Konzept: Die Stadt macht Vorschläge, um die Belastung durch Schadstoffe zu vermindern. Das Landesamt für Natur muss die Pläne bewerten.

Noch keine Realität, aber bald durchaus möglich: Umweltzonen in Krefeld
Noch keine Realität, aber bald durchaus möglich: Umweltzonen in Krefeld

Noch keine Realität, aber bald durchaus möglich: Umweltzonen in Krefeld

Noch keine Realität, aber bald durchaus möglich: Umweltzonen in Krefeld

Krefeld. Die Vorlage der Verwaltung zur morgigen Sitzung des Umweltausschusses (17 Uhr im Rathaus) hat es in sich: Zum Thema Luftreinhalteplan gibt es zahlreiche Vorschläge, um die Qualität der Luft in Krefeld zu verbessern. Da wird unter anderem die Sperrung des Nassauer- und Oranierrings zwischen Blumental- und Westparkstraße für den Lkw-Verkehr genannt.

Oder die Sperrung der Sternstraße und Hülser Straße zwischen Friedrichsplatz und dem Kreuzungsbereich Girmesgath/Wilmendyk für Lastwagen. Damit nicht genug: Erwogen wird zudem die Sperrung der Kölner Straße zwischen Unter-/Obergath und der Anschlussstelle Osterath an der A44.

Landesbehörde prüft, ob die Maßnahmen sinnvoll sind

Vom Landesamt für Natur, Umwelt und Naturschutz sollen alle Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit im Sinne eines Luftreinhalteplans geprüft werden. Dabei geht es auch um die Frage, ob die möglichen Sperrungen bereits für Lastwagen ab 3,5 Tonnen sinnvoll sind oder ob Lkw bis 12 Tonnen auf den erwähnten Strecken noch rollen dürfen.

Zeitgleich mit den Sperrungen könnte ein Lkw-Routenkonzept in Kraft treten. Damit soll der überregionale Lkw-Verkehr von den Hauptzufahrtstrecken in die Gewerbegebiete und wieder zurück auf die Fernstraßen gelenkt werden, um die Krefelder Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Bei Sperrungen bleibt es nicht. Die Verwaltung schlägt ferner vor, die Wirksamkeit von Tempo-50- und Tempo-30-Regelungen zu untersuchen. Konkret geht es um die Berliner Straße sowie Unter-/Obergath (jeweils Tempo 50), Bahnhofstraße, Mündelheimer Straße und Lange Straße (jeweils Tempo 30). Auf der Kölner Straße sollen weitere Abschnitte der Tempo-30-Regelung unterliegen.

Untersuchung belegt die hohe Belastung in Krefeld

Für die Innenstadt wird die Einführung einer Umweltzone vorgeschlagen. Das Landesamt für Natur soll untersuchen, ob dies für die City mit stufenweiser Einbeziehung der Ringstraßen und der Hauptverkehrsstrecken Ostwall, Nordwall, Moerser Straße, St. Anton Straße, Bleichpfad sowie Rheinstraße zwischen Ostwall und Philadelphiastraße zu einer spürbaren Verbesserung der Luftqualität führt.

Die Krefelder Luft hat nicht nur wegen der hohen Schadstoffbelastung im Hafen und in Stahldorf einen schlechten Ruf. Dass weite Teile des Stadtgebietes nicht gut abschneiden, zeigte sich vor einem Jahr durch die Untersuchungen des Ingenieurbüros Ima Cologne. Die Prüfung in zwölf ausgewählten Gebieten  fiel negativ aus. Die Belastung der Luft mit Feinstaub, Stickstoffdioxid und Benzol lag meist jenseits der Grenzwerte.

Als Konsequenz aus diesem Gutachten wurde die Stadt vom Land aufgefordert, einen Luftreinhalteplan zu erstellen. Bis Mai dieses Jahres soll das Konzept fertig sein.

Etliche andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen sind bereits deutlich weiter. Im größten Bundesland setzen 14 Städte auf Umweltzonen, bundesweit sind es bereits 40. Autofahrer dürfen diese Bereiche nur mit Umweltplaketten befahren.

Krefelder Feinscreening-Grafik als PDF

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