aber keine Angst um den VW gehabt.

Der erste Käfer wurde 1938 im nationalsozialistischen Deutschland als „Kraft-durch-Freude-Wagen“ hergestellt. Die Serien-Produktion begann im Sommer 1945. Es wurden über 21,5 Millionen Exemplare gefertigt, das letzte 2003 in Mexiko. Als meist verkauftes Auto der Welt wurde der Käfer mittlerweile vom VW Golf abgelöst.

„Na, also ich hatte schon ein ungutes Gefühl“, sagt seine Frau. Neun Stunden dauerte die Überfahrt, die das Paar im Auto verbringen musste – den Wagen durften sie nicht verlassen. „Bei der Weiterfahrt ist meiner Frau schlecht geworden und sie hat sich über meine Schulter übergeben“, erzählt Werner Plenker lachend.

Auf Mallorca angekommen, war der Käfer eine richtige Sensation. „Die Einheimischen haben gestaunt und jeder wollte einmal im Auto sitzen“, sagt Marianne. Damals verbrachten sie eine unbeschwerte und schöne Zeit in Spanien. Zu einer spanischen Familie haben sie auch heute noch Kontakt. „Damals war die Gegend aber noch nicht so touristisch erschlossen wie heute“, so der 81-Jährige.

Mit dem Auto ging es bis nach Österreich und Italien

Mit dem VW-Käfer reisten die Plenkers nicht nur nach Spanien, sondern auch nach Italien und Österreich. An den Wochenenden machte das Ehepaar Ausflüge in die nähere Umgebung.

„Das Auto hatte eine Lichthupe – das war damals eine Sensation“, erinnert sich Werner Plenker. Ein Winker zeigte an, wohin man fahren wollte. „Später war der schon etwas verschlissen und man musste ihn oft mit der Hand hochschieben. Manchmal haben wir auch einfach nur die Hand rausgehalten“, sagt Marianne und schmunzelt.

Für sie begann mit dem ersten Auto die große Liebe zum Käfer. „Ich habe den Wagen so geliebt, ich konnte mir kein anderes Auto vorstellen. Für mich kam immer nur ein Käfer infrage. Der war zuverlässig und hat mich nie im Stich gelassen.“

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