Händler vertrauen der Stadt. Die Bezirksregierung zeigt sich offen für neue Argumente.

„Unser Vertrauen in die Stadt ist nicht erschüttert“, sagt Oliver Reiners. 
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„Unser Vertrauen in die Stadt ist nicht erschüttert“, sagt Oliver Reiners. (Archiv

„Unser Vertrauen in die Stadt ist nicht erschüttert“, sagt Oliver Reiners. (Archiv

Andreas Bischof

„Unser Vertrauen in die Stadt ist nicht erschüttert“, sagt Oliver Reiners. (Archiv

Krefeld. Das Fahrverbot für einen Teilbereich der Königstraße lässt sich offenbar verhindern. "Die Messe ist noch nicht gelesen", sagte Bernd Hamacher, Sprecher der Bezirksregierung, am Mittwoch auf WZ-Anfrage. Die von Oberbürgermeister Gregor Kathstede unterzeichnete Stellungnahme vom 28. Juni, in der das Fahrverbot auf dem Stück zwischen Marktstraße und Tiefgaragenausfahrt akzeptiert wird, müsse nicht das letzte Wort sein.

Bezirksregierung schaut auch auf die Belange der Händler

Die Bezirksregierung sei für neue Argumente offen. "Wir werden letztlich eine Gesamtabwägung vornehmen. Dabei spielen auch die Belange der Geschäftsleute eine Rolle", so Hamacher. Es gehe hier nicht nur um umweltpolitische Aspekte.

Dass die Behörde in Düsseldorf beim Luftreinhalteplan diese Sichtweise vertritt, ist der Krefelder Verwaltung offenbar nicht bekannt. In der Diskussion um das geplante Fahrverbot auf der Königstraße hatte der Beigeordnete Thomas Visser gesagt: "Die Bezirksregierung wird nach unserer Einschätzung auch mögliche ökonomische Auswirkungen auf die Geschäfte bei einer Teilsperrung nicht als Argument akzeptieren."

Oliver Reiners, Inhaber von Delikatessen Franken und Mitglied der Interessengemeinschaft Königstraße, ist sicher, dass sich das Fahrverbot verhindern lässt. "Unser Vertrauen in die Stadt ist nicht erschüttert", so der Geschäftsmann. "Ich bin sicher, dass das Fahrverbot nicht kommen wird."

Seiner Ansicht nach hat sich die Königstraße zu einem Markenzeichen der Stadt entwickelt. Hier gebe es Läden mit einem hochwertigen Angebot und nicht das Einerlei vieler Fußgängerzonen. "Wir schreiben hier eine Erfolgsgeschichte, die das Fahrverbot nicht beenden darf."

Kosten der Überdachung wurden geteilt

Am Donnerstag werden sich Oberbürgermeister Gregor Kathstede und Planungsdezernent Thomas Visser mit Geschäftsleuten der Königstraße treffen. Sie wollen den Sachstand erläutern und das weitere Verfahren abstimmen.

Nach Ansicht der Grünen sind die Emissionen auf der Königstraße auf der Basis veralteter Daten erstellt worden. "Da zu dieser Zeit weder das Glasdach noch die Ausfahrt des Behnisch-Parkhauses existierte, müssten die Feinstaubwerte auf der Basis einer aktuellen Berechnung noch viel höher liegen", so Rolf Rundmund, planungspolitischer Sprecher der Ratsfraktion.

Die Grünen sehen eine große Chance darin, wenn ein Teilbereich der Königstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt wird. Die Straße könne dann als Krefelds Flaniermeile mit Eventcharakter positioniert werden.

Vor zehn Jahren bündelten die Händler und Hauseigentümer ihre Kräfte und fassten den Entschluss, die Königstraße teilweise zu überdachen. Die Kosten wurden zur Hälfte von der Stadt übernommen.

Reiners verweist darauf, dass es auf der Königstraße so gut wie keine Leerstände gibt. "Von Warteliste zu sprechen, entspricht eher der Wirklichkeit." Sollte es wider Erwarten doch zu einem Fahrverbot kommen, rechnet er mit erheblichen Umsatzeinbußen. Es gehöre nun einmal zum Charakter dieser Straße, dass die Kunden mit dem Wagen bis zu den Geschäften fahren könnten.

In einer gemeinsamen Sitzung werden sich der Planungs- und Umweltausschuss am 1. September mit dem Luftreinhalteplan beschäftigen. Obwohl der Plan bereits am 15. September in Kraft treten soll, sieht die Bezirksregierung hier kein zeitliches Problem.

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